Steinhäger Del
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Steinkohle
Steinkohlen finden sich in unmittelbarer Nähe dieserOrte; dem Thon wird feingemahlener Feuersteinund eine kleine Quantität in Zersetzung begriffenenGranits zugesetzt. Es ist meist weiß von Farbe,aber auch gelblich, braun, roth, schwarz rc. zuweilenauch mit farbigen Zeichnungen. Die Geschirre er-halten, wenigstens äußerlich, keine eigentliche Glasur,sondern nur einen schwachen, glasurartigen Ueber-zug, der durch Kochsalz und Potasche erzeugt wirdund die Schärfe der Formen nicht beeinträchtigt;auf der inneren Seite gibt man ihnen dagegen einewirkliche Glasur von Mennige, Feuerstein und beischwarzen Geschirren Braunstein. Eine vorzüglicheSorte des englischen Steinguts ist das sogenannteWedgwood, welches ein im Jahre 1731 inStafsordshire geborener Töpfer, Namens JosiahWedgwood erfunden hat und das noch jetzt indem von ihm gegründeten Flecken Etruria in denPotteries verfertigt wird. Es zeichnet sich sowohldurch eine außerordentliche Härte und Festigkeit, alsdurch Feinheit und Schönheit der Formen aus.Man verfertigt davon mehrere Arten unter beson-deren Namen, z. B. White China ist weiß undmatt; lasper oder Jaspisporzellan, weiß unddurchscheinend, dient besonders zur Nachahmungvon Kameen mit weißer Figur auf farbigem Grunde ;liamboo, gelb und wie gepflochtenes Rohr geformt;Itagaltes, schwarzgrau; Terra cotta, wie Porphyroder Granit gesteckt rc. — Achnliches Steingut wiedas englische wird auch an mehreren Orten inFrankreich, Deutschland rc. verfertigt, häufiger jedochdas gemeine Steingut, das meist weiß odergelb, zuweilen auch bemalt ist. Es wird gewöhnlichaus einem feinen Thone mit Zusatz von Quarz-sand, wenn dieser nicht schon darin enthalten ist,verfertigt und erhält eine, gewöhnlich mehr oder we-niger Blei enthaltende, durchsichtige Glasur. Eswird jedoch, wie schon erwähnt, von sehr verschiede-ner Art und Güte verfertigt; der Werth desselbenbesteht besonders in der schönen rein weißen Farbeund in der Festigkeit der Glasur, die so wenig alsmöglich vom Stahl der Messer bei Tischgeschirrenangegriffen werden darf. Das Gesundheits-oder Sanitätsgeschirr hat ganz bleifreie Gla-sur. Es gibt in Deutschland an sehr vielen OrtenSteingutfabriken, z. B. in Wien, Berlin, Frank-furt a. d. Oder, Hirschan in Baiern, Schrambergin Württeniberg, Rossen und Colditz in Sachsen,Belgern bei Torgan rc.
_ Steinhäger Qel ist Wachholderöl, das im DorfeSteinhagen im preußischen Regierungsbezirk Min-den verfertigt wird.
Steinharz, s. Dammar harz.
Steinhirse, s. Meerhirse.
Steinklee, blauer, wohlriechender, oderM eliloten- Bocks born, Nelilotus coe-rulea, eine auf den Gebirgen des südlichenDeutschlands, der Schweiz rc. wildwachsende undhin und wieder auch angebaute Pstanze, mit 2—3Fuß hohem, ästigem Stengel, länglichrunden, ge-zähnten Kleeblättern und langgestielten weißen,blaugeaderten Blumen, aus denen dicke, stacheligeHülsen mit 1 — 3 Samenkörnern entstehen. DasKraut, welches einen scharfen Geschmack und ge-trocknet einen starken Geruch bat, wird besonders zuKränterschnnpftabak und zu Verfertigung des grü-nen Kräuterkäses oder Schabziegers benutzt.
