TrieK
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der Hauptort des gleichnamigen Regierungsbezirkesin der preußischen Rheinprovinz, liegt an der schiff-baren Mosel, unweit der Einmündung ihrer schiff-baren Nebenflüsse Saar und Sauer, hat mit denVorstädten 24,000 Einw., Segel- und Dampf-schifffahrt, Eisenbahnverbindung mit den StädtenSaarbrücken und Luxemburg, Handel in Holz,Wein, Lumpen, Lohe, Baumaterialien, Steinkohlen,Colonial- und Eisenwaaren, ein Hauptzollamt, einLand- und Handelsgericht, zwei Friedensgerichte,eine Handelskammer, einen Kunst- und Gewerbe-verein, eine Alterthums-Gesellschaft, einen land-wirthschaftlichen und Gartenbau - Verein , eine aus-gedehnte städtische Bibliothek, ein reichhaltigesMuseum, ein Gymnasium, eine Real- und Ge-werbeschule, eine Handwerker-Fortbildungsschule,eine Gewerbe - und Möbelhalle, ein bischöff-liches Priester-Seminar und Convikt, eine Dom-musikschule, ein Diözesan-Museum, viele Bau-denkmale aus den verschiedensten Zeitaltern, Fabri-ken in wollen Garn und Tuch, Rothleder, Seife,Tabak, eine Eisengießerei und Maschinenfabrik, einausgedehntes Schreinergewerbe, Kalk- und Ziegel-brennereien, vorzügliche Steinmetzhütten, Handels-gärtnerei. Als Mittelpunkt der weinbautreibendenSaar- und Moselgegend hat Trier auch für denWeinhandel eine große Bedeutung; besonders be-sucht sind die alljährlich stattfindenden Weinauk-tioncn. — In der Nähe befinden sich weithin be-rühmte Steinbrüche von vorzüglichen Sandsteinen,runden Schleifsteinen, Luft- und Wasserkalk,Dünger - und Stukatnr- Gips und Dachschieser.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Preußen.
Trieft, österreichische reichsunmittelbare See-und Handelsstadt, am nödlichsten Busen des adria-tischen Meeres. Es ist in der Reihe der wichtigstenHafenplätze des Mittelmeeres der dritte und der be-deutendste Handelsplatz der österreichischen Monar-chie, besonders ist es das Hauptverbindungsgliedzwischen Deutschland und der Levante. Schon gegenEnde der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhundertswar es ein wichtiger Transitplatz für den deutsch-italienischen und levantinischen Verkehr. Bon da anwuchs nun die maritime Bedeutung dieses Hafensund gleichzeitig die Bevölkernngszahl und der Wohl-stand der Stadt von Jahr zu Jahr. Wenn manvon der französischen Zeit absieht, bemerkt man biszum Jahre 1854 eine fortwährende und stetige Zu-nahme des Verkehrs. Im Jahre 1802 kamen imdortigen Hafen 5142 Schiffe , zusammen 186,326Tonnen groß, ein; bis 1854 waren diese Zahlenauf bezügl. 12,598 und 852,157 gestiegen. Trieft istjetzt eine Stadt von 107,000 Einw., deren Einfuhrim Jahre 1862 aus beinahe 150,000,000 Fl., derenAusfuhr auf über 121,000,000 Fl. sich belief.
Die vom Ausland importirten
Waaren betrugen. 74,108,910 Fl.,
von den österreichischen Häfen 16,139,876 „Total zur See ..... '90,248,786 Fll,
Total zu Lande. 59,728,067 „
im Ganzen. 149,976,853 Fl.
Die ins Ausland versandten
Waaren betrugen. 51,563,262 Fl.,
nach den österreichischen Häfen 33,966,96 7
Total zur See. 85,530,229 Fl.,
Total zu Lande. 36,147,136 „
im Ganzen. 121,677,365 Fl.
