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Zweiter Band.
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Tabakslüki

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Tache

Spaniel, wie schon oben erwähnt, aus schweren,rothgefärbten Havannablättern in Spanien ver-trügt, ist in Europa nicht sehr im Gebrauch;Brasil entweder fein gemahlen und von gelblicherFarbe, oder auch grob und schwarz; Holländer,ebenfalls aus der genannten Fabrik in Offeubach;Bolongaro, nach gleichnamigen Fabriken inHöchst, Aschafsenburg rc. benannt. Diese Tabakewerden von Fabrikanten in Packeten von 1 und V 2Psd. verkauft, deren Umhüllung inwendig Tabaks-ölei sBleidosen) und außen Papier mit Eti-ketten rc. ist. Zum Kauen wird der Tabak meistnur in den Seestädten und Küstenländern u. haupt-sächlich von den Seeleuten gebraucht, die er gegenden Skorbut schützen soll. Man nimmt dazu meistganz schwere schwarze oder saucirte Tabake, theilsgeschnittene, theils in Rollen gesponnene, wie Brasil,wid auch mehre dazu besonders angefertigte Sorten.Dergleichen sind der holländische Nessing, dünneschwarze Rollen von Amersforter Bestgut; der Lady-Twist aus Amerika und England, ganz dünne feder-kselstarke Röllchen von schweren und saucirten vir-ginischen Blättern, die zu einer etwa 5 Zoll langen,IV 2 Zoll breiten und 7a Zoll dicken Stange zufam-wengewunden und gepreßt sind; die ebenfalls ausAmerika kommenden Negerzöpfe, eine geringereSorte in fingerdicken, schwarzen und sehr feuchtenZusammengedrehten Zöpfen; in Frankreich der Bri-set, ebenfalls eine geringe Sorte in 7a Zoll dickenRollen rc. Im Innern Deutschlands wird nurselten Kautabak gebraucht. Der Tabak wird auchZuweilen frisch als Ilerba Kiootanae, oder der frischausgepreßte Saft. als Extract eingedickt, in derRredizin gegen Wassersucht und Krankheiten derHarnwerkzeuge, gegen Krätze und trocknen Grind"fid der Rauch desselben gegen Zahnschmerz und zu^listiren bei Scheintodt, eingeklemmten Brüchen,«oliken rc. gebraucht. — Als Surrogate des TabaksWerden setzt zuweilen Runkelrübenblätter nicht alleinZu Cigarrendeckern, wie schon oben erwähnt wurde,benutzt, sondern auch unter ordinairen Rauchtabakgeschnitten, daher sie besonders in Magdeburg einwrmlicher Handelsartikel geworden sind, und die-abaksbauer im Auhaltischen schneiden auch zuweilenunter den Tabak, den sie geschnitten an die Fabri-wnten verkaufen, Sauerkirschblätter, wodurch derGeruch desselben verbessert werden soll. In den?bogesen rauchen und schnupfen die Landleute auchble Blätter der Arnica oder des Wolverlei, welchedeshalb in Frankreich Tabac des Yosges genannt^7'd. Auch mischt man zuweilen Rosenblätter.^ornblnmenblätter u. dgl. unter den Rauchtabak.

ihm einen angenehmen Geruch zu geben, und^ Manchen Orten wird ein Gemisch von solchen^lumenblättern auch unter dem Namen Blumen-"bak verkauft.

sind ganz dünne Bleiblätter von^apierstärke, in welchen Schnupftabak und zuweilen^uch Rauchtabak in Packeten von 1 , 1 / il 7-t Pfd. rc.| e Padt wird, indem man durch Zusammcnlöthenwgenannte Blei dosen daraus verfertigt. Das7 ' e j zuerst in dünne Tafeln gegossen u. dann

au^zewalzt.

^ubakshandel, s. Handel.

