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Zweiter Band.
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Steinpappe

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Stereoskope

den starken, üblen Geruch des Schieseröls oder Pho-togens. Die Verwendung des Erdöls ist eine sehrMannigfache und nimmt von Tag zn Tag zu.Man benutzt es Gas daraus zu bereiten, Parasfin,Benzol und andere ätherische Oele, wie es auch zuvielen anderen technischen Zwecken dient. Besondersrühmt man seine Verwendung als Maschinen-schmieröl, da es nicht ranzig wird und nicht aus-trocknet. Auch wird es die Steinkohlen zu ersetzen'm Stande sein, indem man Dampfmaschinen damitheizt. Aus Röhren werden in den Feuerraumseiuste Tropfen dieses Oelcs gespritzt, die, wenn siemeinten eine sehr intensive Hitze geben und so langewrtbreunen, als der Oeizufluß dauert; auch hat be-reits ein erfinderischer Ingenieur einen Ofen con-struirt, in welchem es, wenigstens an solchen Orten,wo es billig bezogen werden kann, mit Vortheilund ohne Belästigung durch seinen Geruch gleich-zeitig zur Erwärmung und Beleuchtung des Wohn-zimmers benutzt werden kann. Sehr wichtig ist fer-ner ein vorn Professor Bigelow entdecktes, darausgewonnene, neue Produkt, das Keroselene (einName, den man auch öfter dem Steinöl selbst gibt),welches auf der Londoner Ausstellung 1862 großesAufsehen erregte. Es ist ein Stoss, der wie Chloro-form gebraucht wird, und die Eigenschaft, Schmer-zen zu stillen und zu betäuben noch in höheremGrade wie jenes besitzt. Das spec. Gew. des ge-reinigten Steinöls ist von 0, öl —0, 83 . Der Handelmit diesem Naturprodukt ist schon jetzt von dergrößten Wichtigkeit geworden und wird wegen dergroßen, ausgedehnten Verwendbarkeit desselben sichnoch bedeutend steigern. Wegen der Feuergefährlich-keit sollte man in den Lagerhäusern für Ventilationsorgen; bei dem Brennen ist aber danach zn sehen,daß die Lampen unbeschädigt sind und das Füllenderselben nur bei Tage geschieht.

Steinpappe ist eine aus Papierteig und Sandbestehende feste Masse, aus der man jetzt allerhandFiguren, Ornamente, Spielsachen u. dgl. in großerMannichsaltigkeit verfertigt. Sie wird in Formengepreßt und ist nach dem Erhärten so fest wie Stein;lie wird dann verschiedentlich angestrichen, mar-morirt, bronzirt, vergoldet rc., und hat ganz dasAnsehen eines feinen Steins oder Stucks. InFrankreich wird dieser Industriezweig jetzt in großerAusdehnung betrieben, in Deutschland besondersin Berlin, Wien, Nürnberg rc., und für Spiel-waaren in Sonnenberg und im sächsischen Erz-gebirge. — Außerdem versteht man unter Stein-pappe auch eine ähnliche Masse aus Papierteig,eisenhaltiger Erde und Oel, die in dünne Platten,wie die gewöhnliche Pappe, geformt ist und zuDachbedeckungen verwendet wurde, was aber seltenMehr geschieht. Auch das schwarze Schieferpapier's- Papier) wird zuweilen Steinpappe ge-nannt.

Steinpilz oder Herrenpilz, Eoletusedu-üs, ein häufig in Nadelwäldern wachsender, sehrwohlschmeckender Pilz mit rothbraunem, glattem,dickem, sehr gewölbtem Hute, einer erst weißen unddann blaßgelben Röhrenschicht und weißem Fleische.Er wird frisch und wie Champignons eingemachtgegessen; in Scheiben geschnitten und getrocknetkann man ihn lange aufbewahren.

Steinsalz, s. Salz.

Steinsamen, s. Meer Hirse.

Steinwein, s. Franken weine.

Steinwurzel, s. Odermennig.

