Band 
Zweiter Band.
Seite
611
JPEG-Download
 

611

Stockholm

Stint

.Stint, Stink, Sting, Alander, Spie-ring, Salmo ober Osmerus Eperlanus, ein3—4 3oII langer, silbergrauer Fisch mit spindel-förmigem, fast durchsichtigem Körper, der in nörd-lichen Landseen und Teichen lebt, und obgleich ereinen unangenehmen Geruch hat, wegen seineswohlschmeckenden Fleisches häufig gegessen, auch un-gesalzen und getrocknet versendet wird. Der Meer-stint oder Seestint, Lalmo oporlauo - mariuus,Wird bis gegen 1 Fuß lang und kommt aus der SeeMr Laichzeit in die Flüsse.

Stipites Dulcamarae, s. Bittersüß.

Stipites Jalappae, f. Jalappenwurzel.Stockfisch, s.Kabliau.

Stvcksischholz, s. Roth holz.

^Stockholm, die Hauptstadt des KönigreichsSchweden, liegt theils auf Inseln und Halbinseln,theils auf dem Festlande am Ausflusse des Mälar-fees in die Salzsee, wie man hier die Ostsee gewöhn-lich nennt. Beide Gewässer werden mittelst einer,anstatt einer früheren unzureichenden, 1851 er-bauten Schleuse mit einander in schiffbare Verbin-dung gesetzt. Stockholm hat eine ungemein reizendeund vortheilhafte Lage. Im Westen gewährt der über16 Meilen lange, buchten- und inselreiche (gegen1300 Inseln), von fruchtbaren und wohlbevölkertenLandschaften umgebene Mälar, der überdies nochmit dem ebenfalls bedeutenden Hjelmar durch denHjelmarkanal und mit dem Barken durch denStrömsholmskanal verbunden ist, einen bequemenWasserweg tief in das Innere des Landes, der auchnicht allein von Segelfahrzeugen, sondern auch zuünem regelmäßigen und lebhaften Verkehr durchDampfschiffe mit den an diesen Gewässern liegenden12 Städten und anderen Ortschaften benutzt wird.Bei Södertelge verbindet ein Kanal den Mälar mitder Salzsee, und dieser Wasserweg wird, als be-deutend kürzer in Vergleich mit dem äußern, starkbenutzt zur Communication mit den im Südenliegenden Ortschaften. Im Osten der Stadt Stock-holm, ja recht im Mittelpunkte derselben, ist der ge-räumige , tiefe, sichere, durch hohe Berge und Felsengegen alle Winde geschützte Seehafen, dessen dreiHinfahrten, von Furusund im Norden, Sandhamnw der Mitte und Landsort im Süden zwar langfind und Schwierigkeiten darbieten, indem die Segel-schiffe wegen der vielen Krümmungen beinahe alleWinde nöthig haben, die aber durch die Benutzungder vorhandenen Bugsir-Dampfschiffe leicht über-wunden werden. Die einzige Vertheidigung diesesHafens bildet jetzt die Citadelle Waxholm, auf einerMlseninsel 2 schwedische Meilen von Stockholm. —Stockholm, 1863 mit 124,700 Einw-, hat Eisen-bahnen nach Gothenburg, Malmö und Upsala, istder bedeutendste Fabriks - und Handelsplatz Schwe-dens , ersteres jedoch nicht unbedingt in allen Gegen-ständen. Die Stadt ist im Ganzen gut gebaut, mithohen und massiven Häusern; in der eigentlichen^tadt, dem Mittelpunkte deö Ganzen, sind die^waßen eng und krumm, in den bei weitem be-deutenderen Vorstädten dagegen breit nnd regel-mäßig; poch gibt es in den entlegneren Theilen der-selben immer noch unansehnliche hölzerne Häuser,^ re n Zahl jedoch mit jedem Jahre abnimmt. Esgibt hier viele Sehenswürdigkeiten und ansehnlicheMbäuche, unter denen das schöne ResidenzschloßM einer Anhöhe am Nordende der eigentlichen^tadt den ersten Rang einnimmt. Unter den Fabri-en und Manufakturen, die im Jahre 1860 Erzeug-

