Sterlett
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Stettin
funden, es ist jedoch nicht sehr viel in Gebrauch ge-kommen. Dagegen ist das Stereoskop, von Brewster1850 erfunden, weit verbreitet. Es dient haupt-sächlich für Photographische Bilder, aber auch fürGlas und Papierbilder; diese können nun von leben-den Personen, Statüen, Gegenden, entworfen sein,Genrebilder, Familienscenen und dergleichen dar-stellen, immer machen sie auf den Beschauer denEindruck, als ob sie erhaben, verkörpert vor ihmstehen. Die Industrie in Paris besonders beschäftigtsich damit, solche Bilder in größester Mannigfaltig-keit zu liefern. Das von Dove 1851 bekannt ge-machte Stereoskop dient besonders dazu, um falschesPapiergeld zu erkennen. Wird ein solcher echterund falscher Schein neben einander gelegt, so deckensich die Reihen und Buchstaben nicht vollständig.Es entsteht also ein unreines Bild. Bei 2 echten,oder 2 falschen Scheinen aus der gleichen Fabrik istjedoch die Deckung völlig geregelt. Die Stereoskope,welche man bei allen Optikern findet, haben auch aufdas Mikroskop Anwendung gefunden, und man hatdoppelröhrige Mikroskope nach diesen Grundsätzenangefertigt.
Sterlett, Accipenser Ruthenus, ein zumStörgeschlecht gehörender, im kaspischen Meere, derWolga, dem Ural rc., zuweilen auch jin der Ostseeund im mittelländischen Meere lebender Fisch von3—4 Fuß Länge, gepanzertem, oben und untenplattem Kopfe und 3 Reihen Buckel längs des Kör-pers. Er wird wegen seines schmackhaften Fleischesund seines Rogens, der sehr guten Kaviar gibt, ge-fangen, und in Italien bereitet man aus dem Rück-grade eine Delikatesse, welche Maronna genanntwird.
Sterlingvaluta heißt die in England gültigeMünzwährung; s. G r o ß b r i t a n n i e n.
Sternanis oder Badian, Leinen Anisistellati oder Semen Radianum, ist die Fruchtdes in China, Japan, auf den Philippinen rc. wach-senden immergrünen Sternanisbaumes, vonder Höhe des Kirschbaumes, Illieium anisatum. Essind graubraune, eiförmige, spitzige, holzige Kapseln,von denen gewöhnlich acht am Grunde zusammen-gewachsen sind, so daß sie einen regelmäßigen Sternbilden; jede Kapsel enthält einen hellbraunen, platt-gedrückten, glatten, öligen Samenkern. Die ganzeFrucht hat einen, dem gemeinen Anis völlig ähn-lichen, aber milderen und angenehmeren Geruch undGeschmack, wird auch zuweilen ebenso wie dieser inder Medizin, häufiger jedoch zur Likörfabrikationund auch als Gewürz bei der Bierbrauerei gebraucht.Er kommt aus China oder Ostindien in Kisten von130 Pfd. und muß von lebhaft brauner Farbe, nichtsehr zerbrochen und nicht dumpfig sein. Das inOstindien und China aus den sehr ölreichen Kapselnund Kernen gewonnene ätherische Oel, welcheso st indisches Anisöl, Oleum Anisi stellati, ge-nannt wird, ist gelb von Farbe, im Geruch undGeschmack dem Samen stleich und wird auch wiedieser benutzt. Auch ist rn dem Sternanis Anis-säure und Anisöl enthalten, wie Harz, Gummi,Fett, Extractivstoffe, Stärkemehl und verschiedeneSalze. Früher wurde auch die Sternanis-rinde <s. Anisrinde) in der Medizin gebraucht.
_ Sterndistel, Sternflockenblnme oder C al-citrappe, Caleitrappa stellata oder Cen-tauren Calcitrappa, eine einjährige Pflanzemit purpurrothen Strahlenblüthen und weißerScheibe, die im Orient und im südlichen Europa
besonders in der Nähe von Salzquellen und amMeeresufer wächst. Das Kraut, die Wurzel undder Samen wurden früher in der Medizin ge-braucht.
