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Zweiter Band.
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Stettin

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Stettin

kohlen und in neuerer Zeit Twiste in bedeutendenMengen. Werden chemische Fabrikate, baumwollenGarn, Anis, Kümmel, Felle zur Pelzwerkbereitung,Hopfen, Leder aller Art, Leinengarn, Lichte, alleEolonialwaaren mit Ausnahme von Wein, Oel inFässern, gefärbte Seide und weißes wollenes Garn«t die Zolltransitläger aufgenommen, so wird beischließlicher Abwickelung einer Post durch Heraus-nahme aus der Niederlage ein Zollerlaß für dasdurch Eintrocknen und Einzehreu und Verdunstenentstandene Mindergewicht von den Hauptzollämternois zu 2%, von den Directivbehörden bis zu 3»/»Rwährt. Ausgeführt werden besonders seewärts:Getreide, Hülsenfrüchte, Branntwein «meistens gegenAusfuhrbonification) Holz, Rüböl, Oelkuchen, Zinkund Luinpen. Der Einfuhrhandel würde bei weitemgrößere Dimensionen annehmen, lasteten nicht sobeschwerliche Zollformalitäten auf ihm; aber hem-mender als diese ist, daß die Einfuhrzölle zu reinstrohibitiveu sich umgestaltet haben. Die Dampf-schifffahrt hat die Segelschifffahrt schon jetzt überholtund es dürfte die Zeit nicht fern sein, wo die Nord-mid Ostsee ausschließlich von ersteren befahren wird.Die stete Zunahme der Bevölkerungen in den ver-miedenen industriellen Ländern und die immer nähertretenden Beziehungen der Bölker zu einander, wer-den auch eine schnellere und bestimmtere Communi-oation fordern. Es gehen jetzt Dampfer nach Lon-don, Hüll, Liverpool, Leeth, Amsterdam, Rotterdam,Kopenhagen, Gothenbnrg, Stockholm, Memel, Riga,Petersburg, Danzig, Königsberg, Stralsnnd, Greifs-tvald, Putbus, Stolpmünde und andere Plätze, wäh-rend Stettin im I. 1844 nur eine Postdampfschiff-mhrt nach Stockholm, Kopenhagen und Kronstadtbesaß und später erst eine unbedeutende Flußdampf-schifffahrt, eine unerhebliche^Küstendampfschifffahrtnach Königsberg und eine >DchleppdainpfschisffahrtMischen hier und Swinemünde unterhielt. AmP Januar 1862 umfaßte die Stettiner Rhederei4)1 Seeschiffe, inet. 39 Dampfschiffe, mit 29,386lasten. Große Seeschiffe, die über 15 Fuß Tief-stang haben, können nicht bis an die Stadt gelangen,sondern müssen in Swinemünde, einer Stadt von6000 Einw. auf der Insel Usedom an der Mündungder Swine, einem der 3 Ausflüsse des von der Odergebildeten Haffs, entlöscht oder gelichtet werden.^ Jahre 1861 kamen in Swinemünde ein:Seeschiffe fremder Flagge 1152 mit 118,875 Lasten,„ Prenß. „ 1417 „ 153,114 „

Außerdem 487 Küstenfahrer mit 7,130 „niib 52 Postdampfschiffe. Ausgegangen sind:Seeschiffe fremoer Flagge 1174 mit 116,531 Lasten,^ " Prenß. „ 1281 „ 140,227 .,

Außerdem 734 Küstenfahrer mit 10,977 ,,

und 52 Postdampfschiffe. Unter fremder Flaggennd eingekommen: 476 britische, 96 hanseatische,dänische, 82 norwegische, 62 hannoversche,67 niederländische, 25 schwedische, 21 mecklen-burgisch^ 18 französische, 9 russische , 7 olden-^st^Psche, 4 belgische, italienische u. amerikanische. —auf Grund der zollamtlichen Listen ermittelte^Oarnmtgewicht des hiesigen Imports vom Aus-/!sde betrug im Jahre 1861: 6,921,923 Ctr. gegen«'s'4,228 Ctr. im I. 1860. Der Werth belauft? 45,673,597 Rthlr. gegen 26,478,178 Rthlr.