-Tabakspfeifen von Horn, Holz und mit beson-nte? köpfen von Porzellan und anderer Tbon-DdReerschaum, Diaserholz rc. werden von den

Wechslern verfertigt u. wohlfeile Arten an manchen

"kn, z. B. in Rnhla bei Eisenach, Rumburg in

Böhmen rc. auch fabrikmäßig. Sie sind aber setztin Folge der großen Verbreitung der Cigarren wenigmehr gangbar; dagegen verfertigt man viel Ei gar-renspitzen von Horn, Meerschaum, Bernstein,Cocosnuß, Silber und anderen Metallen, selbst vonGuttapercha. Besonders die Spitzen von Meer-schaum, der zum Theil künstlich geschnitzt wird, mitMundstück von Bernstein sind jetzt ein häufig ge-brauchter Luxusartikel geworden; man verfertigt siein Lemgo, Nürnberg, Wien, Dresden rc. Die früherhäufig verfertigten weißen Thonpfeifen sind jetztebenfalls fast ganz außer Gebrauch gekommen; siewurden sonst am besten und in großer Menge inGouda in Holland fabrizirt, außerdem in Köln,Großalmeroda in Kurhessen, Neuwied. Grimma inSachsen u. m. a. Orten, wo aber die Fabrikationjetzt entweder ganz aufgehört hat, oder doch nur nochganz schwach betrieben wird.

Tabaschir oder Tabax, s. Bambusrohr.Tabascopfeffer, s. Piment.

Tabletterie nennt man eine Menge theils zumLuxus, theils zuin Bedürfniß dienender Gegenständevon Holz, Horn, Knochen, Schildkrot, Elfenbein,Perlmutter, Meerschaum. Haaren, Kernen undSchalen von ausländischen Bäumen rc. Sie fallenmeist in das Arbeitsgebiet des Drechslers, außerdemauch des Kunsttischlers, Schnitzers, Gravirers,Kamm-, Bürsten-, Pinselmachers rc.; viele derselbenaber werden auch fabrikmäßig verfertigt. Dies istin Frankreich häufiger der Fall als in Deutschland,und besonders im Depart. der Oise sind viele Tau-sende mit der Verfertigung von Kämmen, Bürsten,Knöpfen an Kleider, Schirme und Stöcke, von Falz-beinen, Nadelbüchsen, Kästchen, Messerheften, Löffeln,Spielmarken. Fächergestellen u. dgl. beschäftigt. InDeutschland wird besonders die Fabrikation vonKämmen, Bürsten, Pinseln, Peitschen. Schirmen rc.an einigen Orten in ziemlicher Ausdehnung betrie-ben, namentlich in Nürnberg und Fürth, Tübingen,Dresden, Leipzig, Hamburg, Augsburg, Chemnitz rc.sowie an den unter Holz Waaren angegebenenOrten. Viele Schnitzwaaren in Elfenbein, Meer-schaum, Holz, Hirschhorn, Bernstein rc. werden vonDrechslern verfertigt und geben ihnen einigen Ersatzfür die Verfertigung von Tabakspfeifen, welchefrüher die Hauptbeschäftigung vieler Drechsler war.

Tacamahacgummi, Gummi oder llesinaTacamahac, von einer noch unbekannten Pflanze,vielleicht eine Abart des Anime und von diesem nurdurch Farbe, Alter oder Form verschieden. Es be-steht aus leichten, zerbrechlichen Stücken von röth-licher gelbbrauner Farbe, mit weißen Flecken, vonschwachem, angenehmem Geruch; eine geringereSorte kommt in größeren, festen, gewöhnlich mitHolzsplittern vermischten Stücken, die an den Eckenröthlich durchscheinend, auf dem Bruche glänzendsind. Angezündet verbreitet es einen dem Weih-rauch ähnlichen Geruch, weshalb es zuweilen zumRäncherpnlvcr verwendet wird. Es komint meistmit Beimischung von Colophonium und gemeinemHarze vor. Man unterscheidet eine westindische Sorte,scharf gewürzhaft und bitter schmeckend, welche in derMedizin verwendet wird, u. eine ostindische. die nuräußerlich gebraucht wird. Beide ziemlich obsolet.

Tache, einer der besten rothen Burgunderweineerster Classe, aus der Gegend von Vosne bei Nnitsim Depart. Cotcd'or. Er ist geistig, fein und zartund hat schöne Farbe, guten Geschmack und ange-nehme Blume.