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Zweiter Band.
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Stickmuster

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Stinkthierftlle

und Nähterinnen, und allein gegen 20 Zeichner fürdie Muster, welche in einer großen Druckerei ver-mittelst Walzen mit einer leicht vertilgbaren Farbeauf den Musselin gedruckt werden. — Das Stickenvver vielmehr Ausnähen von bunten Mustern inKannevas oder Stramin mit Wolle, auch Ta-pisserie genannt, wird an einigen Orten, nament-lich in Berlin, Leipzig rc. ebenfalls fabrikmäßigbetrieben. — Man verfertigt daselbst auch an ge-fangen eStickereien oder Tapisserien, vondenen nur ein Viertel oder ein anderer, das ganzeMuster enthaltender Theil ausgeführt ist, nach wel-chem das Uebrige leicht nachgeahmt werden kann. —Ueber die Stickereien in Spitzengruud s. Näh-w aare.

Stickmuster für die bunten Stickereien in Stra-min, sintz ein nicht unwichtiger Fabrikationsartikelbesonders in Berlin geworden, das sie in der ganzenWelt versendet. Die Grundlage der Muster sindkleine Vierecke, in denen die verschiedenen Farbendurch besondere Zeichen angegeben sind und die ver-mittelst Zinkplatten auf das Papier gedruckt wer-den, worauf man die Farben mit dem Pinsel auf-trägt. Auch werden dergleichen unausgemalteverkauft, damit man beim Sticken die Farbe selbstwählen kann, sowie auch solche zum Sticken einfar-biger Muster, welche in den kleinen Vierecken nurdurch Punkte angegeben sind. Zur Plattstickereiwerden ausgestochene Muster vermittelst einerSchablonenstechmaschiue in Planen im Voigtlande,in der Schweiz, in Württemberg rc. verfertigt.

Sticknadeln sind feine, zum Sticken gebrauchteNähnadeln, welche zuweilen 2 oder 3 Oehre übereinander haben, damit man mit mehreren Fädenverschiedener Farbe zugleich sticken kann.

Stickstoff, Azot, Salpeterstoff, Xitro-genium, gehört zu den Elementen, ist ein gas-förmiger Körper, der einen Theil der Luft bildet,in der er zu 7s enthalten ist. Man kann ihn ausder Lust gewinnen, indem man ihn von dem Sauer-stoff derselben trennt. Er ist als Gas farblos, ohneGeruch und Geschmack; man hat ihn bei einemDruck von 50 Atmosphären und 110 0 Kälte nochnicht verdichten können. Mit dem Sauerstoff gibt erverschiedene Verbindungen. 1) Zu gleichen TheilenSauerstoff und Stickstoff bildet er das Stickstoff-oxydul, ein Gas, bei dessen Einathmung einleichter Rausch entsteht, das man deshalb Lustgaögenannt hat. Es hat, wofern es nicht durch Chlorverunreinigt wird, keinen nachtheiligen Einfluß undwird öfter als Heilmittel bei Melancholie angewendet.Man kann es bei einem Druck von 40 Atmosphärenzu einer Flüssigkeit zusammenpressen, die farblos,sehr beweglich ist, und auf den Körper gebracht,eine Wunde, wie eine Brandwunde verursacht.2) Mit zwei Atomen Sauerstoff entsteht das S t i ck -stoffoxydgas, welches gleichfalls farblos ist, ander Luft braune Dämpfe von sich gibt. Man kannes nicht einathmen. 3) Mit 3 Atomen Sauerstoffentsteht aus dem Stickstoff salpetrige Säure.4) Mit 4 Atomen Sauerstoff die Unter salpet er -säure, und 5) mit 5 Atomen Sauerstoff die Sal-petersäure, die in besonderen Artikeln abgehan-delt sind. Auch mit dem Wasserstoff verbindet sichder Stickstoff in 4 verschiedenen Verhältnissen, vondenen die wichtigste Verbindung das Annuoniak ist,bei'dem auf 1 Atom Stickstoff 3 Atome Wasserstoffkommen. Außerdem verbindet er sich mit Phosphor,Chlor, Jod, Kohlenstoff, und mit letzterem zu dem