Stekan oder S t e ch k a n u e, ein Maß für Thranin den Niederlanden und in Hamburg; s.diese Artikel.

Stellgeschäft, s. Staatspapiere.

Stellzettel , s. A n w e i s u n g.

Stempelfarbe, eine Farbe, welche auf Tuch ge-bracht und von da ab auf die Stempel gedruckt wird.Die beste, schwarze kommt aus Paris; eine ganzähnliche Farbe liefert folgende Vorschrift: 2 Ge-wichtstheile Berlinerblau werden mit 3 TheilenKieuruß und so viel Ochsenklauen fett angerieben,daß das Ganze eine breiige Masse bildet. Im Noth-still kann auch Olivenöl dazu genommen werden.Sie wird bei Postanstalten rc. verwendet.

Stempelpapier ist ein nach landesobrigkeitlicherVerordnung mit einem Stempel versehenes Schreib-papier, welches für die schriftliche Ausfertigung undVerhandlung rechtlicher Geschäfte und für die Ein-gaben an öffentliche Stellen oder Behörden vor-geschrieben ist, und für dessen Stempelung einegewisse Summe bezahlt werden muß. Es ist dießeine indirecte Steuer, die zuersNm 17. Jahrhundertin Holland, Frankreich und Spanien, bald aberauch in einigen deutschen Staaten eingeführt wurde.Zm Durchschnitt ist die Stempelgebühr eine schwereBelästigung des Verkehrs und hat in vielen Fällendie Wirkung einer ungerecht sich vertheilendeuSteuer. Die Bezeichnung des Stempelpapiers ge-schieht in der Regel an dein oberen Theile des Bogensoder Blattes. Sein Nichtgebranch wird mit eineroft sehr empfindlichen Geldstrafe geahndet, seineVerfälschung und fälschliche Nachmachnng aber wiejedes andere Fälschnngsverbrechen bestraft.

Stephanskörner oder Läusek örner, SemenStaphidis agriae, die Samenkörner des imsüdlichen Europa wild wachsenden und bei uns inGärten gezogenen Step Hans krauts oder Läu-se rittersporns, Delphinium Staphisagria, einer2' hohen Pflanze mit großen bandförmigen, stumpf-gelappten Blättern, und schönen blauen, in Trau-ben stehenden Blüthen, deren Samen zur Vertrei-bung des Ungeziefers, unter Läusesalbe rc. gebrauchtwerden. Sie sind länglichrund, unregelmäßig drei-seitig, etwa 5 Linien lang und 1 Linie dick, mit Ver-tiefungen und netzförmig erhabenen Linien, außenschwarzbraun, und enthalten einen gelbbräunlichenfetten Kern. Sie haben einen schwachen, aber un-angenehmen Geruch und einen unerträglich bitteren,ekelhaften , zuletzt brennend scharfen Geschmack, be-täuben die Fische wie die Kockelskörner und ent-halten ein giftiges Alkaloid, das Delphin in (s. d.)und das Staphisagrin (ein nicht krystallinisches,sehr scharf schmeckendes Alkaloid), außerdem Fett,Oel, Extractivstoff, Stickstoff u. s. w.

Stephansstein, s. Calcedon und Karneol.Steppenfuchs, s. Corsakfelle.

Steppgarn nennt man ein feines weißes Leinen-garn, welches zum Ansnähen und Sticken von Ba-tist, Cambrik, Spitzengrund rc. gebraucht wird.

Stere heißt die Einheit des französischen Brenn-holzmaßes; s. Frankreich.

Stereoskope sind optische Instrumente, durchwelche 2 Bilder, welche denselben Gegenstand dar-stellen , unter einem Seh-Winkel dem Auge vorge-führt werden, so daß diese Bilder sich gegenseitigdecken und nun wie ein erhabener Körper, also inplastischer Gestalt, dem Auge erscheinen. Die Ste-reoskopen sind verschieden eingerichtet. Ein solchesmit Planspiegeln wurde von Wheatstone 1838 er-