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Zweiter Band.
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Spiritus

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Spitzen

Wichtigkeit. Technisch haben sie noch keine Verwen-dung gefunden.

Spiritus, Geist, nennt man das durch weinigeGährung in einer Flüssigkeit entwickelte Produkt(Alkohol, Weingeist), außerdem auch verschiedenedestillirte, scharf riechende oder schmeckende Flüssig-keiten. Die lateinischen Benennungen der im Handelvorkommenden sind folgende: Spiritus acetico-aethereus, f. Essigäther. — 8. Cerasorum,Kirschgeist, s. Kirschbranntwein. — 8. Coch-leariae, s. Löffelkraut. — 8. Cornu Cervi,s. Hirschhorngeist.— 8. Formicarum, s. Amei-se n s h i r i t n s. — 8. fumans Libavii, s. ZinN -ophd, salzsaures. — 8. Juniperi, s. Wach-holdergeist. — 8. Melissae, s. Melissengeist.— 8. Minderen, s. Ammoniaks lüssigkeit,essigsaure. — 8. muriatico-aethereus, s. Salz-ätherweingeist. — 8. Nitri, s. Salpeter-säure. — 8. Nitri dulcis oder nitrico - aethereus,s. Salpeterätherweingeist. — 8. pyro-ace-ticus, s. Essiggeist, brenzliger. — 8. pyroxi-licus, s. Holzgeist. — 8. Salis, s. Salzsäure.

— 8. Salis ammoniaci causticus, s. Salmiak-geist, ätzender. — 8. Salis dulcis, s. Salz-ätherweingeist. — 8. Saponis, s. S eifen-spiritus. — 8. sulphurico - aethereus, s. H o s -Wannscher Liquor. — 8. sulphurico - aethereusmartiatus, s. B estu s che f f s Nerventinktur. -8. Fartari, s. Weinsteingeist. — 8. Terebin-thinae, s. Terpentinöl. — 8. Yini, s. Wein-geist.

Spirol , s. Carbolsäure.Spitzampferwurzel , s. Grindwurzel.Spitzen oder Kanten nennt man ein feines,bandartiges, verschiedentlich gemustertes und ausmehr oder weniger weit auseinander liegendenFäden bestehendes Gewebe, das aus sehr feinemLeinenzwirn durch eine eigenthümliche Handarbeit,das Klöppeln, hervorgebracht und besonders zurVerzierung von Kleidungsstücken gebraucht wird.Dies sind die ächten geklöppelten Zwirn-spitzen, deren Verfertigung ums Jahr 1561 vonBarbara Uttmann, der Gattin eines reichenBergwerksbesitzers in Annaberg im sächsischen Erz-gebirge, erfunden worden ist und womit sich seitdemMele Tausend Menschen jedes Alters und Geschlechtsoberen Erzgebirge und dem östlichen Voigtlande,theils als ausschließliches Gewerbe, theils als Neben-erwerbszweig, beschäftigt haben. Früher kannte manf^ur genähte Spitzen. Durch ausgewanderte Verg-ante wurde die Kunst des Spitzenklöppelns auchUach Böhmen, dem Harze und mehreren anderenhegenden Deutschlands, sowie nach den Nieder-Müden, dem nördlichen Frankreich, nach Dänemark,°er Schweiz rc. verpflanzt. Außer im sächsischenErzgebirge, für das sie lange Zeit ein zwar kärglichAhnender, aber dennoch wichtiger ErwerbszweigMar, wurde sie hauptsächlich in den Niederlanden,jetzigen Belgien. in bedeutender Ausdehnungetriebeu und daselbst auch zu einer noch größerenVollkommenheit gebracht, so daß die belgischen^pltzen die erzgebirgischen an Schönheit und Dauer-^Mstkeit noch übertreffen. Man verwendet zu dendetloppelten Spitzen in der Regel äußerst feinenluenzwirn aus Handgespinnst, und dieser wirdnüo 'husten und feinsten in Belgien verfertigt,man ihn daher auch zum Theil in Sachsen,^ hMen rc. bezieht. Jetzt wird jedoch auch englischer<>wlrn aus leinenem Maschinengarn, und auch viel

