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Thee
Theer
weißen Spitzen, die man in Rußland besondersliebt, oder ein feiner Souchong. Den Thee mit denweißen Spitzen nennt man gewöhnlich Pekko-Blüth en thee, doch sind es keine Blüthen, sonderndie feinen Härchen der Theeblätter, welche bei man-chen Arten der Pflanze länger sind, als bei anderen.— In China nennt man den Thee Chaa oderTschaa, doch bezeichnet man dort auch eine beson-dere Sorte mit diesem Namen. Die hauptsächlichstenSorten des europäischen Handels sind folgende:1) Schwarze. Thee Bohe, Thee Boy oderTheebou, in China Mogi genannt, ist der ge-ringste u. besteht aus großen, ziemlich breiten Blätternvon schwarzbrauner Farbe; die geringste Sorte dessel-ben mit gelbbraunen Blättern nennen die ChinesenAu-Tai. Congo,Longso oder Congsu ist demvorigen ähnlich aber von angenehmerem Geschmack.Cam Poe, Campn, Campuy, Cancho,Sumlo oder Semlo hat ziemlich große, glänzend-schwarze Blätter von angenehmem veilchenartigemGeruch. Souchong,Soochuen,Sutschang,Soatchaon ist etwas gelblich von Farbe, die Blät-ter wenig gerollt, der Geruch etwas heuartig, derGeschmack aber angenehm. Die feinste Art desselbenvon lieblichem Geruch und feinem Geschmack undganz ohne Staub heißt Padoe-Souchong oderPartchaon, doch wird auch zuweilen wohlriechendgemachter Souchong dafür verkauft. Pekko, Pe-koe,Pekao, die feinste Sorte mit zarten Blätternund feinen, weißen Haarspitzen (s. oben). Ziegel-oder Backsteinthee oder Saturno besteht ausdem Abfall, den verwelkten und verdorbenen Blät-tern und den Stielen, welche frisch in länglich vier-eckige Formen gepreßt und dann im Backofen ge-trocknet sind. Er wird von den meisten Völkern desnördlichen Asiens und auch des europäischen Ruß-lands in großer Menge als Nahrungsmittel ge-braucht und bildet daher einen wichtigen Handels-artikel zwischen China und Rußland über Kiächta,wo er als das Haupttauschmittel und als eine ArtGeld gebraucht wird. — 2) Grüne. Singlo,Songlo oder Sumlo, die geringste Sorte, bestehtaus großen, nachlässig gerollten und mit gelben ver-mischten Blättern, die von der letzten Erndte imJahre kommen sollen. Tonkay, Thunkey oderTwankey, ist besser als der vorige, von Farbeetwas bräunlich. Haysan, Hyson, Heytiangoder Hismin, in China Goben genannt, bestehtaus der Länge nach dichtgerollten, bläulichgrünenBlättern, welche einen den gerösteten Kastanien fastähnlichen Geruch und einen angenehmen, etwasherben Geschmack haben. Die beste Sorte,Aoung-Hyson genannt, hat lanzettförmige,l—2 Zoll lange und 6—9 Linien breite Blätter, dieaus der unteren Seite fein behaart sind; die ge-ringste Sorte, eine Art Ausschuß mit kurzen,schmalen Blättern, heißt Haysantchin oderHay-s anskin und eine zwischen beiden stehende Mittel-sorte Uxim oder Utsin. Perlthee, Jmperialoder Tiothee hat feinere und zartere Blätter alsder Haysan, deren Geruch und Geschmack auch an-genehmer ist und die zu kleinen, erbsengroßen festenKugeln von etwas bräunlichgrüner Farbe gerolltsind; die feineren Sorten haben gewöhnlich einensilberfarbenen Schimmer. Gundpowder,Aljo-var oder Aljufar, auch Schießpulvertheegenannt, besteht aus noch kleineren, zum Theil auchaus zerschnittenen Blättern, die zu kleinen Kügel-chen von der Größe der groben Schießpulverkörner
