Theeröl 645 Thermometer
Lungensucht einzuathmender Dämpfe, wie zu Pflaster.Der meiste Theer kommt aus Schweden, außerdemauch aus Rußland und Nordamerika. Der schwe-dische und besonders der gothländische, ist der beste;man hat daselbst 4 Sorten; die beste ist rein, dünnund nicht zu dunkel, die zweite ist röthlich und kör-niger, die dritte dicker und die vierte an: dicksten undZähesten. Der Nordamerikanische, der besonders ausVirginien, Maryland und Nordkarolina kommt, istdicker und weniger gut, eignet sich aber gut zumTheeren der Schiffe. In den deutschen Waldgegen-den wird ebenfalls viel Theer gewonnen, der abergeringer ist. — Bei der Theerbereitung wird auchun bräunliches, säuerliches Wasser gewonnen, wel-ches Theergalle genannt und besonders zum Putzendes Messings benutzt wird. In der Medizin wirdauch ein Theerwasser benutzt, welches durch Auf-gießen von Wasser auf Theer gewonnen wird. Dasgelb gefärbte Wasser wird innerlich gebraucht gegenHautkrankheiten. — Ueber Birkentheer undS teink oh lent Heer s. die besonderen Artikel.
Theeröl, s. Steinkohlentheeröl.
Thee von Newjersey nennt man in Nord-amerika die 2 — 3 Zoll langen, 1 — 2 Zoll breiten,länglich ovalen und unregelmäßig gezähnten Blättereines 3—4 Fuß hohen Strauchs, Ceanotlius ameri-canus, welche daselbst, sowie auch die Wurzel undBlüthenftengel, als Purgirmittel benutzt werden.
Theißholz nennt man in Ungarn das Holz desTaxus oder Eibenbaumes.
Thénards Blau, s. Kobaltblau-Theobromin , s. C a c a o.
Theriak , Iberiaoa oder Flootuariumll'beriLvL ist eine Art Latwerge, die früher alsUniversalarzneimittel sehr berühmt war und auf dieMan einen so großen Werth legte, daß die Be-rntung, namentlich in Italien, wo der meiste ange-fertigt wurde, unter Aufsicht der Behörden geschah,Melche die dazu gehörigen Ingredienzen sorgfältigprüften. Dies geschieht jetzt nur noch in Neapel, wo" in dem Correctionshanse verfertigt wird und jederApotheker des Landes verpflichtet ist, jährlich eingestimmtes Quantum davon zu nehmen. Er bestandfrüher aus mehr als 60 Ingredienzen und am be-rühmtesten war der venetianische, der weit und breithersendet wurde. Jetzt wird er nur noch selten alsAtagenmittel gebraucht und nach viel einfacheren^orschrjfà bereitet, die nach den Pharmacopöenper einzelnen Länder verschieden sind. Man verkauftchn in Blechbüchsen von 1—4 Loth Inhalt.f Thermometer oder Wärmemesser ist ein In-strument, mit welchem man den Grad der WärmeMessen kann und dessen Einrichtung darauf beruht,r*» die Körper durch die Wärme ausgedehnt wer-ben. Es besteht in der Regel aus einer engen Glas-, an welcher unten eine Kugel angeblasen istJ& k er Quecksilber oder gefärbter Weingeist inoer Wärme emporsteigt und in der Kälte sinkt, undan einer, neben derselben angebrachten, in Grade^getheilten Skala sieht man, wie viel dieses SteigenNp Fallen und daher die Zu- oder Abnahme der^arme beträgt. Man mißt damit jedoch nur eineErmx bis zum Siedepunkte des Wassers; die zumDessen höherer Wärmegrade bestimmten Instru-ite, welche andere Einrichtungen haben, nennt^un Pyrometer. Man hat von Thermometern,§ ^ ?on den Mechanikern in großen Städten ver-s^. Üi werden, hauptsächlich 3 Arten, deren Ver-l^yledenheit in der Eintheilung der Grade besteht,
nämlich: 1) das Reaumursche oder 80t h ei li g e,bei welchem der Raum zwischen dem Gefrierpunktedes Wassers oder der Temperatur des schmelzendenSchnees (dem Nullpunkte) und dem Siedepunktedes Wassers in 80 Grade eingetheilt und das inDeutschland am häufigsten im Gebrauch ist. 2) DasCelsiussche, 100t heilige oder Centesimal-thermo Meter, welches den nämlichen Nullpunkthat, wie das vorige, aber der Raum zwischen diesemund dem Siedepunkte ist in 100 Grade getheilt.Man bedient sich desselben in Frankreich allgemein,in Deutschland nur bei wissenschaftlichen Bestim-mungen. 3) Das Fahrenheitsche, das in Eng-land fast ausschließlich im Gebrauch ist. Sein Null-punkt deutet die Temperatur einer Mischung vonEis, Wasser und Salmiak an, welcher niedriger ist,als die des schmelzenden Schnees und der Rauinzwischen diesem und dem Siedepunkte des Queck-silbers ist in 600 Grade getheilt. Der 32ste dieserGrade ist der Nullpunkt der beiden anderen Artenund der 212 te Grad der Siedepunkt des Wassers.Bei Angabe von Temperaturgraden deutet man ge-wöhnlich durch Hinzufttgung des AnfangsbuchstabenR., C. oder F. an, ob Reaumursche, Celsiussche oderFahrenheitsche.Grade gemeint sind, und die Gradeüber dem Nullpunkte bezeichnet man mit + (plus),die unter dem Nullpunkte mit — (minus). Bei dengewöhnlichen Thermometern, mit denen besondersdie Temperatur der Luft gemessen wird, ist dieRöhre auf einem kleinen Brete von Holz, Messing rc.befestigt, auf welchem die Skala gezeichnet ist; beisolchen aber, die man in Flüssigkeiten taucht, umden Wärmegrad derselben zu messen, ist die Ther-mometerröhre an eine andere weitere, oben undunten zugeschmolzene Glasröhre befestigt, in derenInnern die auf einen Papierstreifen gezeichneteSkala angebracht ist. Metall-Thermometerwerden für solche Fabriken, die einer höhern Tem-peratur bedürfen, angefertigt. Sie sind mit Zeigernversehen, welche den Wärmegrad von 5° — 5° an-geben. Ein Schreibthermometer, in welchemdie Quecksilbersäule durch eine Metallröhre ersetztist, welche durch ihre Ausdehnung und Zusammen-ziehung eine Trommel in Bewegung setzt, die miteinem Papierstreifen in Verbindung steht, auf wel-chem ein Bleistift das Steigen und Fallen der Tem-peratur durch eine fortlaufende Linie angibt, undwelche mit einer genau gehenden Uhr in Verbindungsteht, ist von G a u n t l e t t in London. — Ein Maxi-mum- und Minimumthermometer besteht aus einerdoppelten Röhre und gibt den höchsten und gering-sten Temperaturgrad binnen 24 Stunden an.
Vergleichende Tabelle der Thermometergradenach
Reaumur, Celsius und Fahrenheit.
R.
C.
F.
R.
0 .
F.
0
0
32
10
12,50
54,50
1
2
3
4
1,25
2,50
3,75
5
34,25
36,50
38,75
41
11
12
13
14
13,75
15
16,25
17,50
1)6,75
59
61,25
63,50
5
43,25
15
18,75
65,75
6
45,50
16
20
68
7
47,75
17
21,25
7D,25
8
10
50
18
22,50
72,50
9
11,26
52,26
19
23,75
74,75