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Zweiter Band.
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Tabak

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Tabak

^nd gesponnen. Auch Portoriko-Sandgut kommtzuweilen vor, das aber sehr gehaltlos ist.

IV. Asiatische Tabake. Aus dem ostindischenFestland wird sehr guter Tabak erbaut, von demaber nur zuweilen bengalischer nach Europakoiiunt; der beste wird in den nördlichen Circars,dem Küstenlande zwischen Kistna und Godaveri inder Präsidentschaft Madras erzeugt. Das Nämlichegüt von Ceylon, dessen Tabak groß, schwarzbraunvon Farbe und sehr schwer ist und besonders zumKauen gebraucht wird. Häufig kommt der Java-tabak nach Europa und wird besonders zur Ci-garrenfabrikation gebraucht. Er hat ein schönes,hellbraunes Blatt von mittler Größe und mitdünnen Rippen, und ist leicht, aber etwas weichlichvon Geschmack. Er ist in Bündel gebunden undkommt in Ballen von ca. 100 Pfd. — Mauilla -J&fca! ist von vorzüglicher Qualität; es kommt vieldavon nach Spanien, weniger nach Deutschland. —Persten wird viel Tabak erbaut, der aber seltenvder nie nach Europa kommt. Der beste kommtMs der Gegend von Benaru und Sergan, 5 Meil.von Schiras in der Provinz Farsistan; dann kommtder von Jspahan, Kaschan, Teheran rc. Am häufig-J*5 n ist eine Sorte im Gebrauch, welche im Lande^umbeki oder Tenbaki heißt. — Von den in der^sratischen Türkei erbauten Tabakssorten,welche mit zu den türkischen Tabaken gerechnet wer-deu, ist besonders der Ladakia oderLatikea aus !Ehrten berühmt, der aber nur selten in den euro-!^^schen Handel kommt. Er wird den Winter über jRauche der Valoniaeiche ausgesetzt, wodurch die!glatter ganz schwarz werden. Gabali und Suri!s.^d feine persische Tabake, die auch nach Syrien,-Aegypten rc. kommen. >

p V. Afrika erbaut zwar fast in allen Küsten-jändern Tabak, von dem aber nur der ägyptische!zuweilen nach Europa kommt; er ist von geringerQualität und sehr leicht, auch fast durchgängiggrünlich von Farbe.

, VI. Die europäischen Tabake sind wegen‘älteren Klimas im Allgemeinen zwar geringer,ks die bisher erwähnten Sorten, aber sie sind dochTheil von recht guter Qualität und werdenUch durch ihre größere Wohlfeilheit sehr brauchbar.?ust rn allen europäischen Ländern wird Tabak ge-.M und einige Sorten sind auch für den auswär-gen Handel sehr wichtig. Unter den deutschenquaken zeichnet sich besonders der Pfälzer aus,gn. I l $ auch in der neueren Zeit zu einer großenei /wtigkeit emporgeschwungen hat. Er wird aufLverhältnißmäßig kleinen Distrikt zwischenHeidelberg und Mannheim und zum Theil auchder Rheins in der baierischen Pfalz erbaut,

a . Uon etwas geringerir Qualität und meistim- Man behandelt ihn im Lande jetzt viel

a„6 -4er als früher, wodurch sich die Qualität

da?" ordentlich verbessert hat und viel bessere PreiseAn^ erzielt werden, was wieder zu vermehrtemVeranlassung gegeben hat. Die dortigenl,„7leute sind dadurch zu großem Wohlstand ge-^and den besten Lagen bringt der Morgen

~ gegen 300 Fl. und darüber ein. Die bestenwerden mit 20—24 Fl. pr. Ctr. bezahlt,vufil le(jt amerikanische Tabake kaum kosten, und derni„,/^'labak ist sogar ein Ausfuhrartikel nach Spa-liab England geworden, denn die Laudleutesei, ^»gElernt, die Blätter zu glätten, wie es in die-wandern verlangt wird. Er verdankt diesen!

