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Zweiter Band.
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Tabak

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Tabak

Sandblatt wachsenden kleineren Blätter; Sand-gut und Zuygers oder Geiz. Der leichte Amers-sorter ist meist schön gelb oder hellbraun von Farbeund gibt gute Cigarrendeckblätter; das schwere Ca-rottengut kommtnn der Qualität oft dem Virginnahe und wird daher von den holländischen undniederrheinischen Fabriken zu mittlen und geringenCarotten verarbeitet. — Sehr wichtig ist der Tabaks-bau in Ungarn und Siebenbürgen, wo eineder besten europäischen Tabaksgattungen erzeugtwird. Er stammt aus der Levante, hat meist eingroßes, breites, fast rundliches, dünnes und zartesBlatt mit dünnen Rippen und größtentheils vonschöner gelber oder hellbrauner Farbe, welches einenleichten, aber doch kräftigen Tabak von angenehmemGeruch gibt; doch sind einige Sorten auch braunund schwer. Er eignet sich sehr gut zur Cigarren-fabrikation und wird größtentheils in Oesterreichverarbeitet, doch wird auch ziemlich viel ausgeführt.Seit einigen Jahren hat die Tabaksknltur in Un-garn sehr zugenommen, und auch die Einführungdes Tabaksmonopols hat sie nicht, wie man fürch-tete, vermindert, sondern vermehrt; namentlich sindan der Marosch große, bisher unbenutzte Land-strecken dazu verwendet worden. Auch hat man mitgutem Erfolg außereuropäische Tabakssorten, wieHavanna, Ohio, Maryland, Louisiana rc. sowie auchholländischen angepflanzt, der sehr gut gediehen ist;doch artet die Qualität schon im nächsten Jahre ausund es muß daher alle Jahre amerikanischer Samengesäet werden. Die Sorten werden nach den Haupt-versendungsorten der Erbauungsdistricte benannt,welche aber gewöhnlich mehrere Komitate umfassen.Die wichtigsten sind folgende: Szegediner, ausden Komitaten Bacs, Bekes, Csanad, Csongard undTorontal, ist meist dunkelbraun und schwer; Fünf-kirchn er aus den Kom. Baranya, Sümeg, Tolna,Veröcze, ebenfalls schwer und zu Schnupftabakbrauchbar; Debrecziner, Kom.: Bihar, Sza-bolcs, Szathmar, Mittel-Szolnok, Zemplin, isthellbraun, leicht und großblätterig; Debröer,Kom. Heves, ist gelb, leicht und blattreich; Wai-zener, Kom. Honth und Neograd; Arader,Kom. Arad, Bekes, Temes; Insulaner oderCserbl, Kom. Czala, ist eine geringe Sorte; Cu-pavarer, Kom. Oedenburg; Lettinger, Kom.Oedeuburg; Pest her, Kom. Pesth: Janos-hazer, Kom. Eisenburg; Vegher, Kom. Comorn;Szent - Andraser, Kom. Abaujvar rc. Vonmehreren anderen Sorten wird nur wenig erzeugtund sie kommen daher nicht zur Ausfuhr. Dasungarische Sandblatt ist gewöhnlich in kleine Zöpfezusammengedreht. Mau versendet den ungarischenTabak in Leinwandballen von 4—5 Ctr. und mitBindfaden in Bündel gebunden; manche Sortenhaben unter der Leinwand noch eine Umhüllung vonSchilfmatte. Ungarn erzeugt jährlich ca. 560.000Wiener Ctr. Tabak. In Siebenbürgen wird beson-ders im Udvarhelyer Stuhle Tabak erbaut. — Ga-lizien erzeugt vorzüglich im RegierungsbezirkStanislau jährlich ca. 34,000 Ctr. Tabak, welcherfast durchgängig schwer ist und zu Schnupftabakverwendet wird. Eine geringe Sorte, der soge-nannte Bakun oder Bauerntabak wird jetzt wenigmehr gebaut. Die Tabaksfabrikation ist in Oester-reich Monopol der Regierung, was auch in Frank-reich der Fall ist, wo überhaupt nur in 6 De-part. Tabak erbaut werden darf, der sämmtlich andie kaiserl. Fabriken abgeliefert wird. Im Elsaß er-

