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Zweiter Band.
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638
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Tartras kaii-natricns cum aqua 638

stein, tartarisirter. — T. vitriolatus, s. Kali,schwesels aures.

^artras Lall - natricus cum aqua , s.Seignettesalz.

Taschenpfeffer, s- Pfeffer, spanischer.

Taschentücher oder Schnupftücher in Lei-nen, Baumwolle und Seide, weiß, einfarbig, bunt-gedruckt und gemustert werden in großer Mannich-faltigkeit verfertigt. Weiße leinene und Batist-taschentücher verfertigt man in Valencieunes,Cambray rc. in Frankreich, sowie in Schlesien,Böhmen, der Oberlausitz, Westphalen rc.; weißebaumwollene im Erzgebirge, Voigtlande, in Böh-men, Schlesien rc. Diese beiden Gattungen werdenjetzt häufig gestickt, theils um den ganzen Rand,theils nur in den Ecken oder nur in einer Ecke miteinem weiß oder bunt eingestickten Buchstaben oderweiblichen Bornamen, auch mit Spitzengrund durch-brochen, mit schmalen Spitzen besetzt rc. DieseTücher, welche jetzt ein sehr beliebter und stark ge-brauchter Artikel sind, werden im Erzgebirge undVoigtlande, sowie in den Stickereimanufakturen inDresden, Leipzig, Wien, Berlin u. m. a. großenStädten verfertigt, und ganz besonders in Frank-reich wird damit großer Luxus getrieben. Buntge-vruckte leinene Tücher mit rothem Grunde undschwarzen und weißen Mustern nach Art der ostin-dischen seidenen, theils ganz von Leinengarn, theilsmit Baumwolle gemischt und auch dergleichen ganzbaumwollene, find ebenfalls sehr gangbar und wer-den an mehreren Orten in Sachsen, Böhmen rc.verfertigt. Andere gedruckte baumwollene liefernalle Kattunfabriken und Druckereien, zum Theil zusehr wohlfeilen Preisen, auch mitunter bunt gewebte,gegitterte rc. Bunt gedruckte seidene Schnupftücherkommen ächt nur aus Ostindien, von denen die inOstindien gedruckten Bandanoes, die in Eng-land gedruckten Corahs (s. beides) genannt wer-den. Diese Tücher werden auch häufig in Elber-feld, Barmen rc., sowie in Berlin, Wien u. a. Ortennachgeahmt, kommen aber in der Qualität den ost-indischeu nicht gleich.

Tassenroth, s. Safflorroth.

Tau, s. Tschau.

Taubenkropf oder hohlwurzeliger Erd-rauch, Oor^clalis eava oder Fuinaria bul-bosa, eine in schattigen Wäldern wachsende Pflanze,mit weitschweifigem eckigen Stengel, der wie dieBlätter graugrün ist und röthlichen, kleinen Blu-men. Das blühende Kraut wird gesammelt, hatfrisch einen unangenehm stark bitteren Geschmack,der bei dem getrockneten Kraut bitter-salzig wird.Das Kraut und die halbkugelförmige, inwendigstrahlig hohle Wurzel von 3 — 4 Zoll Durchmesser,ist früher, jetzt nur noch selten, in der Medizin ge-braucht worden. — S. auch Erdscheibe.

Taubnessel oder taube Nessel, Lamiumalbum, eine in ganz Europa aus wüsten Plätzen,an Zäunen rc. wachsende Pflanze mit weißen, auchgelben und rothen Lippenblüthen, welche besondersals Hausmittel gegen leichte Katarrhe als Thee rc.gebraucht und daher unter den Namen Flores Lamiialbi oder Flores Urtricae albae oder mortuae inden Apotheken geführt werden. Durch das Trocknenwerden sie gelblich und haben einen süß schleimigenGeschmack und süßlichen Geruch.

Taue, s. Seile.

Taufstern, s. Speckstein.

Taurinotuch, s. Haardecken.

Teftik

Tausch, Tauschhandel, s. Handel.

Tausendgüldenkraut, rother Aurin, Bit-terkraut, Erdgalle, Ery thraea eentau-rium, eine in ganz Europa auf sonnigen Wiesen,besonders in Berggegenden, häufig wachsende ein-jährige Pflanze mit vierkantigem, gegen 12 Zollhohem Stengel, ovalen eiförmigen, gegen einanderüberstehenden Blättern und kleinen rothen, eineTrugdolde an der Stengelspitze bildenden Blüthen.Die ganze Pflanze ist geruchlos und hat einen reinbitteren Geschmack. Das Kraut und die Blüthenwerden in der Medizin gebraucht und daher gewöhn-lich die blühenden Stengel gesammelt, welche inkleine Bündelchen gebunden unter dem NamenLnmniitates (Flores, Herba) Centaurii minoris inden Droguenhandel kommen. Oft finden sich auchStengel der kleineren Erythraea ramosissima dar-unter, welche gleiche Wirkung hat und gegen Fieberangewendet wird. Der daraus bereitete Extract hatdie zweite Consistenz.

Tavel, ein rother, häufig ins Ausland gehenderLanguedocwein aus dem Depart. Tarn, ziemlichleicht und von angenehmem Geschmack, der aberschon nach einigen Jahren die Farbe verliert undgelblich wird.

Tavola, ein italienisches Feldmaß.

Tawara, ein Ballen Reis in Japan.

Taxus, s. E i b e n b a u m.

Tcheuse oder Tscheutse ist ein sehr weiches undgeschmeidiges chinesisches Seidenzeug, das sich wa-schen läßt, ohne viel von seinem Glänze zu verlierenund daher in Asien häufig zu Beinkleidern, Unter-kleidern rc. gebraucht wird.

Teakbamn, Tiek-, Teck- oder Tekabaum,auch indische Eiche genannt Teetonia gran-dis oder T. Theca, ein in Vorder- und Hmter-indien, auf den oftindischen Inseln rc. in großenWäldern wachsender Baum, der bis 50 Fuß Höheund 2 Fuß Durchmesser erreicht und IVa Fuß langeund y 2 Fuß breite, länglich eirunde, oben weißpunktirte, unten silberweiße Blätter hat. Das sehrharte, harzige und dauerhafte Holz (Teakholz) istbraun von Farbe, dem Eichenholze ähnlich; es leidetwenig von Nässe und Wärme und ist auch gut zubearbeiten. Es ist ein vortreffliches Schiffsbauholzund wird dazu in ganz Ostindien fast ausschließlichverwendet; auch hat man den Baum zu diesemZwecke in mehreren Gegenden Ostindiens ange-pflanzt. Es ist dem Eichenholze noch vorzuziehen,weil es ein Harz enthält, das es gegen Fäulnißschützt, und keine Galläpfelsäure, welche das Eisenangreift und Würmer anlockt; auch ist es demTrockenmoder nicht unterworfen. Eine Gattungdesselben mit besonders feinen und geraden Fasern,welche P u o n genannt wird, gibt die besten Schists-masten. Das beste wächst in der Gegend von Bom-bay und Surate, dann folgt das von der Küste Ko-romandcl und Malabar; das aus Pegu ist das ge-ringste.

Tecklenburger Leinen sind verschiedene ordr-naire und mittle hänfene und flächsene Leinen, welchein der Gegend von Tecklenburg, Jbbenbühren, Leu-gerich rc. im preußischen Regierungsbezirk Dürrsterund auch in einigen Orten der hannöverschenschüft Lingen verfertigt werden. Man unterscheid^davon wie von den Löwcntlinnen Oberband, un #terband und Einband. .

Teftik heißt im Orient das persische Ziegen-haar.