Tabak
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Tabak
sind in Hanau eine Anzahl großer Cigarrenfabrikenentstanden, welche den Bremer Fabriken im Zoll-verein und auch außerhalb desselben eine bedeutendeConcurrenz machen. Durch die im Jahre 1851 ein-getretene Erhöhung des Zolls auf ausländischeCigarren von 15 auf 20 Thlr. pr. Ctr. wurden sienoch mehr begünstigt und diese hat auch zur Folgegehabt, daß mehrere Bremer Fabriken im ZollvereinCommanditen errichteten. Auch werden jetzt in denmeisten Strafanstalten Cigarren verfertigt und inmehreren Tabak bauenden Gegenden Preußenshaben sogar die Landleute die Verfertigung von Ci-garren als Winterarbeit angefangen. — Außer dergewöhnlichen verfertigt man die Cigarren auch inverschiedenen anderen Formen und in allerlei zier-lichen Packungen in kleinen Kistchen, Körbchen rc.,z. B. kleine leichte Damencigarren, Papier-cigarren nach Art der spanischen Cigarretas, dieaus ganz fein geschnittenem Tabak bestehen, welcherin seines weißes Papier gewickelt ist; ferner nach-geahmte Manillacigarren und die sogenanntenRattenschwänze oder tznouos do rate, welchezuerst in der französischen Schweiz verfertigt wurden,7—8 Zoll lang, ganz dünn und schwarz von Farbe,aber demohngeachtet leicht sind. Die gewöhnlichenCigarren werden in Kistchen von 100, 250, 500 und1000 Stück verkauft und jetzt häufig gebündelt,d. h. 25 Stück werden mit einem Bande von Aloe-hanf oder Seide umwunden. — Man gibt den ver-schiedenen Cigarrensorten gewöhnlich besondere, abermeist sehr willkürliche Namen, welche größtentheilsvon den Benennungen der ächten Havannacigarrenentlehnt sind und diese sind nichts andres, als dieFirmen der Fabriken in Havanna, z. B. Cabanas,Dos Amigos, Woodville, Amarillos, La Fama, LaEmpresa, Uguez rc. Die einzelnen Gattungen wer-den dann gewöhnlich noch nach den Farben sortirtin gelb (yellow), lichtbraun, braun rc. Lpottodheißen die getigerten mit kleinen gelben Flecken, diebesonders in manchen Gegenden beliebt sind unddeshalb gewöhnlich theurer sind, als andere.
Der S ch u u p f t a b a k wird in einer außerordent-lichen Menge verschiedener Sorten verfertigt und dieFabrikation desselben ist jetzt das lucrativste Geschäftder Tabaksfabriken, weil sich der Tabak dazu durchverschiedene Saucen mehr oder weniger dauerhaftsehr verändern u. verbessern läßt, so daß der Werthdesselben nicht selten verdoppelt und verdreifachtwird. Man kann die Schnupftabaksorten in zweiHaüptclassen theilen, nämlich grobe körnigeund fei ne mehlartige. Auch sind sie durch ihreReaction verschieden; einige sind durch Essigsäureoder Milchsäure sauber, andre durch Ammoniak al-kalisch, andre wieder sind völlig neutral. Es rührtdas von den verschiedenen Ingredienzen her, welchezu den Saucen genommen werden. Zu denSchnupftabaken verwendet man im Allgemeinenschwere Tabake und zu der groben, körnigen Gat-tung vorzüglich schwarze fette virginische Blätter;da aber die Quantität derselben ebenfalls für denBedarf bei weitem nicht ausreicht und sie daher ver-hältnismäßig sehr theuer sind, so müssen hierbei ganzbesonders oft die Saucen aushelfen. Zu den grobenSchnupftabaken, besonders zu den besseren Sorten,formt man aus den Blättern gewöhnlich zuerstCarotten, indem man 4—5 Pfd. von dem stärk-sten Theile der Hauptrippe befreite und saucirteBlätter fest zusammenschnürt, so daß sie einen etwa18 Zoll langen, spindelförmigen, oben und unten
