Tartarus
Capioka 637
werden, als früher, außerordentlich vermehrt hat.Diese Wohlfeilheit ist theils durch die Anwendungdes billigen endlosen Maschinenpapiers, theils durchden Druck der meisten Sorten vermittelst Walzenund überhaupt durch die wohlfeilere Herstellungrößerer Quantitäten in Folge des starken Ver-rauch« erzielt worden. Jetzt verwendet man auchzu ganz wohlseilen Sorten in der Masse gefärbtesPapier, welches gar nicht grundirt, sondern nur be-druckt zu werden braucht. Einige Arten der Tape-ten werden auch noch mit hölzernen geschnittenenFormen init der Hand gedruckt und andere auchtheilwcise ausgemalt, vergoldet, versilbert rc., undüberhaupt ist bei der großen Manuichfaltigkeit derDessins nicht allein aus Wohlfeilheit, sondern auchauf Pracht und Reichthum gesehen. Man kann siein folgende Classen theilen: 1) Einfache, mitfarbigem Grunde und ausgedruckten ein- oder mehr-sarbigen Mustern; 2) jatinirte, deren Grundatlasartig glänzt; 3) velontirte oder Sammt«tasteten, bei denen das Muster ganz oder zumTheil mit Firniß ausgedruckt und dann mit feinergefärbter Scheerwolle bestäubt ist; auch wird zuwei-len der Grund auf diese Weise behandelt und in denMustern Vergoldung oder Versilberung angewendet,oder man nimmt anstatt der Scheerwolle Bronze-pulver , Streuglauz, Glimmerpnlver, wodurch diereichsten Verzierungen erzeugt werden; 4) Deko-rationstapeten, welche Städteanstchteu, Land-schaften u. dgl. darstelle», entweder grau in grau,oder mit natürlichen bunten Farben; 5) architek-tonischeTapeten, durch welche Säulen, Hallen,Mauerwerk u. dgl. dargestellt sind. Außerdem ver-fertigt man besondere Bordüren, Leisten, Marmorzu Lambris, Thür- und Deckenstllcke rc. — Manbezog früher die schönsten Tapeten aus Frankreichund auch noch jetzt kommen dergleichen daher; aberdie deutschen Fabriken liefern sie gegenwärtig ebenso schön und in manchen Gattungen noch vorzüg-licher als die französischen. Es gibt namentlichFabriken in Wien, Berlin, Dresden, Würzen beiLeipzig, Köln, Kassel, Nürnberg rc. In Deutsch-land werden die Tapeten gewöhnlich in Stücken vonohngefähr 15 Dresdner Ellen Länge und 20 ZollBreite verfertigt, doch ist dies in den einzelnenFabriken nicht ganz gleich. — Ueber Wachstuch-lapeteu, s. Wachstuch.
Tapioka, s. Kassavastrauch.
Tapisserie, s. Stickereien.
Tapisseriemuster, s. St ick in u sier.
, Tara oder Th ara heißt eigentlich das was voneiner Waare wegen mangelhasler Güte oder Mengenicht bezahlt wird; doch versteht man darunter all-gemein das Gewicht der Umhüllung, des Fasses, derKiste, des Sackes, der Emballage rc. in denen eineWaare versendet oder aufbewahrt wird. Das Wä-gen dieser Umhüllung heißt daher tariren. DieTara wird im Waarenhandel aus verschiedene Weiseberechnet, entweder soviel als die Umhüllung wirk-"ch wiegt (Nettotara, Originaltara, odernach gewissen durch den Gebrauch bestimmten Sätze»(usuelle oder Usotara), und die letztere ent-weder nach einem bestimmte» Satze sür jedes Colloohne Unterschied, oder nach Procenten vom Brutto-gewicht (Procenttara). Bei der Verzollungber Waare» sind auch gewöhnlich gewisse Tarasätzelur die verschiedenen Waaren- und Verpackungs-arten festgesetzt, welche gesetzlicheTara heißen.
Aus manchen Handelsplätzen wird für manche Waa-ren auch noch ein besonderer Gewichtsabzug vomCollo oder nach Procenten berechnet, welcher Su-per t a r a oder Sopratara genannt wird. Wennvon einer Waare eine größere Anzahl gleichmäßigerColli mit Nettotara verlaust wird, so werden auchzuweilen nur einige Colli ausgeschüttet (gestürzt)und die Umhüllung derselben gewogen, deren Ge-wicht man dann auch als Tara der übrigen an-nimmt, und diese nennt man Durchschnitts-tara. Die Nettotara von Fässern wird zuweilenbei der Versendung auf den unteren Boden derselbengeschrieben, indem man zwischen die Ziffern eingroßes T setzt, und so bedeutet z. B. 8 T 6 , 86 Psd.Tara.
Tarares nennt man in Frankreich verschiedenein und um Tarare im Departement Oise verfertigteLeinenwaaren, namentlich eine Gattung gute Hanf-leinen und mehrere mit Baumwolle gemischte oderauch ganz baumwollene Cotonnaden.
Tari heißt ein in Ostindien verfertigter Palmen-branntwein.
Tarif nennt man ein öffentlich bekannt gemachtesVerzeichniß gewisser gesetzlichen Bestimmungen,namentlich der Zollsätze (Zolltarif), v. i. einVerzeichniß dessen, was an den Staat sür ein- undausgehende Waare an Zoll zu bezahlen ist, derChaussee- und Brückengeldsätze, über die Annahmeausländischer Münzen in den öffentlichen LassenlMünztarif) rc. Tarifiren heißt in einenTarif bringen, undtarifirte Münzen nenntman diejenigen, denen durch den Münztarif ei» ge-setzlicher Cours gegeben ist.
Tarlatan, Tarnatane oder Tirletane isteine Art sehr dünner und klarer baumwollener Mus-seline, welche aus Ostindien stammeu, und auch eineArt Gaze oder Flor mit seidener Kette und baum-wollenem Einschlag.
Tarliggi, Tarliscetti oder Tarlizzi, s.Terlices.
Tarnowitzer Roth ist eine rothe, Eisenoxydenthaltende Erdfarbe, die bei Tarnowitz in Schlesiengefunden wird.
Taro, Silber- und Rechnungsmünze auf derInsel Malta.
Tartans oder Tartan-Plaids sind wolleneoder halbwollene Zeuge mit großen buntcarrirtenMustern in schottischem Geschmack, die auch ur-sprünglich in Schottland und England verfertigtwurden. Namentlich versteht mau jetzt dergleichendicke wollene Zeuge zu Mäntelsutter darunter, diein Berlin, Brandenburg, Langensalza, Brünn,Krimmitzschau, Merane, Heidenheim rc. verfertigtwerden. Auch nennt mau große, buntcarrirte wol-lene Umschlagetücher zuweilen Tartanshawls.
Tartarische Messer sind verschiedene ArtenMesser und Dolche, mit vorzüglich guten Klingenund mit Griffen von Elfenbein, Horn, Achat rc.,zum Theil reich verziert, die in Persten a. a. Län-dern des inneren Asiens verfertigt werden und zu-weilen über Rußland nach Europa kommen.
Tartarus, s. Weinstein. — T. ammoniatus,
s. Weinstein, ammoniakhaltig er. — T. an-timonialis, s. Spießglanzwein stein. — T. bo-raiatus, s. Boraxweinstein. — T. emeticue,f. Spicßglanzblumen. — T. ferratus odermartiatus, s. Stahlkngeln. — T. natronutus,s. Seignettesalz. — T. stibiatus, s. Spieß-glanzblumen. — T. tartarisatus, s. Wein-