Strohpatmtzeug
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Strümpfe
façonnirte Geflechte und Bordüren. In Frankreichwird die Strohflechterei vorzüglich in den Départ,der Orne, der Isère und des Ain, meist nach italie-nischer Art betrieben, doch wird noch das Meisteaus der Schweiz, Italien und England bezogen.Auch in Belgien ist sie jetzt weit gediehen und dasdortige Geflecht gibt dem besten schweizerischen nichtsnach. Das Stroh ist besonders sehr weiß und dieArbeit sehr sorgfältig. In England wird nament-lich in Herfordshire und Bedfordshire sehr schönesStroh erbaut und daraus vortreffliche Geflechte nachArt des toscanischen verfertigt, die aber wegen derTheurung des Arbeitslohns mit dem des Continentsnicht concurriren können, weshalb man auch beson-ders früher Stroh nach der Schweiz schickte und esdort flechten ließ. In Deutschland ist die Stroh-flechterei am bedeutendsten in Sachsen und zwar indem Distrikt zwischen Pirna, Altenberg, Dippoldis-walde und Dohna, wo das Flechten besonders vonden Frauen und Kindern der Landleute betriebenwird. Das Geflecht wird meist an Aufkäufer ver-kauft , die es an die Fabriken in Dresden abliefern,deren es jedoch auch an einigen kleinen Orten, na-mentlich in Dohna, gibt. Die Fabrikation hat sichin der neueren Zeit sehr gehoben; man hat überallFlechtschulen eingerichtet, in denen schon Kinderunter 6 Jahren flechten lernen, und hat auch ge-lungene Versuche mit dem Bau von Marzolanweizenaus italienischem Samen gemacht. Das Stroh wirdmeist gespalten und 7-, 11- und Ibhalmig geflochten;doch wird es auch ganz verarbeitet, besonders zuordinairen Hüten für Landleute, zu denen man auchRoggenstroh verwendet. In Dresden verfertigt manauch viel fa^onnirtes Geflecht, wodurch das schweize-rische zum Theil ersetzt wird. In Oesterreich wird invielen Gegenden, namentlich in Böhmen an dersächsischen Grenze, in Steiermark, Krain, Tirol rc.Strohflechterei getrieben und theils feines Geflecht,nach Art des italienischen, theils geringes verfertigt;auch in Wien verfertigt man sowohl Geflecht alsHüte, theils aus inländischem, theils aus italie-nischem Stroh, zum Theil von ausgezeichneter Qua-lität, die oft für italienische verkauft werden. InBaiern verfertigt man in mehreren Gegenden schöneund feine Strohgeflechte auf italienische Art, welchebesonders von Augsburg, Nürnberg und Aschaffen-burg aus versendet werden. Im Hannöverschenwird in einigen Gegenden gespaltenes Stroh ge-flochten, desgleichen bei Wittenberg in Preußen, ineinigen Theilen Oberschlesiens, auf dem Schwarz-walde im Badischen rc. und überhaupt ist die Stroh-flechterei in Deutschland sehr verbreitet, liefert aberin diesen Gegenden meist nur ein ordinaires Fabrikatund in geringer Quantität. Uebrigens wird auch inItalien und anderen Ländern das Strohgeflecht zu-weilen schwarz gefärbt, das aber nur getragen wird,wenn die Mode es erlaubt; dagegen wird jetzt vielgraues, auch grau und weiß und grün und weißgemischtes zu Strohhüten von mittler Qualität undzu ordinairen für Landleute, sowie auch zu Stroh-tellern u. dgl. verfertigt. — Außer den Frauenzim-merhüten verfertigen die Strohhutfabriken auchhäufig Hüte und Mützen für Männer, meist vonitalienischem Geflecht.
Strohpatentzeug, s. Stroh gaze.