nisse zu einem Werthe von 12,155,583 Rthlr. liefer-ten , sind folgende die wichtigsten: 6 Zuckerfabriken,34 Tabaksfabriken, 6 Seidenfabriken, 41 mecha-nische Fabriken, 5 Leinen - und Baumwollenfabri-ken, 10 Saffian - und Lederfabriken, 3 Stearinlicht-fabriken, 2 Eisengießereien, 1 Porzellanfabcik,4 Seifensiedereien, 3 Oelschlägereien, 5 Talglicht-fabriken, 3 Tuchfabriken, 4 Schiffswerft, 4 Strumpf-und Tricotfabriken, 21 Färbereien, außerdem wer-den Uhren, mathematische und physikalische Instru-mente u. a. angefertigt. Der Handel ist ungemeinlebhaft und wichtig: 1863 gab es 129 Schiffe mitTragfähigkeit von 9664 Neulasten, so wie 42 Dampf-schiffe mit 2469 Pserdekräften; aus dem Jnlandekamen an: 8614 Fahrzeuge vou 93,109 Neulasten,und gingen dorthin ab: 4675 Fahrzeuge von 63,754Neulasten. Besonders lebhaft ist die Dampfschiff-fahrt, durch welche, wie oben bemerkt, mit denOrtschaften am Mälar und Hjelmar, so wie mitdenen an der ganzen Ostseeküste und mit Götaborgtheils direct zur See und theils durch den Göta-kanal, und endlich mit den an diesem und den durchihn mit dem Meere verbundenen großen Seenliegenden Städten eine regelmäßige Verbindung un-terhalten wird. An dieser nehmen außer den derStadt gehörigen Dampfschiffen die den Mälar-städten gehörenden 29 Dampfschiffe von 963 Pferde-kräften ausschließlich Theil, außer diesen aber nochviele der übrigen Städte, so daß etwa 100 Dampf-schiffe damit beschäftigt sind, ungerechnet 49 kleineDampfschaluppenmit259Pferdekräften (im 3.1864),von denen die Mehrzahl eine lebhafte Communica-tion mit den näheren Umgebungen der Stadt undden dortigen Gütern und Sommerwohnungen un-terhält. Mit ausländischen Städten steht Stockholmebenfalls in regelmäßiger Dampfschiffverbindung,nämlich mit: Wasa, Björneborg, Abo, Helstngfors(in Finnland), Petersburg, Reval, Stettin, Wismar,Lübeck und Kopenhagen. Auch der Handel mit demAuslande ist sehr lebhaft u. wichtig, u. Stockholm ist,wie schon erwähnt, der erste u. bedeutendste Handels-platz Schwedens, obgleich daö frühere Verhältniß,nach welchem Stockholm von diesem ganzen HandelV», Göteborg 2 /is u. die übrigen Stapelstädte Vis üiHänden hatten, keine Gültigkeit mehr hat; denn theilshaben sich die übrigen Stapelplätze mehr und mehrvon Stockholm emancipirt, .und theils ist besondersGöteborg in der neuesten Zeit mit Riesenschrittenvorwärts gegangen, so das es in nicht sehr fernerZukunft das Emporium des schwedischen Handelswerden dürfte, wozu die günstige Lage und einvortrefflicher, fast das ganze Jahr hindurch eis-freier und zugänglicher Hafen die natürlichen Ur-sachen sind, während Stockholm, obgleich der Sund-zoll jetzt nicht mehr existirt, doch theils von demeigentlichen Welthandel entfernter liegt, und theilsseinen übrigens vortrefflichen Hafen alljährlich 4—5Monate lang durch Eis.blockirt sieht. Will man dieBedeutsamkeit des Handels der Hauptstadt mit demdes ganzen Landes vergleichen und nimmt die Zoll-einnahme und den offiziellen Werth des Importsals Basis an, so beträgt jener etwa 7s desselben;vergleicht man dagegen die Zahl der angekommenenund abgegangenen Fahrzeuge.und ihrer Tragfähig-keit , so beträgt er kaum 7« Theil. Von den imJahre 1863 m Stockholm angekommenen 1058Fahrzeugen von 42,361 Nenlasten waren 652schwedische, 143 norwegische, 50 dänische, 42 eng-lische, 14 finnische, 36 französische, 32 hannöversche,