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Zweiter Band.
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SiWrand

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Sulphur

zahlreichen Dampfschiffe, die jetzt die Linie von Sueznach Bombay, Calcutta und Australien regelmäßig ,versehen, gewinnt der Hafen sehr an Lebhaftigkeit.3m Gefolge der Dampfschifffahrt finden sich natür- !üch auch europäische Segelschiffe meist englischer jFlagge in Suez ein, die mit Kohlen befrachtet aus !England kommen und dann gewöhnlich von Dsched-!dah oder Aden Fracht nach Ostindien nehmen. Bei!Suez ist die See zur Ebbezeit nicht tiefer als ü und ibei höchster Flut nur 12'. Es müssen daher alle!Schiffe mit Ausnahme der kleinen Küstenboote in!der Entfernung von y 2 — 1 Meile von der Stadt j"»kern; große Schiffe und Dampfer ankern fast !ö Meilen südwestlich. Bei starkem Winde ist die jVerbindung mit den Schiffen sehr beschwerlich. Zur |Erleichterung des Verkehrs und namentlich für die jDampfer der Peninsnlar- und Oriental-Compagnie,unterhält die ägypt. Regierung 2 kleine Dampferund 4 eiserne Lichterschiffe. Der Süßwasser-Kanalvon Suez wurde im December 1863 eröffnet und esbeginnt diese in ihrer ganzen Ausdehnung für kleineFahrzeuge schiffbare Wasserstraße-bei Zagazig. Sehrbelebt wird Suez zur Zeit der Pilgerfahrt nachMekka. In der ersten Hälfte des Jahres 1859 be-trug der Werth des Exports von Suez nach Dsched-dah 369,160 Psd. «sterl. u. des Imports von Dsched-dah nach Suez 150,785 Pfd. Sterl. Unter der^>umme von 369,160 erscheinen Banmwollenmanu-fakturen im Werth von 32 Millionen Piaster(1 Pfd. Sterl. = 148 Piaster Courant) wovon für8iy 2 , Millionen englisches Fabrikat. Andere Artikelenglischen Ursprungs sind: Baumwollgespinnste,Wolltücher, Metalle, Töpserwaaren und Maschinen,o daß von 54y 2 Millionen Piaster, welche den Werthdes Exporthandels von Suez nach Dscheddah aus-machen auf den engt. Handel allein 35 Mill. kommen.Also auch hier hat der engl. Handel dasselbe riesigeÜbergewicht wie in der ganzen Levante. Unter denvon Dscheddah nach Suez importirten Artikeln sindbesonders zu nennen: Kaffee, Wachs, arab. Gummi,Perlmuttermuscheln, rohe Häute. Schildpatt, Ta-marinden, Sennesblätter, Baumwolle, gemischteMaaren, Gewürze, Tabak, Weihrauch u. s. w.Einen andern viel wichtigeren Theil des Handelsvon Suez bildet der indische Transit, und die com-lMrzielle Bedeutung von Suez wird sich durch dieErrichtung einer regelmäßigen Linie franz. Dampf-boote von Suez nach Ostindien und China nochbeben. ^ Auf gemeinschaftliche Kosten der franz.Dampfschifffahrtsgesellschaft und der ägypt. Regie-bnng sollen großartige Werfte und Docks angelegtwerden.

. Rechnung, Münzen, Maße u. Gewichte,

'■ Aegypten.

Süßbrand, s. v. a. Schwefettuch.Sußfarrenwurzel, s. Engelsüßwurzel..Süßholz oder Lakrizenholz,I1-a«1ixUigui-t i a e ober G1 y c y r r h i z a e ,■ ist bie Wurzel zweier^taudengewächse: Olyoyrrbiira ^labi-a, glattes,Wld trlycyrrliiza cchinata, stachliges SÜßhol z.Das erstere wächst in den Ländern des südlichenEuropa und wird auch in Deutschland, namentlichVamberg, angebaut. Die Pflanze wird 3—4'b?ch, hat gefiederte'Blätter und blaßrothe Schmetter-ungsblumen, die Wurzel desselben ist kriechend, wal-.a^usormig glatt, bis 2 Zoll dick, hat eine braune!

