Telegraphen
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Teppiche
chemische Papier befindet, genau in derselben Artfortgleiten u. zwar Kraft der vollkommenen Gleich-zeitigkeit, welche in dem Gange der beiven Apparateherrscht, und welches auch der Gang der Schwin-gungen sein möge, sich immer an derselben Stellebefinden. Was sich ereignet, wenn man die Spitzender beiden Apparate durch einen metallischen Drahtverbindet, und wenn mau eine elektrische Strömungdurch diesen Draht gehen läßt, erhellt aus folgendem.Da die Strömung hergestellt ist, sobald die Spitze,welche das Original der Depesche durchläuft, aufdem Papier vorangleitet, so dringt die Electricitätdurch die Scheibe, entwischt in die Erde, und aufdem Papier des Empfängers wird keine Wirkunghervorgebracht; sobald aber die Spitze über einenisolirenden Körper, z. B. den Anker, weggeht, soüberspringt die Electricität, die keinen Ausweg findet,die Entfernung, indem sie dem Drahte folgt, gelangtan die Spitze des andern Apparats, dringt durchdas chemische Papier, und da dasselbe mit einer Auf-lösung von Potasche -Cyanür geschwängert ist, sowird sie einen blauen Eindruck zurücklassen. Mankann daher begreifen, daß das Papier, welches dieDepesche aufzunehmen hat, ebensoviele blaue Punktedarbieten wird, wie es deren schwarze Punkte aufdem Original der Depesche gibt, und daß die De-pesche nach einer unendlichen Reihe von Einstel-lungen und Uebermittelungen der Strömungengenau reproducirt werden wird. Es ist daher er-wiesen, daß dieses System nicht blos auf gewöhnlicheDepeschen anwendbar ist, sondern daß man damitauch Musik, Pläne, Zeichnungen, mit einem WorteAlles, was auf Papier geschrieben werden mag,überwachen kann. Hinsichtlich der Kosten wird nichtmehr die Zahl der Worte, sondern die Größe desBlattes maßgebend sein. — In Frankreich ist dasneue System bereits in die Praxis eingeführt.Oesterreich für seine sämmtlichen Staaten, Preußenund die meisten übrigen deutschen Länder haben dendeutsch-österreichischen Telegraphen ver-ein unter sich gestiftet, der einen gemeinschaftlichenTarif hat, nach welchem 20 Worte auf 10 Meilenjetzt 8 Sgr. (— 28 Kr. südd. W.), statt wie früher12 Sgr. (— 42 Kr. südd. SB.) kosten, unv was dieGebührensteigerung nach der Entfernung betrifft, sobestehen innerhalb der Vereinsgrenzen nur noch 4Zonen oder Rayons mit den Distanzen bis zu 10,von 10 bis 45, von 45 bis 100 und über 100 Weil.Ein einfaches Telegramm kostet demnach, je nachdemes bis auf 10, 45, 100 oder über 100 Meilen weitzu befördern ist, nur 8 , 16, 24 oder 32 Sgr. DieErmäßigung beginnt hiernach bei kleiner Entfernungmit 1 f 3 u. steigt bis zur Entfernung von 200 Meil.auf 2 /s, indem künftig bei letzterer Distanz statt3 Thlr. 6 Sgr. nur die Maximaltaxe von 1 Thlr.2 Sgr. für das einfache Telegramm zur Erhebungkommt. Die Vereinsregierungen (Oesterreich, Preu-ßen, Baiern, Sachsen, Württemberg, Hannover,die Niederlande, Mecklenburg-Schwerm und Badenunterhalten auch Telegraphenliuien und Stationenin anderen Staaten, namentlich in Braunschweig,Großherzogthum Hessen, Kurhessen, Nassau, densächsischen Herzogthümern und Frankfurt a. M.Sodann steht das deutsch-österreichische Telegraphen-netz mit der Schweiz, Frankreich, Belgien, Holland,Italien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Groß-britannien und Irland, «Spanien und Portugal,Rußland, der Moldau und Walachei, Serbien,Griechenland und der Türkei gegenseitig in Verbin-
dung. — Man hat auch unterseeische Telegraphen,wodurch Inseln mit Continenten und Continentemit Continenten gegenseitig verbunden werden, an-gelegt, deren Zahl sich in letzterer Zeit bedeutendvermehrte.