Trieft
Indessen zeigt der Handel Triests in seinem Um-fange nur bis zum Jahre 1854 eine steigende Pro-gression ; von da ab gewahrt man einen nicht uner-heblichen Rückgang und bezügl. Stillstand. DerHafen wurde 1854 von 12,598Schiffen mit852,157Tonnen Gehahlt, 1855 nur von 10,423 Schiftenmit 740,667 Tonnen, 1862 von 10,905 Schiftenmit 769,352 Tonnen Gehalt srequentirt. Der Ge-sainmtwerth der Einfuhr betrug noch 1858 gegen> 160 Millionen, der der Ausfuhr gegen 135 Mil-lionen Fl.; 1862 waren diese Werthe auf gegen150 und bezügl. 121% Millionen Fl. gesunken. Alsdie wesentlichsten Ursachen dieser Abnahme dürfte zubetrachten sein: einmal die Entwerthnug und dieSchwankungen der österreichischen Valuta, danndie Verzögerung einer Eisenbahnverbindung dieseswichtigen Hafens mit dem Jnlande, und die hohenFrachttarife der einzigen, also für den VerkehrTriests faktisch monopolisirten, Südbahn, welche,wenigstens in Colonialwaaren, eine Concurrenzdieses Platzes mit den norddeutschen und hollän-dischen Häfen unmöglich machen; endlich die Un-sicherheit der politischen Verhältnisse, welche seit einerReihe von Jahren allerorts Handel und Verkehrgelähmt, ganz besonders aber das Gedeihen diesesPlatzes stark beeinträchtigt hat. Gewiß ist, das Trieftals Hafenplatz der österreichischen Binnenländer vonJahr zu Jahr an Bedeutung gewinnt, dagegen alsHandelszwischenstation des mittelländischen Meeresan Wichtigkeit abnimmt; die Zukunft dieses Platztruht eben auf seiner Verbindung mit den österreichr-schen Binnenländern, und wird durch Eröffnungdes Suez-Kanals eine bedeutend günstigere werden.Der Hafen ist groß und tief, und durch einen 1386Fuß langen und 60 Fuß breiten Damm geschütztan dessen Spitze sich ein mit fortificatorischen Wer-ken umgebender Leuchtthnrm befindet. Zur Bequem-lichkeit des Ein- und Ausladens der Schiffer befin-den sich im Hafen 6 große Molos (sich in das Meerhinaus erstreckende, breite Dämme), sowie auch emKanal, welcher sich bis ca. in der Mitte der Skavrhineinstreckt. Außer Colonialwaaren sind FrüchWund Südfrüchte (besonders Rosinen, Korinthen,Feigen), Oel, Gewürze, Häute und Felle, Farb^waaaren und Farbhölzer, Brenn-, Bau- und Werk-stoffe, Droguen, Metalle, Baumwolle, Webe- nnvWirkwaaren, Getreide, Reis, Hanf, Knoppss»'thierische Produkte für technische Zwecke,, die wich-tigsten Einfuhrartikel, die auch größtentheils wredeausgeführt werden. Der meiste Handel wird nnAmerika, England, Belgien, Holland, Rußland,
Türkei tLevante), Griechenland und Italien getriedem
Trieft ist eine Hauptstation der schon erwähntek. k. österreichischen Südbahn; nordöstlich mitKlgenfurt, Wien, Ungarn und Croatien, westlich ^Italien verbunden. Diese Bahn ist von großer Ww?tigkeit für den Platz, denn sie hat ihm neue und v 'deutende Absatzwege nach Oesterreich, '
Schlesien, Ungarn und Baiern eröffnet. Die Staist der Sitz des österreichischen Lloyd (s- d.) ",Gründung dieser Handelsgesellschaft trug zum &schwunge Triests so viel bei, daß dessen neuestes.'schichte unter der Geschichte genannter ® e ' e fäßtin vielen und wichtigen Punkten zusammen! ■Trieft besitzt eine große Handelsbörse, welchewirkliche Mittelpunkt des kaufmännischenStadt ist. Der Vorstand derselben ist die Han ^Gewerbekammer und deren executivesBörsendeputation. Außerdem befindet sich v ier