Sternfedern werden die Eiderdunen zuweilengenannt.
Sternkraut, s. Einbeere.
Sternleberkraut, s. Waldmeister.
Sternpagode, frühere Goldmünze in Ostin-dien; s. d.
Stero (— Stere), Einheit des Brennholz-maßes im Königreich Italien.
Stettin, die Metropole des preußischen See-handels, nächst Hamburg der bedeutendste Platz iuDeutschland und die größte Stadt Pommerns, isteine Festung, zürn größten Theile, mit Ausnahmeder beiden Lastadien und der angebauten Silberwiese,an der linken Seite der in vier Arme getheilten Odergelegen, hat sich hinsichtlich seiner äußeren und com-merziellen Gestaltung in den beiden letzten Dezennienwesentlich verändert und gehoben. Die Entstehungder Neustadt und die vielfachen Bauten außerhalbder Festung, deuten auf eine schnelle Zunahme derBevölkerung hin. Mit Einschluß sämmtlicher Bor-städte zählt Stettin 74,000 Einw. Der Hafen ist,soweit es die Oertlichkeit gestattete, erweitert und dasFlußbett der Oder unterhalb der Stadt verbreitertund vertieft. Von öffentlichen Gebäuden sinddas königliche Schloß, die Börse und das Zeug-haus , von Handelsinstitutionen das See - undHandelsgericht, die Handelskammer (Vorsteheramtder Kaufmannschaft) zu erwähnen. An Bildungs-anstalten ist dass Gymnasium, die Friedrich-Wil-helms-Schule, 3 höhere Töchterschulen, die Ge-werbeschule und die Steuermannsschule, letzterein dem nahe gelegenen Grabow, vorhanden.Eisenbahnen führen nach Berlin, Cöslin, Col-berg, Posen und mit Berührung von Pasewalk,Anclam, Greifswald nach Stralsund. — Von com-merzieller Seite hat man wahrgenommen, daß derSpeditionshandel seit Aufhebung des Sundzolles(14. März 185)7) von größter Wichtigkeit für denhiesigen Platz geworden ist, und wenngleich er sichwesentlich auf Kosten des Proprehandels ausgedehnthat, so liegt doch dies zu sehr in der Natur der mo-dernen und allseitigen Beschleunigung der Coinmu-nicatioueu und möglichster Freiheit der Bewegungberuhenden Verkehrsentwickelung begründet, als daßhieran etwas zu ändern wäre. Andererseits bietetauch der sich mehrende Speditionshandel allen übri-gen Handelszweigen die erheblichsten Vortheile, schonweil die von ihm bewegten Gütermasfen die sichersteGrundlage für die Regelmäßigkeit des Verkehrs ausden wichtigsten Routen bilden. Es wurden im 3 '1861 von den wichtigsten Speditionsartikeln einge-führt: 200,730 Ctr. rohe Baumwolle, 164,278 Ctr.baumwollen Garn (Twiste), 5322 Ctr. baumwollneWaare, 437,602 Ctr. Roheisen, 74,515 Ctr. grobeGnß- und geschmiedete Eisenwaaren, 16,604 Ctr.Stahl, 55,246 Ctr. faconnirtes Eisen, 62,894 Ctr.Flachs, Hanf und Hede, 14,058 Ctr. LeinengMll12,091 Ctr. rohe Leiuewaud u. Segeltuch, 13,790 Ctr.Wolle, 8396 Ctr. Wvllengarn und 86,438 Ctr. Soda-Die hauptsächlichsten Einfuhrartikel sind:ringe, russische und schwedische Produkte, Eisen unEisenwaaren aus England und Schweden, Colomai-waaren aller Art, besonders Kaffee, Reis, Südfrnchljlevantische Produkte, Wein, Gewürze, Oele, über-haupt Fettwaaren aller Art, Potasche, Salz, Stell -