Strazza
GIG
Strohqaze
geführt, die weißen meist in Bündeln von 18 Stück,welche in Kisten gepackt sind, die schwarzen undgrauen auch in Ballen. Diejenigen, welche aus denlevantischen und afrikanischen Häfen des Mittel-meeres verschickt werden, gehen meist nach Livornound Marseille, wo sie nach ihrer Länge, Breite,Farbe und schönem Aussehen sortirt werden. Bonden weißen macht man 4 Sorten: Prima, die voll-kommensten, von der Unterseite der Flügel, welchedurchgängig und besonders auch an der Spitze zarte,seidenartige, regelmäßige Bartfäden haben; Se-conda, vom oberen Theile der Flügel, deren Bart-fäden ein klein wenig gelitten haben und die auch ander Spitze etwas mangelhaft sind; Perza, vomEnde der Flügel, deren Spitze abgenutzt, zerrissenoder abgeschnitten ist; Coda oder Schwanzfedern.Die weiblichen weißen sind nicht besser als höchstensdie 8e6onda. Ein Stück Prima kostet so viel als2 Stück 8ooonda, 4 Stück Terza und 10 Stück Coda.Die kurzen abgestutzten Federn heißen Bajocchi,franz. Bailloqu.es . und der geringste Ausschutz Spa-doni. Diese, sowie auch die schwarzen, grauen undgefleckten, werden nach dem Gewicht verkauft undsind gewöhnlich zu 50 Stück zusammengebunden,aber mit so viel Bindfaden umwickelt, das dieser oft30% des Gewichts ausmacht. Den ersten Rangunter den weißen Straußfedern behaupten dieAleppischen, wegen ihres schönen Ansehens undweil sie von Natur gekräuselt sind; die aus Mekkaüber Aegypten kommenden, welche eben so schön sind,werden ebenfalls dazu gerechnet. Die berberi-schen stehen ihnen im Werthe fast gleich, da sie fasteben so fein sind, nur haben sie einen Stich insRöthliche. Unter ägyptischen oder Alexan-driner versteht man alle mittelmäßigen von derganzen nördlichen Küste von Afrika. Die ausHeinen in Arabien, welche die Federschmückerfälschlich Straußfedern vom Senegal nen-nest, sind zwar ausgezeichnet weiß, aber die Bart-fäden mangelhaft und dürftig. Die Federn vomBorgebirge der guten Hoffnung, welcheüber England kommen, sind schön weiß von Farbe,haben auch gute Bartfäden, sind aber etwas zubreit. — Die Flaumfedern der Strauße, welchezwischen den größeren Federn wachsen, werden inEngland zu einer Art Kastorhüten und auch zuwei-len zu tuchartigen Geweben verarbeitet.
Strazza, s. Seide.
Strazza oder Strazze, ein Handlungsbuch fürdie ersten Notizen; s. Buchhaltung.
Strazzen, s. Hadern.
Streep (Linie), ein Längenmaß in den Nieder-landen — 1 Millimeter.
Strehn, s. Strähn.
Streichgarn, s. Wollen gärn.
Streichriemen sind Instrumente, die zun: Schär-fen von feinen Messern, insbesondere der Rasir-messer dienen. Sie sind entweder einfach von Lederdas über Holz gespannt, oder über eiserne Gestellegezogen wird und können durch Schrauben loser oderfester angespannt werden. Auch hat man dem Lederdurch sehr fein pulverisirten Schmirgel noch einenUeberzug gegeben. Oder man bereitet sie aus Guttapercha, oder vulkanisirtem Kantschuck, die mitSchmirgel, Zinn, Bleiasche u. Graphit, oder andernBestandtheilen zubereitet werden. Man hat auchzum Schleifen der Rasirmesser Metallcompositionenauf Streichrieme geklebt, welche den Messern einefeinere Schärfe, als die Schleifsteine verleihen.
Streichstein, s. P ro b i r st e i n.
Strepsikeroswolle heißt eine lange, grobe Schaf-wolle von der Insel Candia.
Streuglanz, s. Glanz.
Streupulver, s. Bärlappsamen.
Streusand ist meist feiner, durch Sieben undWaschen vom Staube gereinigter Quarzsand, dertheils als Sand aus der Erde gegraben, theils durchZerklopfen von Sandsteinbrocken gewonnen wird.Farbiger Streusand sind verschiedene gepul-verte Steinarten mit oder ohne Glimmerblättchen,oder auch mit Messingfeilspähnen vermischt; fernergepulvertes farbiges Glas, besonders Schmalteglas.Auch Raspelspähne von Elfenbein, Knochen rc. wer-den zuweilen als Streusand benutzt.
Strich, Längenmaß und zwar der zehnte oderzwölfte Theil einer Linie.
Strickgarn, s. Z w i r n.
Stricknadeln sind von Eisen - oder Stahldraht,zuweilen auch von Messing- oder Silberdraht; auchhat man stählerne mit blau angelaufenen Ver-zierungen. Sie werden von verschiedener Stärkemeist m den Näbnadelsabriken verfertigt und ge-wöhnlich in Sätzen oder Spielen von 5 Stück,doch auch nach dem Hundert verkauft. Als die bestengelten die englischen, doch werden sie von den deut-schen Fabriken eben so gut gefertigt; überhauptpflegt man die stählernen, welche sich nicht biegen,gewöhnlich englische zu nennen. Zu größerenStrickereien, besonders in Wolle, hat man auch lär^gere Stricknadeln von stärkerem Draht oder auchvon Fischbein, welche an dem einen Ende einenrunden Knopf haben.
Strickperlen, gläserne, s. Glasperlen.Metallene Strickperlen hat man von Stahl undauch von Messing und vergoldet. Früher kamen sienur aus Birmingham in England; jetzt aber werdensie in Frankreich viel billiger verfertigt und es gehestvon da viele selbst nach England. Sie werden wiedie gläsernen in kleinen Schnurenbündeln verkauftund zu Strickereien sowohl als zu verschiedenenStickereien benutzt.
Striegauer Erde, s. Och er.
Strobuli Pini, s. Kiefersprosseu.
Strömlinge oder Külloströmlinge sind eineArt sehr kleiner Heringe, nicht viel größer als Sar-dellen, welche in der Ostsee, besonders au den Küstenvon Schweden und Norwegen gefangen und nntEssig und Gewürzen eingelegt, hauptsächlich vonReval aus verschickt werden.
Strvharbeiten nennt man zwar im Allgemeinenalle aus Stroh verfertigten Gegenstände, namentlichaber kleine, aus Pappe gefertigte und mit gefärbtemStroh belegte Kästchen, Schachteln, Körbchen, Telleru. dergl., die an einigen Orten in Baiern (Ansbach)'Böhmen, Tirol, der Schweiz rc. verfertigt werden.
Strohbändchen heißen ganz schmale, nur einen
Strohhalm breite, mit Gummi gesteifte seidene Bünd-chen von verschiedenen Farben, welche zum Besetze"von Kleidern und Putzsachen gebraucht werden.
Strohblumen sind künstliche Blumen aus ge-spaltenem Stroh, das gewöhnlich auf ein dünnesGewebe geklebt, dann ausgeschnitten und geprewund auch zuweilen gekräuselt rc. ist. Sie werden nFlorenz, Livorno, Wien, Paris, an einigen Orten "Böhmen, in Dresden rc. verfertigt. . _
Strohgaze oder Patentstrohzeug ist ein Ge-webe, dessen Aufzug aus seidenen Fäden und veEinschlag aus fem gespaltenem uiK> geglätteten