Isis greggie nennt man in Italien leicht ge-webte böhmische und lausitzer Leinen, entweder vongebleichtem Garne oder im Stück gebleicht.
T 6 l 6 rigate heißen in Italien die bunt gestreif-ten und gegltterten, meist mit Baumwolle gemischtenLeinen, die besonders in der Gegend von Neustadtbei Stolpen, Hohenstein und Sebnitz in Sachsen,sowie in und um Rumburg, Schluckenau re. in Böh-men verfertigt werden.
Teleskope, s. Fern röhre.
Tellur ist ein in der Natur selten und stets ge-diegen, besonders in einigen sibirischen Golderzen,doch auch mit Silber, Kupfer, Blei, Wismuth undSelen vermischt vorkommendes Metall. Es hat einedunkle Zinnfarbe, wenig Glanz , spiegelnde Bruch-fläche, blätteriges Gesüge, ist leicht zerreiblich, fastnicht dehnbar, verändert sich weder an der Luft nochim Wasser, wird nur von Salpetersäure u. Königs-wasser aufgelöst und hat ein spez. Gew. von 6 ,n 5 bis6 , 343 - Es schmilzt bei dunkler Rothglühhitze undbildet dann, wenn es langsam abgekühlt wird, einstarkglänzendes, blättriges Gefüge, auch läßt es sichdestilliren. In freier Atmosphäre erhitzt brennt esmit bläulicher Flamme und stößt dann einen eigen-thümlichen , unangenehmen Geruch aus. ImAeußern gleicht es am meisten dem Antimon, seineVerbindungen aber sind denen des Schwefels undSelens ähnlich. Von manchen Chemikern wird esjedoch nicht zu den Metallen gerechnet, sondern indie Reihe der Elemente zwischen Schwefel und Phos-phor gestellt. Bis jetzt hat es noch keine technischeAnwendung gefunden.
Teltower Rüben, s. M ä r k i s ch e R ü b e n.
Teman, Tom an, ein Maß für Getreide inMekka.
Temen, ein Getreidemaß in Tripolis.
Templinöl, s. K r u m m h o l z ö l.
Ten, ein Hohlmaß im birmanischen Reich.
Teneriffaweine, weiße Weine von der kana-rischen Insel Teneriffa, von gelber, ins Bräunlichespielender Farbe; sie haben Aehnlichkeit mit denMaderaweinen, für welche sie auch oft verkauft wer-den. Die meisten sind stark und trocken, nach Artdes Dry-Madera, haben aber etwas weniger Körperund Wohlgeruch; die übrigen sind süße, feine undwohlriechende Malvastere, aber ebenfalls etwas ge-ringer, als die von Madera. Beide Arten sind sehrhaltbar, vertragen den weitesten Transport und ge-winnen sogar noch dadurch.
Teppiche zum Belegen der Zimmerfußböden undzum Bedecken von Möbeln, Betten rc. werden Wgroßer Mannichfaltigkeit, aus verschiedenen Stoffenund auch sehr verschieden in Bezug auf Schönheitund Werth verfertigt. Sie haben meist eingewebteund zuweilen auch aufgedruckte Muster von lebhaftenFarben, und bestehen größtentheils aus Wolle, ostmit Leinengarn oder Baumwolle gemischt, doch auchaus Thierhaaren, Espartogras u. dergl., und außer-dem verfertigt man auch Teppiche von Wachstuch-Früher kamen die schönsten Teppiche ausund der Türkei, die sich besonders durch schöne leb-hafte Farben u. durch die Weichheit und Elastizuader Poile auszeichneten; jetzt aber verfertigt wasie in Europa eben so gut und schön und bedeuten