Steinklee, gelber, Melilotenklee, Ho-nigklee, Wunderklee, Nolilotus offici-
nalis, wächst ebenfalls in Gebirgsgegenden rnGräben, auf Steinschutt rc. in großer Menge, hatglänzendgelbe, knrzgestielte, in traubeuförmigenAehren stehende Blüthen und eirunde, runzligeHülsen mit 2 rundlichen Samenkörnern. Dieganze Pflanze hat einen eigenthümlichen, starken,balsamischen Geruch und einen schleimig bitteren,etwas scharfen Geschmack. Man braucht die Blüthenund auch die Blätter, blores und llerba Meliloti,in der Medizin, besonders zur Verfertigung des Me-lilotenpflasters, zu zertheilenden Umschlägen rc.,auch legt man sie zur Abhaltung der Motten zwi-schen wollene Kleidungsstücke.
Steinkohle oder m i n e r a l i s ch e K o h l e ist einbrennbares Fossil, welches wahrscheinlich organischenUrsprungs ist, da es zuweilen eine, wenn auch nurwenig deutliche holzartige Struktur zeigt und oftversteinertes Holz und Abdrücke verschiedener Pstan-zentheile enthält. Indessen ist sie jedenfalls vielälteren Ursprungs als die Braunkohle, welche wenigerfest ist und die Holzstrnktur viel deutlicher zeigt-Die Steinkohle ist nnkrystallinisch, besteht ausgroßen zusammenhängenden, derben Massen, dienur zuweilen eine schieferige oder körnige Abson-derung zeigen, ist schwarz, bräunlich oder graulichvon Farbe, völlig undurchsichtig, fett- bis glasglan-zend, hat einen muscheligen oder unebenen Bruchund ein specifisches Gewicht von l,i 6 bis l^g. Swbrennt mit heller, rußender Flamme und meist mitviel Rauch, entwickelt dabei einen bituminösen oderschwefcligen Geruch und läßt eine schwere, graulicheAsche zurück. In verschlossenen Gefäßen erhitzt,liefert sie brennbares Gas, das aus gekohltem Wasser-stoffgas, Steinkohlenöl- und Theerdämpfen bestehtund gehörig gereinigt als Leuchtgas verwendet wird.Sie findet sich meist in sehr ausgedehnten Lagernvon sehr verschiedener Mächtigkeit, gewöhnlichzwischen Schichten von Kohlensandstein und Schiefer-thon, die mit den Steiukohleuschichten abwechseln.Die Steinkohlen zeigen in Bezug auf Farbe, Glanz,Festigkeit, Brennbarkeit, Heizkraft rc. mancherleiVerschiedenheiten, die meist von ihrem größerenoder geringeren Gehalt an Erdharz und erdigenTheilen herrühren. Selbst an einem und demselbenFundorte sind sie oft von sehr verschiedener Quali-tät, und besonders sind die oberen Schichten in derRegel von geringerer Güte als die tiefer liegenden.Man unterscheidet daher mehrere Arten derselben,j von denen folgende die wichtigsten sind: 1) Pech"kohle ist schwarz, stark glänzend, hat einen voll-kommen muscheligen Bruch und gibt einen bräun-lichschwarzen, glänzenden Strich. Sie findet sichbesonders in Schlesien, Sachsen, Baiern, Württem-berg, der Rheinprovinz und Schottland. Eine vor-züglich glänzende, dichte und schön schwarze Artderselben wird Gagat (s. d.) genannt. 2 )Kaneel-kohle, Kännel- oder Fackelkohle ist zwischensammt- und granschwarz von Farbe, schwach fett"glänzend, mit flach muscheligem bis ebenem Bruchs'zerspringt leicht in würfelige Stücke, brennt nutgroßer, Heller, leuchtender Flamme und hat einenrein schwarzen, glänzenden Strich. Sie gibt vielbrennbares Gas und ist überhaupt eine der beste»Kohlenarten. Man findet sie besonders in einige«Gegenden Englands und Schottlands. 3) Grob-kohle, granlichschwarz bis pechschwarz, dickschieferlg,mit unebenem, grobkörnigem Bruche, wenig glän-zend , gibt einen etwas glänzenderen Strich «nein schwarzes Strichpnlver. 4) Schief er kohle,