al! nr^^oo. Bei den hier vertretenen Assekurauz-^^stlchaften wurden im I. 1861 gegen Seegefahrversichert 70,736,732 Rthlr., gegen Stromgefahr'014,826 Rthlr. Neben dem Handel ist auch

die Fabrikindustrie nicht unbedeutend, denn es gibthier ansehnliche Fabriken von Maschinen, Rüben-zucker, Stärke, Seife, Knochenschwarz, Kunstdünger,Chemikalien, musikalischen Instrumenten, Tapeten,Hüten, Tauwerk; ferner Ankerschmieden, Schiffs-werfte, Korkschneidereien, bedeutende Branntwein-brennereien und Liquenrfabriken und Bierbrauereien.Die Zuckersiedereien sind bis auf die alte pommerscheeingegangen, wozu besonders der auf indischen Roh-zucker gelegte Schutzzoll von 4% Rthlr. pro Centnersein gutes Theil beigetragen hat.

Wechselcourse. Diese werden hier wie inBerlin notirt.

Banken und Handelsanstalten. Es be-findet sich hier die ritterschaftliche Privatbank vonPommern, deren Stammkapital 2 Mill. Thlr. in4000 Actien beträgt, die mit 4»/g verzinst werdenund außerdem eine Dividende erhalten. Sie machthauptsächlich Diseonto-, Leih-, Contocorrent- undDepositengeschäfte und gibt Banknoten zu 20, 40,50 und 100 Thlr. im Betrage von 1 Mill. Thlr.aus. Stettin hat ferner ein Provinzialeomptoir derBerliner Hanptbank, eine Provinzialhülfscasse fürdie Provinz Pommern, eine Börse und ist der Sitzzahlreicher Bersicherungs-, Dampfschifffahrts- undanderer Actiengesellschaften und Handelsanstalten. —Jährlich wird hier 3 Tage lang vom 18. bis 20. JuniWollmarkt gehalten, der gewöhnlich schon am erstenTage beendigt ist und in letzter Zeit viel an seinerGroßartigkeit eingebüßt hat.

Platzgebräuche. Die Zahlnngsweise beiWaaren ist 3 Monat Accept pari oder per Oassamit Abzug eines vorher zu vereinbarenden Diseonto.Die Bestimmung der Zahlnngsweise steht nur demVerkäufer zu. Wenn Zahlungen in fremder Valutazu leisten sind, so ist die Reduetion in PreußischerSilberwährung zu demjenigen Course zu berechnen,welcher am Tage der Uebergabe der Waare an derBörse für Wechsel aus „kurze Sicht" notirt worden.Bei Frachtgeldern in fremder Valuta gilt derselbeCours als Maßstab und zwar derjenige, welcher amTage der vollständigen Entlöschung des betreffendenSchiffes an der Börse notirt worden ist. Im Pro-duktenhandel (und dies ist auch im Wechsel- undEffeetenhandel der Fall) verstehen sich die Preisegegen baar ohne Abzug. Bei Verkäufen per Casseist der Verkäufer berechtigt, sofort nach Ablieferungeines Theils der Waaren oder Produkte Zahlungdes Kaufgeldes zu fordern, sobald das Kanfgeld fürden abgelieferten Theil die Summe von 100 Thlr.erreicht, und bis zur erfolgten Zahlung die weitereAblieferung auf Kosten des Käufers zu sistiren.Die meisten Gewichtswaaren werden pr. Centner;Kaffee, Droguen, Zimmt und Zimmtblüthen, Nelken,Maeis und Maeisnüsse, Cardamomen und Buenos-Ayreshäute pr. Pfund; grüne oder schwarze Seife,brauner Wallfischthran, blanker und brauner Thran,Kopenhagener 3Kronenthran, Heringe, Steinkohlen-theer und Steinkohlenpech pr. Original-Tonne;Südseethran pr. Centner; Wein, Rum und Arak,präparirte Branntweine, Liquenrs nach Oxhostenzu 6 Ankern ä 42 bis 44 Flaschen (zu ^ Quart),Rheinwein auch nach der Ohm ö.2 EimernL2 Ankernverkauft. Rum und Arak kauft man im Großhandelgewöhnlich für 30 Viertel (— 1 Oxhoft oder 1 Bor-deaux-Barrique), die fest — 192 prenß. Quart ge-rechnet werden; Jamaiea-Rnm mitunter auch nachdem engl. Jmperial-Gallon, wofür mau fest —4 Quart rechnet, und Batavia-Arak nach dem franz.