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Tabak
Tabak
Decke bilden. Bei den meisten feineren Tabccks-lorten, besonders in Nordamerika, werden die Blätterbor dem Trocknen von dem dicksten Theile der Haupt-uppe befreit und diese Nippen kommen unter demNamen Tabaksstengel oder Stengel in denHandel, indem sie besonders zur Verfertigung derMehlartigen Schnupftabake verwendet werden. —-8et mehreren amerikanischen und westindischen undauch zuweilen bei europäischen Tabaken finden sichoft Blätter mit kleinen rundlichen, gelblichen Flecken,welche viel dünner sind, als das übrige Blatt undüber deren Entstehung man noch ungewiß ist, dennogß sie von Schloßen herrühren, ist nicht wahr-scheinlich. Man nennt diese Blätter getigert und«w werden besonders zu Cigarrendeckblättern ver-wendet, weil man in manchen Ländern die getigertenCigarren besonders schätzt, obgleich diese Fleckenkeinesweges ein Zeichen besserer Qualität des Ta-baks sind. Den jährlichen Verbrauch des Tabaksauf der ganzen Erde schlägt man zu 500 MillionenMund an; der darin befindliche Nicotingehalt zuo°/<> betrüge 25 Millionen Pfund, eine Masse, welchealles Leben auf der ganzen Erde vertilgen könnte, daschon ein Paar Tropfen todten. — Nach den Er-ZeugungSländern zerfallen die Tabake in folgendeClassen.
.1. Nordamerikanische Tabake. Die Ver-einigten Staaten liefern dem europäischen Handelben meisten Tabak, der zwar größtentheils nur vonmittler Qualität ist, aber sich zu den gangbarstenSorten Ranch- und Schnupftabak ganz vorzüglicheignet. Deutschland und Holland verbrauchen da-bon^jährlich 45—50,000 Fässer. Der meiste wird"l Virginien, Maryland und Kentucky, außerdemauch viel in Columbien, Ohio, Missuri, Louisiana rc.erbaut. Der beste ist der virginische Tabakoder Virgin; er ist meist schwer, dunkelbraun undZuiii Theil ganz schwarz und pechig, gibt aber denbesten Schnupftabak und ist deshalb ganz unentbehr-0$ und sehr geschätzt. Besonders die ganz schweren,Ichwarzen Sorten, die man auch Suicent nennt,werden theuer bezahlt und eö kommt davon beiweitem nicht so viel in den Handel, als die Fabri-wMen verlangen, weshalb man ihm in Amerikaauch nicht selten durch eine Sauce das schwarzepechige Ansehen und einen starken Geruch gibt, denor, aber bei der Verarbeitung nicht behält. Der bestewird in der Gegend von Richmond an den FlüssenFarnes und Jork erbaut und der beste und fettesteMeser Gegend kommt auch unter dem Namen Lux-abak vor. Die leichteren Sorten, besonders ausoeii südlichen Gegenden des Staats geben einenschweren aber wohlriechenden Rauchtabak, der be-^bers in den Seestädten geraucht wird. — Derhat ein schönes, breites und haltbares,m«st hellbraunes Blatt und ist größtentheils leicht,aher er sich hauptsächlich zu Rauchtabak und Ci-»arren eignet, wozu er auch in großer Menge ver-raucht wird. Zur Herstellung von leichtem Rauch-avak ist bei - schon erwähnte Scrub s sehr beliebtud die besseren Sorten desselben werden daher oft-eurer bezahlt, als die gewöhnlichen Blätter. Manocknct den Maryland'oft über Feuer, wodurch hj « e dunklere Farbe und einen räucherigen Geruchr wogegen der an der Luft getrocknete einenoyr süßen Geruch hat. Die beste Sorte wird. artabak genannt und in den westlichen Gegen-scku ^aut. Potowmak ist eine dunklere und"/vere Sorte, die am gleichnamigen Flusse erbaut