guten Ruf besonders seiner vorzüglichen Verwend-barkeit zur Cigarrenfabrikation, da die Blätter groß,haltbar und von schöner Farbe sind und nur schwacheNippen haben. Es geht daher auch sehr viel nachBremen, von wo man Pfälzer Cigarren sogar nachNordamerika gesendet hat, u. diese werden überhauptin ganz Deutschland in großer Menge fabrizirt. Zudiesem Zweck werden die Blätter meist schon von denErbauern sortirt in Deckblatt, Umblatt undAufarbeiter oder Einlage. Das letztere wirdauch zum Schneiden verwendet und dann Schnei-degut genannt. Auch Sandblatt kommt häufigvor und ist zum Schneiden sehr brauchbar, da eseinen hellen, sehr leichten Tabak gibt und in gün-stigen Jahren auch ziemlich lang und ganz ist. Dasgeringste, und kürzeste Sandblatt wird Sand-grumpen genannt. In einigen Lagen, besondersjenseits des Rheins, wird auch schwerer Tabak er-baut, welcher dunkelbraun und zuweilen sogar fettist und zu Schnupftabak verarbeitet wird, daher manihn Carottengut nennt. Der Pfälzertabak kommtan die Trockenschnüre gereiht in Leinwandballen von4 —5 Ctr., und die Hanptbezugsorte sind Mann-heim, Heidelberg und L>chwetzingen. Der jährlicheErtrag beträgt jetzt in Mitteljahren 150—200,000Centner; in dem ausgezeichneten Jahre 1852 wur-den sogar 250,000 Ctr. geerntet. — Der bestedeutsche Tabak nach dem Pfälzer ist der Ucker-märker, besonders aus der Gegend von Schwedtan der Oder, von dem wieder der Bierradeneram meisten geschätzt ist. Es wird viel davon inBerlin, Frankfurt a. d. Oder, Leipzig rc. verarbeitet;auch gibt es schweren dabei, der zu ordiuairemSchnupftabak verwendet wird. Die Tabake ausder Gegend von Magdeburg, Berlin und mehrerenanderen Orten dieser Regierungsbezirke kommen demUckermärker nahe; geringer sind die aus Pommern,dem Regierungsbezirk Frankfurt, der Niederlausitz,Oberschlesieu rc. Ziemlich viel Tabak von nicht ganzschlechter Qualität wird au der Werra bei Wasungenim Meiningischen, wo auch viel Rollentabak verfer-tigt wird, bei Wanfried und Eschwege in Kurhessenerbaut, und bei Hanau der sogenannte Roth-gauer, der ziemlich schwer ist; ferner bei Göt-tingen, Nordheim und Nienburg im Hannöverschen;in der Gegend von Nürnberg, der zum Theil sehrgelb von Farbe ist, die ihm aber auch häufig durchSchwefeln gegeben wird und wo auch viel Rollen-tabake in verschiedenen Formen verfertigt werden;in Tirol in den Kreisen Noveredo und Trient; imAnhaltischen bei Dessau, Oranieubaum rc.; inSachsen besonders bei Stötteritz in der Nähe vonLeipzig, eine der geringsten Sorten rc. Alle dieseTabake kommen jedoch nicht in den größeren aus-wärtigen Handel. Ein Hauptmangel fast aller deut-scheu Tabake ist ihr unangenehmer fnseliger oderknelleriger Geruch und Geschmack beim Rauchen,der ihnen auch durch die sorgfältigste Behandlungnicht ganz zu benehmen ist. — In Holla n d wirdviel Tabak gebaut, der auch größtentheils sehrbrauchbar und geschätzt ist. Der beste kommt ausder Gegend von Amersfvrt, Geldern, Oberyssel rc.,der gewöhnlich mit dem allgemeinen NamenAmersforter bezeichnet wird; geringere Sortenvon Nymwegen, Nienkerken, Wageningen rc. DerAmersforter' wird besonders sorgfältig sortirt in:Bestgut, die besten, größten und unbeschädigtenBlätter; Ausschuß - Bestgut, etwas geringer,kleiner und beschädigt; Erd gut, die über dem