spitzig zulaufenden Körper bilden, der noch mit Bind-faden umschnürt (ficellirt) wird. Der Tabakwird dadurch, besonders wenn die Carotten längereZeit auf dem Lager bleiben, wesentlich verbessert, in-dem sich seine Kraft darin noch mehr entwickelt unddie Sauce sich besser und gleichmäßiger durchzieht.Die beste Sorte der Carotten wird Mops oderDoppelmops genannt, weil auf jeder Carotte einoder zwei kleine Zettel befestigt sind, auf denen zweiMöpse, das Zeichen einer alten holländischen Fabrik,gedruckt sind. Die darauf folgenden Sorten werdengewöhnlich St. Vincent und St. Omer genanntund außerdem die Qualitäten noch durch Prima undSecunda unterschieden. In Holland und besondersin Rotterdam gibt es große und berühmte Fabriken,welche sich hauptsächlich mit der Verfertigung vonCarotten beschäftigen; doch gibt es auch im Zollver-ein, namentlich in Köln und Mannheim, zum TheilCommanditen von holländischen Carottenfabriken,sowie in Hamburg, Bremen rc., und außerdem ver-fertigen auch mehrere große Tabaksfabriken an an-deren Orten Carotten. Das Zerkleinern der Car-rotten und auch der Blättertabake geschieht entwederauf Stampfmühlen mit Messern, oder auch mit derHand vermittelst großer Wiegemesser; außerdemwerden auch die Carotten zuweilen vermittelst einerArt eisernen Reibeisens, das auf dem Rande einerhölzernen Scheibe, welche senkrecht um ihre Ape ge-dreht wird, befestigt ist, zerrissen oder rappirt,wodurch der Schnupftabak ein mehr faseriges alsrundes Korn erhält. Den schwarzen gekörntenSchnupftabak nennt man ebenfalls Doppelmops,St. Vincent, St. Omer, feine Sorten auch Kar-dinal oder Grand-Cardinal, Düukirchner oderDünkerquer, und die geringsten Naturell,Rappe rc. In Frankreich verfertigt man der-gleichen auch von hellbrauner Farbe, der aus einerMischung von virginischen Blättern nud einer imLande erzeugten Tabaksgattung besteht und theilsdavon, theils durch eine Sauce einen eigenthüm-lichen , salmiakähnlichen Geruch erhält. Er kommtauch unter dem Namen Pariser oder Robil-lard (nach einem Pariser Fabrikanten) in Blei-packeten nach Deutschland und wird zu einem, imVerhältniß zu seiner wirklichen Qualität sehr hohenPreise bezahlt; auch wird er von deutschen Fabrikenhäufig nachgeahmt. Der Geruch der körnigenSchnupftabake und ebenso auch der Carotten ist ent-weder säuerlich oder mehr süßlich, und in manchenGegenden wird diese, in anderen jene Art vorgezogen.Auch gibt man manchen Arten einen künstlichen Ge-ruch, besonders durch Rosenöl, und von dieser Artist namentlich der sogenannte Ma cuba; nicht seltenwird er auch für Käufer, welche eine gauz schwarzeFarbe verlangen, mit Frankfurterschwarz u. dgl.gefärbt. — Zu den mehlartigen Schnupftabakenwerden die Blätter völlig getrocknet und dann auseiner eigenen Mühle gemahlen; auch werden vieRippen oder Stengel dazu verwendet. Sie sind da-her in der Regel nicht schwarz vou Farbe, sondernbraun oder gelb, auch zuweilen ziemlich trocken.Bon diesen sind die Sorten auch mannichfaltiger alvon den schwarzen, auch gibt man ihnen häuftge»als jenen fremde Gerüche durch Rosenöl, Beilchci -wurzel, Toukabohneu u. dgl. Besonders gangbaSorten sind: Marocco, der ursprünglich voden Fabriken der Gebr. Bernard in Offenbach -Regensburg verfertigt und von diesen auch nocymeist bezogen wird; Marino ist nicht ganz sett ,