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Zweiter Band.
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Terlices

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Terpentinöl

billiger. Am wichtigsten sind die sammet- oderhlüschartig gewebten mit aufgeschnittener wollenerPoile und Einschlag von Leinengarn, die man inverschiedenen Gattungen und Größen, einzeln und'n ganzen Stücken, mit schönen lebhaften Mustern,Blumen, Figuren und anderen Gegenständen innatürlichen Farben besonders in Frankreich, Eng-land und Belgien, aber auch an mehreren Orten inDeutschland verfertigt. Eine wichtige Erfindungbeim Weben derselben, wodurch sie zugleich vielwohlfeiler hergestellt werden können als sonst, ist dasBedrucken der Kette, wobei das Muster, welches derTeppich erhalten soll, genau so in die Länge gezogenlst, wie es das Aufheben der Kettenfäden zur Bil-dung der Poile nöthig macht. Auch verfertigt mandergleichen mit unaufgeschnittener Poile, so daß dieOberfläche anstatt mit senkrecht stehenden Wollsäden,wit kleinen Schlingen bedeckt ist. Ferner gibt esVerschiedene Arten glatter Teppiche, ebenfalls vonWolle, Leinen und Baumwolle verschiedentlich ge-wischt; Tischteppiche von gewalktem Wollentuch oderFilztuch mit aufgedruckten Bordüren, MittelstückenU-dgl. in lebhaften Farben, auch mit erhaben ge-preßtem und dann mit gefärbter Scheerwolle be-decktem Druck; Mosaikteppiche von Fonrobert undPruckner in Berlin, bei denen durch ein eigenthüm-liches Verfahren die Poile vermittelst eines Firnissesauf ein leinenes Gewebe geklebt ist, u. m. a. Arten.

Frankreich ist die Teppichmanufaktur sehr aus-gebreitet und wird am stärksten in Aubusson imDepart. der Marche betrieben, wo allein jährlichfür 21/2 — 3 Milk. Franken Teppiche verschiedenerArt verfertigt werden.; außerdem in Tourcoing,llbbeville, Felletin, Tours, Amiens, Paris,Minies rc. In England und Schottland verfertigtwan alle Arten Fußteppiche, welche daselbst Car-pets heißen, zum Theil in sehr schöner und theurer,aber auch in geringerer und wohlfeilerer Waare,hauptsächlich in Wilton, Kidderminster, Axminster,Nottingham, Worcester, Jnverneß rc. Belgien"efert viele vortreffliche Fußteppiche mit den schön-sten Zeichnungen, sowie auch wohlfeilere Sorten, die"l den meisten großen Städten, besonders in Flan-dern, in Brügge, Brüssel, Antwerpen, Tournay rc.verfertigt werden. Holland hat besonders Teppich-labriken in Utrecht. Auch in Deutschland gibt es anwchreren Orten Fabriken, welche sehr schöne Tep-wche liefern, namentlich in Wien, Linz, Klein-wünchen bei Linz, Hanau,' Frankfurt a. M., Berlin,<uckau, Wesel, Dresden, Glauchau , Zittau rc. —den verschiedenen Sorten geringer Teppichellud besonders die Tiroler bekannt, von Ziegenhaarund Leinengarn, welche von Händlern aus TirolUd dem baierschen Gebirge in ganz Deutschlandud anderen Ländern hausiren getragen werden; sieWerden zwar zum Theil in mehreren Dörfern des^vixener und Jnnsbrucker Kreises in Tirol, viele?er auch in und um Nördlingen in Baiern verfer-Ferner gibt es wohlfeile Fußteppiche von grauer, ^uwand und mit einer oder zwei Farben bedruckt,delche manche Wachstuchfabriken verfertigen. —"eber Wachstuchteppiche s. Wachstuch.r^Eces, Terlizzi, Tarliggi, Tarlizzi,a-n .!>detti nennt man in Italien feine bunt-6 strelste Zwilliche, die in Deutschland besonders invmtz und Neustadt bei Stolpen, sowie in Mäh-c3 -dem österreichischen Schlesien, im nördlicheno 'reich K verfertigt werden.

