Strümpfe
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wirkt; in manchen Gegenden werden aber anchStrümpfe, Handschuhe, Jacken u. dgl. von Land-leuten zum Verkauf gestrickt, die zum Theil einennicht unbedeutenden Ausfuhrartikel bilden. Na-mentlich ist dies in Schleswig und Jütlaud, sowieauch in Island, auf den Färber Inseln rc. der Fall,von wo viel wollene gestrickte Strumpfwaaren auchnach Deutschland kommen; ferner in Bautzen inSachsen, in Neutlingen im Würtembergischen, imHessendarmstädtischen, in Westphalen, im Waldecki-schen rc. — In Deutschland ist der Hauptsitz derFabrikation gewirkter Strumpfwaaren aller Art,hauptsächlich aus Baumwolle, weiß, schwarz, bunt,Melirt rc., aber auch aus Kammwolle, aus Seideund Floretseide, die Gegend von Chemnitz, Limbach,Lichtenstein, Hohenstein, Lungwitz, Lößnitz, Zscho-dau rc. in Sachsen, von wo aus ein großer Theilver europäischen Märkte versorgt wird. Doch drohtdieser Fabrikation jetzt eine bedeutende Concurrenzdurch die in England gemachte Erfindung rund-wirkender Strumpfwirkerstühle, auf denen mehrere,dis 6. cylindrische Schläuche auf einmal gewirktwerden, aus welchen dann durch Zuschneiden undZusammennähen Strümpfe verfertigt werdenkönnen. In der neueren Zeit ist für diese Gegendauch die Fabrikation von weißen und farbigenHandschuhen aus seinem Baumwollenzwirn sehrWichtig geworden, von denen jährlich MillionenDutzend ins Ausland gehen. Außerdem werdenarlch in und um Zeulenroda viel baumwolleneStrümpfe verfertigt. Apolda im Weimarischenverfertigt eine große Menge besonders starker, weißerund bunter Artikel aus Wolle und Baumwolle, wieJacken, Unterhosen, kleine Shawls, Hosenträgerund dgl., welche in der ganzen Welt versendet wer-den. In Bautzen, Pulsnitz und Umgegend werdenviel gewalkte wollene Strümpfe, Handschuhe u. dgl.verfertigt. Bunte wollene und baumwollene ArtikelWerden auch in Berlin viel fabrizirt, außerdem wirdw den meisten Provinzen Preußens die Strumpf-wirkerei von wollenen und baumwollenen Waarenaller Art stark betrieben, namentlich in Branden-burg, Sachsen, Schlesien, Posen und Westphalen;auch werden baumwollene Strümpfe in Elberfeld,Farmen, Krefeld, Erfurt rc. verfertigt. In Baiernwerden besonders auf dem Fichtelgebirge, ferner inMünchen, Erlangen, Fürth, Schwabach rc. vielStrümpfe gewirkt, ebenso im Hessischen, Ras-sischen, in Waldeck, Hannover, Braunschweig,Oldenburg, in der Gegend von Hamburg, Altona,Cremen rc. In Böhmen ist die Strumpfwaaren-Utanufaktur bedeutend; in Prag werden seidene undbaumwollene Strümpfe verfertigt, letztere auch inven Kreisen Bunzlau, Ellnbogen und Leitmeritz, imvunrlauer und leitmeritzer Kreise auch gewalkteWollene Strümpfe und Handschuhe, und in denOrtschaften an der sächsischen Grenze Zwirnstrümpfe.Fl der Schweiz werden an mehreren Orten seideneStrümpfe verfertigt, welche den französischen nicht"achstehein außerdem auch baumwollene, wolleneZwirnstrümpfe. Die Fabrikation der seidenenStrümpfe ist besonders in Frankreich bedeutend,Namentlich in Paris, Lyon, Montauban, Versailles,^«smes rc., wo man weiße, graue, schwarze, glatte,bemusterte, brodirte, durchbrochene Manns-, Frauen-u>id Halbstrümpfe verfertigt. Die Fabrikation wol-Skrumpfwaaren hat ihren Hauptsitz in Orlc