und ist inwendig schön gelb von Farbe,us dem Querschnitt strahlig, von Saftröhren Punk-!", der Geschmack sehr süß, zuletzt ein wenig bitter;

und kratzend; es kommt in mehrere Fuß langenWurzeln in den Handel. Das letztere wächst inRußland, besonders an der Wolga, sowie auch inKroatien, in China; die Wurzel ist viel dicker alsdie der vorigen Art, knotig, außen braun gefleckt,inwendig eigentlich gelb (das beste), oft aber ganzbraun. Nach den Erzeugungslandern unterscheidetman im Handel folgende Sorten: 1) Bamb er ger,kommt gewöhnlich frisch in den Handel, in Bündelnvon ca. 1 / i Ctr. Es muß, damit es nicht vertrocknet,in feuchtem Sande aufbewahrt werden, wird aberselten mehr geführt, da mau durch Eintrocknen, Er-frieren und Verfaulen auf dem Transport und ausdem Lager immer viel Verlust dabei hat. Meist wer-den die folgenden getrockneten und ungeschältenSorten aus Spanien geführt. 2) Bayonner,kommt aus Galicien und wird meist über Bayonneausgeführt. Es ist daumensdick, mit runzliger,brauner Oberhaut, inwendig schön gelb und sehrsüß. Man erhält es in 5 — 6 Fuß langen Ballenvon ca. 2 Ctr. 3) Catalonisches ist dem vorigengleich, aber weniger dick und kommt in Ballen vonca. iy 2 Ctr., die ttt carrirtes Tuch eingenäht sind.4) Alikantisches, kommt am häufigsten nachDeutschland, ist eben so dick als das vorige, enthältaber viel dünne und magere Wurzeln, die inwendigmehr schmutziggelb sind. Es kommt in Packen von70—100 Pfd., die an den Köpfen mit Spartograsumnäht sind. 5) Russisches geschältes Süß-holz vou Glycyrrkiza echinata, kommt tll dicken,fußlangen, oft gespaltenen, geschälten Stücken meistaus Petersburg in Ballen von Bastmatten von ca.iy 2 Ctr, auf welche 6 % Tara vergütet werden. —Das Süßholz enthält einen eigenthümlichen Zucker-stoff, Süßholzzucker oder Glycyrrhizin, dersich auch in den Quecken, der Engelsüßwurzel rc!findet, nicht krystallisirbar, auch der weinigenGährung nicht fähig und von widrig süßem, nach-her kratzendem Geschmack ist. Er wird als eine feste,spröde, durchsichtige, hornartig glänzende Masse vouhell gelbbrauner Farbe dargestellt, die zerrieben eingelbes Pulver gibt, das in der Chemie und in derPhotographie verwendet wird. Außerdem enthältes Stärkemehl, Albumin, ein harziges Oel undphvsphorsauren Kalk. — Man braucht das Süßholzin der Medizin als Brustmittel, theils geschnittenunter HolztrLuke, Brustthee rc., theils gepulvert zuverschiedenen Mitteln und zum Bestreuen der Pillen;auch wird Süßholzextract, Süßholzsirup,b r a u n e R e g l i s s e rc. daraus bereitet, und bei derBrauerei wird es angewendet, um dem BiereSüßigkeit und Klebrigkeit zu geben. Hauptsächlichaber wird es zur Bereitung des Süßholzsaftesoder Lakrizen verwendet.

Süßholzsaft, s. Lakrizen.

Süßklee, s. Esparsette.

Suh, ein Flüssigkeitsmaß in China.

Suizent, s. Tabak.

Sulfomorphid, s. Morphin, schwefel-saures.

Sulfofvrm oder Formylsulfid entsteht, wennJodoform mit Zinnober erhitzt wird; es ist eineölige, gelbliche Flüssigkeit, die süß schmeckt u. hepatischriecht und bis jetzt nur chemisches Interesse hat.

Sulphur, s. Schwefel. — Sulphur auratumAntimonii, s. Goldschwefel. — 8. bariticus na-tivus, s. Schwererde. — S. caballinum, s.Schwefel. — 8. depuratum, s. Schwefelblu-men. — S. jodatuin, s. Iodschwefel. — 8. Ly-