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Zweiter Band.
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Tabak

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Tabak

aber häufig in Europa und von sehr verschiedenerQualität verfertigt sind. Dagegen kommt jetzt vielBlättertabak aus Beuezuela in Leinenballen oder inledernen Seronen von verschiedener Größe, welchernach den Gegenden der Erzeugung Varinas,Maracaibo, Laguayra, Cumana, Carac-cas, Orinocco rc. genannt wird. Diese Tabakesind meist leicht und von schöner Farbe, auch häufiggetigert, und werden zum Schneiden und zur Ci-garrensabrikation gebraucht. Auch kommt daher zu-weilen eine Art Carotten von schwarzen saucirtenBlättern, mit Bast umschnürt und ohngefähr 4 Pfd.wiegend, unter dem Namen C u m a u a - A n d o u i l -len, oder auch Havanna-Andouillen, weilsie oft über Havanna kommen. — Eine wichtigeSorte ist der brasilianische oder Brasiltabak,der einen guten kräftigen Geruch hat, aber mehrstark als leicht ist und daher auch häufig zu Schnupf-tabak verwendet wird. Das Blatt ist aber meist nurklein und runzelig, was großentheils von demMangel an Sorgfalt beim Anbau herrührt, und derBrasil kann daher bei der Cigarrensabrikation nurzu Einlage gebraucht werden, wozu er sich auch nochdurch billigen Preis empfiehlt. In der neueren Zeithat man in Brasilien jedoch mehr Sorgfalt auf"denTabaksbau verwendet, wodurch sich die Qualitätnamhaft verbessert hat. Er kommt in Seronen vonOchsenhaut von 4—500 Pfd. Auch gibt es Bra-siltabak in Rollen, wozu die Blätter mit einerSauce von Tamarinden, Melasse und Sirup an-gefeuchtet u. daher ganz schwarz und schmierig sind.Die Stränge sind ohngefähr 1 / 2 Zoll dick und viel-fach übereinander gewunden, das Innere der Rollenaber ist mit einer ziemlich schweren Holzrolle ausge-füllt. Sie sind in Ochsenhaut eingenäht u. wiegenentweder ca. IM oder ca. 3M Pfd. Man hat da-von 3 Sorten: Prssoo, welcher durchgängig schwarzund glänzend ist; Prima, etwas geringer, und Se-cunda, meist braun und trocken. Da dieser Tabakdem Verderben leicht unterworfen ist, so muß manbeim Einkauf jede Rolle untersuchen, indem maneine kleine Klappe aus dem Leder schneidet u. dannnicht von der obersten, sondern von einer der innerenWindungen ein Stückchen ausschneidet. Der trocknewird auch oft in den europäischen Seestädten mitSirup angefeuchtet und wird dadurch noch wenigerhaltbar. Dieser Tabak ist zum Gebrauch alsSchnupf- und Kautabak bestimmt; zu dem erstenZweck reiben ihn die Verbraucher in den Gegen-den, wo man noch daran gewöhnt ist, gewöhnlichauf einem kleinen Reibeisen selbst. — Außerdemkommt zuweilen Tabak von Honduras in Mittel-amerika und von Esmeraldas in der RepublikEcuador nach Europa, und in Buenos-Ayres,Peru, Chili und in Guiana wird ebenfalls guterTabak erbaut, der aber nicht in den europäischenHandel kommt.

III. Westindische Tabake. Den besten Ta-bak, den es in Bezug auf den Wohlgeruch überhauptgibt, erzeugt die Insel Cuba, wo der feinste in derNähe der Stadt Havanna und namentlich in den9 —12 Meilen westlich von derselben gelegenenfruchtbaren Thälern von Philippine erbaut wird.Dieser wird im Handel eigentlich Havanna ge-nannt, wogegen man den in den übrigen Theilender Insel, namentlich im Südoften bei Santiago deCuba gewonnenen gewöhnlich Cuba nennt. DerHavanna ist zwar im Allgemeinen ziemlich schwer,hat aber einen vortrefflichen Geruch und Geschmack,