^?s und UmgegendCarcassonne, Marse
, außerdem auch in Annoney,Marseille, Amiens, Abbeville, Beau-
vais, Chartres rc. Auch ist in Frankreich die Ver-fertigung der türkischen Kappen oder Fez (s. d.) einwichtiger Gegenstand. Baumwollene Strümpfewerden hauptsächlich in Rouen, Trotzes, Arcis surAube und Brienne fabrizirt; außerdem auch inRheims, Chalons, Bar le Duc, Nismes, Orleans,Sens rc. In England werden seidene, wollene u.baumwollene Strümpfe in großer Menge und vonausgezeichneter Qualität an vielen Orten fabrizirt,namentlich in Nottingham, Derby, Leicester, Mans-field, Manchester und dessen Umgegend, Sutton,Exeter, Norfolk, Kendal, in Glasgow, Aberdeen u.mehreren anderen Orten des südlichen Schottland..Die seidenen Strümpfe zeichnen sich sowohl durchgute Qualität als durch vortreffliche Appretur aus,doch können sie in den Preisen nicht mit den franz.concurriren. Italien verfertigt sehr viel seideneStrümpfe, die aber weder in der Qualität noch inder Appretur den französischen und englischen gleich-kommen. Man fabrizirt sie in allen größerenStädten des nördlichen Italiens: Mailand, Como,Mantua, Genua, Turin, Florenz, Bologna, Pesaro,Forli, Venedig, sowie auch in Neapel rc. Baum-wollene Strümpfe erhält Italien meist aus Deutsch-land. In Spanien werden ebenfalls ziemlich vielseidene, besonders schwarze, und baumwolleneStrümpfe verfertigt, die ersteren namentlich inBarcellona, Manresa, Mattaro, Sarragossa, Ma-laga, Valencia rc., die letzteren in Barcellona, Tor-tosa und Villanueva, aber nicht hinreichend für denBedarf, daher noch viele aus England, Frankreichund Deutschland eingeführt werden. Von denFrauen in Galizien werden auch viel wolleneStrümpfe gestrickt.
Strychnin ist das in den Krähenaugen, denJguatiusbohnen, aus denen es meist bereitet wird,dem Schlaugenholz rc. enthaltene Alkaloid und einesder stärksten vegetabilischen Gifte. Das reineStrychnin, Strychninum puruin, erscheint inkleinen, farblosen, vierseitigen Krystallen, oder inOctaedern, welche geruchlos uud von unerträglichbitterem Geschmack sind und in sehr kleinen Gabenals Medizin gebraucht werden. Es ist fast immermit Brucin verbunden, von dem es schwer zutrennen ist, fast unlöslich in Wasser und ganzunlöslich in wasserfreiem Alkohol. Die Lösung, ausder es gefällt wird, hat einen gelben Farbestoff.Ebenso wird das salpetersaure Strychnin,das weiße perlmutterglänzende, luftbeständige, ge-ruchlose Nadeln von bitterem Geschmack bildet, dasblausaure, ein Wasserhelles Salz, das essig-saure, das salzsaure, schwefelsaure, jod-saure rc., die sämmtlich aus dem reinen bereitetwerden, in der Medizin gebraucht; diese Salze sindmeist krystallisirbar. Durch Behandlung des Strych-nins mit Schwefelsäure und nachher mrt Ammoniakentsteht das Oxystrychnin, welches gelbe Säulenbildet; in der Mutterlauge bleibt ein Rückstand,welcher eine rothe Basis liefert. Durch Schwefel-säure u. Bleisuperoxyd wird das Strychnin dunkel-blau ; durch concentrirte Schwefelsäure und chrom-saures Kali prachtvoll violett gefärbt.
Stäbchen, Flüssigkeitsmaß im nördl. Deutsch-land.
Stüber oder Stuiver, Ehemalige Scheide-münze in den Niederlanden, Schweden und denColonien dieser Länder.
Stübich, ein Kohlenmaß.
Stück oder Stückfaß, ein großes Wemgebinp