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Tübei
Tuch
Märkten concurriren sie stark mit dem Fabrikat desContinents. Feine Tuche werden am meisten in denwestlichen Grafschaften Gloucester-, Sommersett-,Wilth- und Devonshire, mittle hauptsächlich in^orkshire verfertigt und für die ersteren ist Strondur Glocestershire der Mittelpunkt der Fabrikationund des Handels. Ordiuaire Tücher werden beson-ders im südlichen Schottland und in Irland ver-fertigt. — Frankreich besitzt die meisten und be-rühmtesten Tuchfabriken in seinem nördlichen Theileund namentlich in den Departements Somme,Eure, Niederseine und der Ardennen, wo sich beson-ders die Städte Abbeville, Louviers, Elbeuf undSedan auszeichnen. Die feinen Tücher dieser Fabri-ken machen sowohl hinsichtlich des vortrefflichen Ge-webes , als der «Schönheit der Farben allen anderenden Rang streitig. Auch in mehreren südlichen De-partements wird viel Tuch verfertigt, namentlichordinaire Waare in den Departements Tarn,Aveyron und Lozöre, und das Departement Audesabrizirt viel leichte Tuche für die Levante. — InBelgien wird besonders in der Gegend von Ver-viers, Lüttich, Brüssel, Löwen rc. viel Tuch vonvorzüglicher Qualität verfertigt, welches gewöhnlichunter dem Namen niederländisches in den Handelkommt. Die eigentlichen Niederlande aber habenzwar in Utrecht, Leyden, Herzogenbusch, Delft rc.ebenfalls Tuchfabriken, welche sehr gute Waare ver-fertigen , aber den eigenen Bedarf des Landes nichtbefriedigen. Außerdem werden zu den niederlän-dischen Tüchern die aus den zahlreichen Fabriken derpreußischen Rheinprovinz gerechnet, die sichbesonders in Aachen, Burtscheid, Stolberg, Eupen,Ärefeld, Lennep, Hückeswagen und mehreren an-deren Orten dieser Gegend befinden. Man verfertigtdaselbst feine Tücher, die sich mit den englischen undfranzösischen in vieler Hinsicht messen können, aberauch viele mittle und ordinaire, die wegen ihrer ver-hältnißmäßig guten, soliden Qualität in bestemRufe stehen. Uebrigens hat Preußen noch in vielenGegenden zahlreiche und zum Theil bedeutendeTuchmanufakturen, und überall wird auch viel Tuchvon einzelnen Webern verfertigt. Namentlich sindzu erwähnen: in der Provinz Westphalen die StädteMünster, Rheina, Koesfeld, Bocholt, Siegen,Bochum, Meeden, Hagen, Meschede, Hattingen u. a.;in der Provinz Sachsen: Burg, Kalbe, Büterfeld,Zeitz, Langensalze, Salzwedel rc.; in Brandenburg:Berlin, Potsdam, Brandenburg, Kottbus, Peitz,Züllichau, Crossen, Luckenwalde, Dahme, Jüter-bogfl Sommerfeld, Neudamm, Friedberg, Guben,Finsterwalde, Forsta, Spremberg, Sorau rc.; inSchlesien: Görlitz, Goldberg, Liegnitz, Sagan,Schweidnitz rc.; weniger zahlreich sind sie in denProvinzen Pommern. Posen und Preußen. Im Kö-nigreich Sachsen werden besonders in Großen-hain, Oederan, Bischofswerde feine Tücher verfer-tigt, welche den niederländischen nicht nachstehen,wogegen Kirchberg, Zschopau, Roßwein, Waldheim,Döbeln, Leisnig, Hainichen, Oschatz, Kamen; rc.mehr mittle und ordinaire liefern. In O e st e r r e i chwird fast in allen Landestheilen Tuch verfertigt,theils von einzelnen Tuchmachern, theils in Fabri-ken. Am bedeutendsten ist die Fabrikation in Mäh-ren , wo es 62 größere Fabriken und gegen 3000Tuchmacher gibt, welche über 700,000 Stück Tuchin einem Werthe von ca. 31 Will. Fl. verfertigen.Der wichtigste Platz ist Brünn und nächst diesemJglau, besonders für ordinaire und schmale, Namiest