wird. — Der Kentucky ist dem Maryland ähnlich,aber etwas kürzer von Blatt und weniger schön vonFarbe, auch im Durchschnitt etwas schwerer. Erwird in großer Menge zu Cigarren und die dunklenSorten auch zu Schnupftabak verarbeitet. Einebessere leichte Sorte desselben von schöner hell-brauner Farbe ist der M a y s v i l l e. Die eben ge-nannten 3 Sorten sind in Bündel gebunden undin Fässer gepreßt, welche je nach der Schwere desTabaks 800—2000 Pfd. wiegen, die Scrubsfässernur ohngefähr 600 Pfd. Die stärksten Versen-dungen geschehen von Baltimore aus. In denSeeplätzen sind sachverständige beeidigte Personenangestellt, welche jedes von den Pflanzern zum Ver-kauf gebrachte Faß Tabak prüfen, es stempeln, wennsie es gut befinden, und dann eine Bescheinigungdarüber ausstellen, in welcher das Gewicht ange-geben und die Qualität genau beschrieben ist. DieFässer werden hierauf in große öffentliche Lager-häuser gebracht, die sie nicht eher als bei der Ver-schiffung wieder verlassen, während der Tabak viel-leicht mehreremale den Besitzer wechselt, denn erwird nur nach den erhaltenen Scheinen verkauft, dieauch als ein förmliches Zahlungsmittel benutztwerden. Die Fässer von ganz geringer Qualitätwerden mit dem Worte Itotusoä (zurückgewiesen)bezeichnet; früher wurden sie sogar verbrannt. —Weniger häufig kommt der Ohio, Columbia,Missuri, Connecticut und der Louisianain den Handel, und noch seltener der Carolinaund der Georgia. Sie kommen in der Qualitätdem Maryland ziemlich gleich; der Ohio ist meisthellbraun oder röthlich von Farbe und zeichnet sichdurch ein sehr großes Blatt und dünne Rippen aus;am längsten und breitesten von allen nordameri-kanischen Tabaken ist aber der Louisiana; Missouriist klein, aber sehr angenehm von Geruch. Inmehreren Gegenden Nordamerikas: in Ohio, Ken-tucky, Connecticut rc. wird jetzt auch eine feinereund edlere Tabaksgattung gepflanzt, welche unterdem Namen Sedleaf in den Handel kommt.—In Mexiko wird jetzt und seitdem im Jahre 1833der Tabaksbau, der früher Monopol der Regierungwar, freigegeben worden, guter Tabak erbaut, derdem Havanna ähnlich sein soll, aber nur selten nachEuropa kommt. — Die amerikanischen Stengeloder Nippen kommen in eben solchen Fässern wiedie Blätter; die von Virgintabak sind am theuersten,weil sie am stärksten sind.
II. Südamerikanische Tabake. Diebestenwerden im Freistaate Venezuela erzeugt, welcher auchden feinsten und leichtesten Rauchtabak, den Vari-nascanaster gibt. Dieser ist in Rollen von14—16 Pfd. gesponnen, von denen immer 6 in einenKorb von Schilf gepackt sind. Zwei dieser Rollensind in den Originalkörben immer von feinster, 2von mittler und 2 von geringer Qualität; dieersteren werden, wenn sie besonders verkauft werden,auch Muffcanaster genannt. Der feine Vari-nascanaster ist außerordentlich leicht, mild und vonangenehmem Geruch u. wird iu Bezug auf letzterennur von dem feinen Havanna übertreffen, der abermeist bedeutend schwerer ist. Jetzt wird er aller-dings, seitdem fast Jedermann Cigarren raucht, nurnoch wenig gekauft und kommt auch kaum noch in sofeiner Qualität vor, als früher. Geringere SortenCanaster in Rollen kommen auch zuweilen unterdem Ramen St. Thomas-, Cumana-, Ore-nocco-, westindischer Canaster rc. vor, die
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