englischer baumwollener Maschinenzwirn dazu ge-braucht; besonders in Böhmen bedient man) sich jetztfast allgemein des letzteren. Die in Belgien ge-klöppelten Leinenspitzen, welche man unter dem all-gemeinen Namen Brabanter Spitzen oderKanten begreift, übertreffen die erzgebirgischen be-sonders an Weiße, Glanz und Festigkeit; auch wer-den daselbst die Muster zum Theil mit der Nadelerzeugt oder vervollständigt. Die feinsten undtheuersten sind die Brüsseler, auf welche dieMechelnschen und die von Valenciennes, Alle rc.in Frankreich folgen. Man verfertigt die geklöppel-ten Spitzen von allen Breiten und mit mehr oderweniger künstlichen Mustern, und der Werth der-selben wird durch die Reichheit und Schönheit desMusters, durch die Feinheit des Fadens, die Mengeder Löcher auf einem gewissen Raume und dieSauberkeit und Genauigkeit der Arbeit bestimmt.Das Spitzenklöppeln ist jedoch in der neueren Zeittheils durch die genähten, theils und noch mehrdurch die gewirkten Spitzen sehr beeinträchtigtworden. Die ersteren bestehen aus Bobbinet oderSpitzengrund, in welchen spitzenähnliche Muster mitder Nadel eingenäht oder gestickt werden. Diese ver-fertigt man besonders im nördlichen Frankreich undBelgien, wo man sie im Allgemeinen Foints nennt;außerdem auch im sächsischen Erzgebirge und Voigt-lande, an einigen Orten in der Schweiz, in Ober-italien rc. Durch die in England gemachte Erfin-dung, die Muster vermittelst der Jacquardmaschinesogleich mit in den Spitzengrund zu weben, sindjedoch auch die genähten Spitzen großentheils ver-drängt worden und sie hat überhaupt eine großeVeränderung in die ganze Spitzenfabrikation ge-bracht. Man bringt auf diese Art fast alle Spitzen-muster hervor, ergänzt sie auch zuweilen mit derNadel, und da man überdies baumwollenen Zwirndazu verwendet, so können die gewirkten Spitzenungleich wohlfeiler hergestellt werden, als die ge-klöppelten , wodurch zu einer Menge gewöhnlicherVerwendungen die geringere Schönheit und Halt-barkeit reichlich ersetzt wird. Indessen ist das Spitzen-klöppeln , besonders in Sachsen und Böhmen, dochnicht ganz dadurch unterdrückt worden, denn theilsgibt die fast unverwüstliche Dauer den geklöppeltenSpitzen einen großen Vorzug vor allen anderenArten, theils können besonders reiche große Muster,unter denen der Spitzengrund fast verschwindet,durch das Weben nicht hervorgebracht werden. Diemeisten Maschinensätzen werden in England,Frankreich und Belgien verfertigt, in Deutschlandbis jetzt nur in Wien und in Lettowitz bei Brünn,nirgends aber im Zollverein. Auch eine Art starkerleinener Spitzen, die man hier und da besonderszur Verzierung der Bettüberzüge braucht und daherBett schnür oder Bettspitz en nennt, werdenbesonders in Böhmen noch viel geklöppelt, undähnliche Arten ordinärer schwarzer und weißerSpitzen von starkem Zwirne zum Besetzen vonKleidern und Kopfputz werden in mehreren Gegen-den von Sachsen, Baiern, Böhmen, Oberösterreich,Tirol, Krain, Ungarn rc. für den inländischen Be-darf verfertigt. Seit einigen Jahren sind von Frank-reich aus die s ch w a r z e n wollenen sogenanntenMohairspitzen aufgekommen, die aus feinem,glänzenden Mohairzwirne aus dem Haare der süd-amerikanischen Kameelziege geklöppelt werden. Sieähneln im Ansehen den schwarzseidenen Spitzen,haben einen sehr offenen Grund und große volle