für feine Waare, Bielitz rc. Auch in Böhmen wer-den viel Tücher, hauptsächlich in mittelfeiner Qua-lität verfertigt, am meisten in Reichenberg, außer-dem in Braunau (rothe Scharlachtücher), Oberleiters-dorf, Goldenkron, Pilsen rc. Unter- u. Oberösterreich,Kärnthen, Ungarn und Siebenbürgen haben eben-falls einzelne bedeutende Tuchfabriken. Die übrigendeutschen Staaten besitzen mit wenigen Ausnahmenviel Tuchmacher, und an einigen Orten auch Fabri-ken, welche jedoch den vorhergenannten meist anBedeutung nachstehen. Das Nämliche gilt im All-gemeinen auch von Spanien, Italien, Dänemarkund Schweden, die jedoch ihren eigenen Bedarf nichtbefriedigen. In Rußland ist die Tuchweberei, be-sonders von ordinairen Tüchern für den Bedarf derLandleute und des Militairs, fast überall auf demLande verbreitet, in der neueren Zeit sind jedochauch eine bedeutende Anzahl großer Manufakturenentstanden, namentlich in Petersburg, Moskau,Dubrowna, Kasan, Kursk, Mohilew, Tambow, 3«*kateriuoslaw, Narwa. Kolowna, Räsan, Grodno rc.,sowie in Warschau, Kalisch, Koniu, Rawa rc. inPolen, welche sowohl feine als mittle und ordinaireTücher liefern.
Tuchsiärte, s. Wollbärte.
Tucyrasch ist ein tuchartig gewebter, geköperter,gewalkter, gerauhter, geschorener, warm gepreßterund wie Tuch zugerichteter Zeug, der sich von demeigentlichen Rasch dadurch unterscheidet, daß er nichtaus Kammgarn, sondern aus Streichgarn besteht.
Tuchschroten, T u ch l e i st e n oder Sahlleisten,die bei der Berarbeitung des Tuchs davon abge-schnitten worden sind, benutzt man zur Verfertigung, von Decken, Fußteppichen, Ueberschuhen rc., wozu| sie gewöhnlich nach Art eines Gewebes miteinanderj verbunden werden.
: Tuchspähne, s. Pappen.
Tucka, Tö cka, Gewicht für Perlen in BonibaY-
Tübet, Tübbet oder Tibet, großes, zumchinesischen Reiche gehörendes Land in Asien,zwischen der Mongolei oder Hochasien, dem eigent-lichen China, Birma, dem englichen Ostindien undKaschmir, dessen Flächeninhalt zu 25—35,060len und die Einwohnerzahl zu 12 — 30 Mill. ange-geben wird. Es ist das höchste Hochland Asiens undist im Süden von dem Himalayagebirge mit denhöchsten Bergen der Erde, im Norden von dem Ge-birge Kuenlun oder Kulkun u. a. begrenzt; dasInnere ist jedoch noch sehr wenig bekannt. DasHimalayagebirge ist bis zu einer Höhe von 11,000Fuß bewohnt und bis 14,000 Fuß wird noch Acker-bau getrieben; es verbindet durch seine Gebirgspässevon 14 — 18,000 Fuß Höhe Indien mit China undInnerasien, enthält aber ungeheure Schnee- undEisfelder, Wasserfälle, fürchterliche Abgründe undFelsenwege, sowie viele und bedeutende Süßwasser-und Salzseen. Auch entspringen in Tübet diemeisten und größten Flüsse des südlichen Asiens undviele ihrer Nebenflüsse, namentlich der Sind, Set-ledge, Buramputer, Jrawaddi, Sanlüen,kaung, Aantsekiang n. a. Das Klima ist ziemlichkalt. aber gesund; der Sommer bringt viel^Regen-güsie, aber auch einen Alles austrocknendender Winter in den meisten Gegenden empfindlichKälte; auch Orkane sind häufig. Die Produkte deThierreichs sind zahlreich; es gibt besonders Schalund Ziegen mit feiner Wolle, Moschusthiere, wuPferde, angeblich auch Einhorne, verschiedene ''derarten, Ziegenochsen oder tübetanische Busse,