i und die feinen hellfarbigen Blätter, die aber seltenj und theuer siud, können auch verhältnißmäßig leicht! genannt werden. Er wird hauptsächlich zu Cigar-! ren verarbeitet, sowohl in Havanna selbst, als in! Europa; die feinsten Blätter aber kommen gar nichtj in den Handel, da in Havanna Cigarren für den! spanischen Hof daraus verfertigt werden. Auch diegroßen und nicht zerrissenen Blätter zu Cigarren-deckern werden verhältnißmäßig theuer bezahlt, da esüberhaupt bei weitem nicht so viele gibt, als gebrauchti werden würden, wenn sie vorhanden wären. Die-! jenigen, welche dazu nicht taugen, werden zu Einlagenin die Cigarren verwendet. Vom Cuba gilt jmAllgemeinen das Nämliche, wie vom Havanna, dochist er meist von bedeutend geringerer Qualität undverhältnißmäßig wohlfeiler. Beide Arten sind inPuppen oder Malotten von 1— 2 Pfd. und diese mSeronen von Rindshaut von ca. 400 Pfd. gepackt;die Puppen des Havanna sind locker, die des Cubafester mit Schilf umwunden und die letzteren laufenoben in eine lange Spitze aus. In Bremen wirdder Havanna oft Cabanas genannt, womit abernicht, wie man in manchen kaufmännischen Werkenangegeben findet, eine besondere feine Sorte dessel-ben gemeint ist, sondern dieser Name rührt daher,weil früher der Blättertabak, dessen Ausfuhr ausHavanna verboten war, gewöhnlich für Cigarren u.zwar meist für solche von der damals größten Fabruvon Cabanatz Carvajal declarirt und deshalbauch in den Facturen Cabanas genannt wurde-Von den schweren Havanna- und Cubablättern gehtauch viel nach Sevilla, wo der in Deutschland unterdem Namen Spaniol bekannte starke feineSchnupftabak daraus verfertigt wird. — Der Do-mingotabak von der Insel St. Domingo oderHaiti hat ein sehr langes, etwas dickes Blatt M»starker Hauptrippe und von gelber oder hellbraunerFarbe. Er ist im Allgemeinen kräftig, aber nie ganzschwer, und weniger fein als der Havanna, von demer überhaupt sehr verschieden ist. Am besten ist d^aus dem nördlichen und westlichen Theile der Inselund von den kleinen Inseln Tortue und Gonave.Er wird besonders zu Cigarren verarbeitet, für dieer sehr gute und haltbare Decker gibt, ist mit Bastin Bündel von 2—3 Pfd. gebunden und diesesind in Schilfkörbe von 70—80 Pfd. gepackt. 77Der Portoriko von der gleichnamigen Insel wfast durchgängig hell von Farbe und leicht und daBlatt klein, dünn und oft getigert; er ist daher nuzum Schneiden u. zur Einlage der Cigarren brauch^bar. Auf der Insel selbst werden aber jetzt meCigarren daraus verfertigt und dazu die bestenBlätter verwendet. Er kommt theils in Blättern, mleicht gepreßten Leinenballen von 2—300 Pfd., theUin Rollen, und von beiden unterscheidet man so^gende Sorten: Guiana, die besten, größten'dünnsten und hellbraunen Blätter, und in NoUevon 31 / 2 —4 Pfd., meist ohne Holzpflöcke und vEnden mit Bast gebunden; Guianilla, etwas g 'ringer, die Rollen 4—5 Pfd. schwer; Aguadritund P 0 n c e, kleinere braune oder grünliche Blatte ,die Rollen 4—6 Pfd. schwer, mit Holzpflock^ 1Cabo-Roxa. dicke, oft weiß beschlagene Blatt <die Rollen 4—8 Pfd. schwer mit vielen Holzpfloae •Die Rollen sind jetzt im Allgenicinen von geringerQualität als sonst, und enthalten oft viel Rrpp^.'Cigarrenabfall und selbst Geiz, weshalb sie we 9mehr beliebt sind; auch werden viel dergleichen 1zum Theil von sehr geringer Qualität in Deuliw