baut man einen dem Pfälzer ähnlichen aber geringe-ren Tabak, sowohl von leichter als von schwererQualität; der in Flandern erzeugte leichte Tabak istvon geringer Güte, der schwere, fette aber hat einenangenehmen süßsäuerlichen Geruch und gibt einensehr guten Schnupftabak. Auch in Languedoc er-baut man einen guten schweren Tabak, aus demmit Zusatz von virginischen Blättern der PanserSchnupftabak verfertigt wird. — Spanien produ-cirt fast gar keinen Tabak, sondern wird von seinenwestindischen Colonien, von Amerika, der Türkei rc.damit versehen. — Auch England erbaut nur inSchottland etwas weniges. — Bedeutend ist derTabaksbau in Rußland, besonders in Volhimen,Podolien, der Ukraine, den worouesischen und sara-towschen Colonien rc., doch ist die Waare meist sehrschwer und von geringer Qualität. Auch wird ergrößtentheils im Lande verbraucht und nur von demUkrainer und dem Saratowschen wird etwas überdie Ostseehäfen ausgeführt; der erstere ist auch zu-weilen, bei hohen Preisen anderer Sorten., nachDeutschland gekommen. — Die Türkei erzeugtviel und zuni Theil sehr gute Tabake, meist vonkleinem, herzförmigem, zartem, bränulich- oder gold-gelbem Blatt, von einem eigenthümlich angenehmemGeruch und sehr stark. Der meiste und beste wirdin Macédonien erbaut, besonders in der Gegendvon Salonichi, wo die feinste Sorte Corod a oderPaschatabak genannt wird; außerdem jedochauch in den anderen türkischen Provinzen, sowie mder Wallachei, in Griechenland, auf den Inseln undin der asiatischen Türkei (s. oben). Der türkischeTabak kommt auch häufig geschnitten u. zum Theil t! *Blasen gepackt nach Europa u. Deutschland, u. beson-ders die feinen Sorten werden sehr theuer verkauft-Auch in den Donanfürstenthümern wird Tabak er-baut; eine Sorte von gelblichbrauner Farbe, umkleinen zarten Blättern, die am Seret in der Wa-lachei gebaut wird, heißt B«schauer. In Da-! n e m a r k (bei Friedericia ), Schweden ( selbst! noch bei Gefle) und Norwegen wird auch etwasTabak erbaut, aber nur von geringer Güte und fürden Bedarf des Landes bei weitem nicht ausreichend-— Zum Verbrauch als Rauch-, Schnupf- umKautabak werden die rohen Tabaksblätter vvnden Tabaksfabriken noch auf verschiedene Art zube-reitet, indem man ihre natürlichen Eigenschaftentheils verbessert, theils ihnen einen neuen veränder-ten Geruch und Geschmack beibringt und ihnen «uwdie zu den verschiedenen Zwecken nöthige Form ß tD ’’Das erste Geschäft besteht gewöhnlich in dem @ or 'tirai der Blätter nach Qualität, Farbe rc. und d«nwird der Tabak häufig mit verschiedenen Sauceangemacht, durch welche ihm theils unangenehmEigenschaften. Schwere, Beißen auf der Zunge, u>angenehmer Geruch rc. entzogen, theils ihm e>besserer und zuweilen auch ganz fremdartiger Jf.ruch und Geschmack gegeben wird. Auf diese WM 'sowie auch besonders durch das Vermischen verschi -dener Tabakssorten werden, um so viel als mög ^die Wünsche und den Geschmack der einzelnen Ka 'ser zu befriedigen, eine große Menge verschiede ^Sorten, meist mit besonderen Namen erzeugt. ~Rauchtabak wird entweder in der FormRollen verkauft, in der er, wie schon erwähnt, aden Erzeugnngsländern kommt oder auch in Cur ¥gesponnen wird, oder er wird auf einer der Hau!dank ähnlichen Schneidelade geschnitten, ovwird zu Cigarren verarbeitet. Zum Schm