Serpentin, Porobintlliua, ist das dick-

' S-rt's UnIv.-S-rlcon. II.

flüssige, mit ätherischem Oel (Terpentinöl) ver-mischte Harz, das aus den Stämmen mehrererGattungen von Nadelhölzern entweder von selbstoder aus Einschnitten fließt, die man zu den beidenPerioden des Safteintritts, im Frühjahr und imAugust, in die Rinde macht. Das von selbst aus-geflosfene ist besser als das letztere. Er ist honigdick,klebrig, zieht Fäden und ist mehr oder wenigerdurchsichtig; Weingeist, in Aether und in äthe-rischen Oelen lost er sich völlig, nicht aber in Wasserauf. In der Wärme wird der Terpentin dünn-flüssig; bei der Destillation geht das Terpentinölüber und ein hartes, graugelbes und sprödes Harz,welches gekochter Terpentin genannt wird,bleibt zurück. Aus diesem wird durch Schmelzen dasColophonium gemacht. — Im Handel hat man fol-gende Sorten: Cyprischer Terpentin oder T.von Chios, Perebinttiiua pistaoina, von der aufmehreren griechischen Inseln wachsenden Terpen-tinpistazie, ist dick, blaßgelb oder grünlich, oftdurchsichtig und hat einen angenehmen Geruch. Erkommt in Deutschland selten oder nie vor. Die bestein Deutschland geführte Sorte ist der venetiani-sche oder Lerchenterpentin, T. veneta oderlaricina; er wird besonders in Tirol, Steiermarkund Kärnthen, sowie auch in der Schweiz, Frank-reich rc. vom Lerchenbaume gesammelt und vonTrieft und Wien entweder in ovalen Fässern (Legeln),oder in runden Fässern versendet. In Tirol nenntman ihn Gloriharz oder Lercheuglorie, inKärnthen L 0 r i e t. Er ist klar, durchsichtig, hellgelboder weißlich und hat einen angenehmen Harzgeruch.Er wird entweder mit 10 % Tara, oder mit Netto-tara verkauft; bei dem ersteren ist immer bedeuten-der Verlust, weshalb das letztere vortheilhafter ist.Der österreichischeT. ist bedeutend geringer undwohlfeiler, goldgelb oder weiß von Farbe, ziemlichzäh und hat einen weniger angenehmen Geruch, als.'der venetianische. Er kommt in Fässern von 100Pfd.rmit 100/g Tara. Im nördlichen und mittler: Deutsche,land ist der aus Frankreich, besonders aus Bordeanp.kommende französische T. am gebräuchlichsten^Er ist dickflüssig, graugelb von Farbe und. rwcht:ebenfalls weniger angenehm, als der venetmnischötIn Frankreich wird er nur im Sommer gewonnen^'wenn das Harz durch Einwirkung derirSMnien^wärme aus den verwundeten Stämmen,fliHtz-AveS--lhalb man ihn auch Paröbentiae an .sqlNibi nennte!Eine geringere Sorte, die aber nicht, nun ÄLslmrd.'geht, wird aus harzigem Holze in Kesseln,Liberi Feueriausgeschmolzen. Er wird in Oxhostmr vMicaubMrbBrutto versendet und der Preis iiy BordeaupLsüv4 Oxhoft notirt. In Hamburg nnrdiM/sisd.lTavrpr. Oxhoft (die aber in Wirklichkeit. .AögenÄ6Mstvnbeträgt) berechnet. Außerdeunkomwdiäuich'HuweÄemTerpentin von geringer Qualität!auisMordsmerika^namentlich aus Boston, lowie Ms EauadauMid:Neufundland, der schwaMvonuFMkist^tts Mau.braucht den Terpentin zw Hapzsk-rsew-'izll Sirgellackpzu manchen Lackfiruissen - als Zusatz. M idrm.'Wuchses'aus welchem die Wachsstücke, verfortW-werden/.-zliLKitten und in derMedizimiäusterlichlündqu mcklrcheniPflastern. In ihM.-sindLtrmatll.'die'^HetÄhnlllchtmHarzsäuren und., Ameisensäure ipiim--OemtiLnischemauch Bernsteinsäurra-Dpr nngarische iLerpruLr-won.Pinus pumili9 ifiigewürzhastp klurmnd seininnd'önt'--hält das KrummhvlzAch du.-. vMvj irr/jU: .ndocrndTerpentinöl,1 eü mEerÄ W n'tdas durch,'DeMalion des Terpentins i gewvimrue,