gerollt sind; er ist graulichgrün von Farbe und hateinen sehr angenehmen, milden Geschmack. K aiser-th ee oder B l um en th ee ist der feinste grüne Thee,der aber nicht ächt nach Europa kommt; er ist hell-grün von Farbe, nicht gerollt, sondern nur zusam-mengedreht, und besteht aus den zartesten, zuersthervorsprossenden Blättern, von äußerst angeneh-mem balsamischem Geschmack. — Der schon obenerwähnte Thee aus Assam ist bedeutend besser alsder gewöhnliche chinesische, und wird auch höher be-zahlt , und auch der im Himalaya erbaute erlangtein London , wo zum erstenmale im September 1851eine Partie grüner und schwarzer verauktionirtwurde, die vollen Marktpreise. Der grüne Thee vonJava soll ebenfalls den chinesischen an Geschmacknoch übertreffen, der schwarze soll jedoch geringersein. Ueberhaupt wird sich die Kultur des Theesmit der Zeit ohne Zweifel noch über mehrere Länderder gemäßigten Zone verbreiten, da er in Chinaebenfalls unter ziemlich hohen Breiten gedeiht. •—Verfälschungen des Thees sind in China nicht selten,indem man theils schon zum Aufguß benutzte Blättertrocknet u. unter guten Thee mischt, theils diesen ausTheepulver, Samen, Erde und Gummi nachahmt.In England hat man besonders früher sehr häufiggetrocknete und mit Grünspan gefärbte Blätter vonSchlehen, Eschen, Erdbeeren rc. unter den Thee ge-mischt, und die Behörden haben oft bedeutendeQuantitäten solchen verfälschten Thees confiscirtund verbrennen lassen. Der Thee enthält ein äthen-sches Oel, welches sich jedoch hauptsächlich durch dasRösten bei der Zubereitung der Blätter zu bildenscheint; Theein, identisch mit Kaffeem, Gerbstoff,Gummi, Harz, Wachs, Extractivstoff, Eiweiß, vieleSäuren und Salze, Zucker, Kleber, Kaffee undThee, so ähnlich sie sind, unterscheiden sich wohldadurch, daß ersterer mehr nährend, letzterer mehraufregend wirkt.
Theem, s. Kasse ei n.
Theekraut, europäisches, s. Grundheil.
Theemyrthe, Leptospermum scopariumist ein auf Neuseeland einheimischer und auch MEuropa, zuweilen in Glashäusern gezogener Baum,dessen gewürzhaft schmeckende Blätter man als Theebenutzt, der auch gegen den Skorbut heilsam ist.
Thee, peunsylvanischer, s. Monarde. ,
Theer, Schiffstheer, Holztheer, P, lXliquida, ist eine schwärzlich-braune, dickflüssig^Masse von starkem, durchdringendem, nicht unan-genehmem Geruch und scharfbittrem Geschmack, dwaus Harz, brenzligem Oel und Terpentinöl besteh-und in den Theerschwelereien aus Harz, harzigemHolze rc. durch trockne, absteigende Destillation i»eigenen Theeröfen gewonnen wird. Das harzig^Holz und besonders Wurzeln werden nämlich in demTheerosen langsam verbrannt, wobei das vctttp cund Rauch vermischte Harz herabtropft und in eineRinne abfließt; doch kann er auch beim Kohlembrennen und bei der Holzgasbereitung als Neben-produkt gewonnen werden. Er fließt anfangs dünnund hell, später immer dunkler und dicker ab ?-dünne wird Wagentheer, der dickste SchisT®theer, eine mittle Sorte Rad- oder Mitte -theer genannt. Man braucht den Theer haUpsächlich zum Anstreichen oder Theeren des Holz- mBauwerks an Schiffen und zum Schmieren oWagenachsen und der Zapfen an Wasserräder ,außerdem auch in der Medizin zur Bereitung v .Theerwassers und zur Erzeugung balsamischer,