wichtigen Cyan. Aus den Verbindungen mit denMetallen gehen die Stickstoffmetalle hervor. DerStickstoff ist durch seine Verbindungen für die Tech-nik und Chemie gleich wichtig geworden. Sollte esgelingen, denselben, wie Versuche dazu in Frank-reich gemacht sind, ihn während des Regens ausder Luft auf die Felder niederzuschlagen und dadurchdie Pflanzen zu düngen, so würde dies eine völligeUmgestaltung des Ackerbaues zur Folge haben.

Stickwurzel, s. Gichtrübe.

Stiefmütterchen, dreifarbiges Veilchen,Dreifaltigkeitsblnme, Viola trieolor,eine bekannte, auf trockenen Wiesen rc. wildwach-sende und durch die Gartenkultur sehr veredeltepereynirende Pflanze. Der Stengel ist eckig, kahl,das Blatt länglicht rund, zahnartig gekerbt, derKelch 5theilig, die Blumenkrone unregelmäßig. DasKraut der wildwachsenden mit den Blumen wirdgetrocknet unter dem Namen Ilerda Viola« trioo-loris, Trinitatis ober Jaceae in den Apotheken ge-führt und der Absud als purgirendes, urintreibendesund brechenerregendes Mittel gegen verschiedeneKrankheiten gebraucht.

Stiege oder Steige nennt man in mehrerenLändern eine Anzahl von 20 Stück.

Stiegenleinen oder Stiegen werden beson-ders im Hannöverschen und in Westphalen ordinättrohe Leinen genannt, deren Einschlag gewöhnlichvon Heedegarn ist, und die in Stücken von 120 Ellengewebt und dann in Stiegen von 20 Ellen zer-schnitten sind.

Stielpseffer, s. C »beben.

Stifte, s. D r a h t st i f t e.

Stil de gram, f. SBeergelb.

Stille Gesellschaft, s.Handelsgesellsch a s t-

Stillistearin , eine dem Stearin ähnliche Masse,welche aus den Früchten der Stillingia sebifera ge-wonnen wird. Es ist eine Art Pflanzentalg, nichtsehr fett, von O.gi» spec. Gew., ohne Geruch unpGeschmack. Aus ihm wird durch Verseifungpw

Stillistearin säure in seidenglänzenden Blätt-

chen gewonnen.

Sting oder Stink, s. Stint.

Stinkasant, s. Teufelsdreck.

Stinkblmne, s. Ringelblume.

Stinkmelde oder H undsmelde, Chenop°'dium oli.dum oder vulvaria, eine an Manerltund Zäunen wachsende Pflanze mit langgestielten,abgerundet rautenförmigen Blättern und in deaBlattwinkeln stehenden, einen kurzen Schweif bil-denden Blütenhäufchen. Die ganze Pflanze ist w>ebereift und verbreitet beim Zerdrücken einen widrr-gen, heringsartigen Geruch. Man braucht sieEngland gegen hysterische Zufälle, ,was auch frühesin Deutschland geschah, und bereitet aus dem in^Zucker versetzten Safte einen Sirup, Lirupus Oll«'nopodii olidi.

Stinkthierfelle , Skunkfelle oder Muffel-ten, von dem in Mexiko und dem südlichen Theilvon Nordamerika lebenden amerikanisch^S t i n k t h i e r e oder Skunk, Viverra oder Mep“7tis putorius, von der Größe des Iltis, das in z^-'Afterdrüsen eine unerträglich stinkende Feuchtigk"

! absondert. Das Fell ist schwarz oder sehr dunke-braun, mit zwei oder mehr weißen Streifen längder Seiten; der unangenehme Geruch, den es a 'fangs hat, verliert sich nach und nach und es gtz'ein ziemlich gutes Pelzwerk. Es kommt aus Canaound den Vereinigten Staaten nach Europa.