Strohwein nennt man einen, in der Regelweißen Wein, zu welchem die Trauben, ehe sieekeltert Werden, längere Zeit auf Stroh gelegenaben oder auch aufgehängt worden und daher ver-
welkt sind. Man bereitet ihn hauptsächlich im frauz.Dep. des Oberrheius aus ausgesuchten Traubenvon den besten Lagen , die man den ganzen Winterüber an einem frostfreien, luftigen Orte welken läßtund erst im März auspreßt. Man erhält dadurchnur etwa den zehnten Theil so viel Most, als wenndie Trauben frisch gekeltert worden wären, aber ergibt einen köstlichen, sehr feurigen und süßen Wein,der theuer bezahlt wird, sich sehr lange hält und mitdem Alter immer feiner und angenehmer wird. Auchin Franken wird an einigen Orten Strohwein be-reitet, der noch aromatischer, wenn auch nicht sofeurig als der elsasser ist.
Strontian oder Strontianerde, Stron-tiana, ist das Oxyd eines eigenthümlichen Me-talloids, des Strontiums, das vermittelst dcs-Galvanismus in der Form eines dem Silber ähn-lichen, hämmerbaren, metallischen Körpers darge-stellt werden kann und sich an der Luft uach undnach, im Wasser aber mit Heftigkeit zu Erde oxydirt.Für sich ist sie kein Gegenstand des Handels, nursoll man sich ihrer in England zum Vergiften derRatten und Mäuse bedienen; dagegen finden dienachstehenden Verbindungen derselben mit Säurentheils in der Chemie, theils zur Erzeugung vonrothem Feuer bei der Feuerwerkerei Anwendung.
Strontian, kohlensaurer, Strontianit,Sulzerit, Strontiana carbonica, findetsich in der Natur derb oder krystallisirt, von weißer,ins Graue, Gelbe und Grüne übergehender oderauch von hellgrüner Farbe, durchscheinend bis halb-durchsichtig, mit Perlmutter- oder Glasglanz, be-sonders bei Strontian in der schottischen'GrafschaftArgyle, sowie auch an einigen Orten in Sachsen,Peru rc. Gewöhnlich aber wird er künstlich aussalzsaurem Strontian und Ammoniak verfertigt undbildet dann ein weißes, geruch- und geschmacklosesPulver.
Strontian, salpetersaurer, 8trontiananitrioa, ein aus Wasserhellen Octaedern bestehen-des, geruchloses, scharf salzig und bitter schmeckendes'Salz, das aus schwefelsaurem Strontian mit Sal-petersäure bereitet wird. Zur Darstellung des Roth-feuers zieht man den in der Wärme zerfallenen vor.Durch Glühen desselben bereitet man den Aetzstron-tian, 8ti-outiana caustica, der ähnlich wie der Netz--baryt ist.
Strontian, salzsaurer, oder Chlorstron-tium, 8trontiana muriatica, wird ausschwefelsaurem Strontian und Salzsäure bereitetund bildet sechsseitige, färb- und geruchlose Säulenvon scharfsalzigem, bitterem Geschmack. Er wirdan der Luft feucht und ist in Wasser und Alkoholleicht löslich. Man gebraucht ihn auch bei der Pho-tographie.
Strontian, schwefelsaurer, oder Cölestin,.Strontiana sulphurica, ist ein Mineral, dassowohl krystallisirt, als auch strahlig, faserig, spathlgund dicht vorkommt, durchsichtig bis durchlcheinend,glänzend, wafferhell, himmelblau, auch gelb bis grastvon Farbe ist. Er findet sich häufig in Tirol, belJena, in England, Schottland rc. und wird haupt-sächlich zur Darstellung der vorstehenden Strontian-salze gebraucht.
Strümpfe und S t r u m p f w a a r e n von Wone,Baumwolle, Leineuzwirn, Seide rc. sind in mehre-ren Ländern ein wichtiger Fabrikationöartikcl.werden meist vermittelst des Strumpfwirkerstuhles,einer schon im Jahre 1589 erfundenen Maschine ge-'