limbiüci marinae
676 Ungarische Weine
die zur Wasser-, Oel- und Emailmalerei gebrauchtwird und früher nur aus dem Lasursteine (s. d.)bereitet wurde, was aber jetzt nur noch selten ge-schieht. Die reinsten uud dunkelsten Stücke Lasur-stein werden geglüht, fein gepulvert, dann mit einergeschmolzenen, aus Pech, Wachs, Harz und Leinölbestehenden Masse vermischt und dieses Gemischwiederholt mit lauem Wasser durchknetet, bis dasWasser eine schöne blaue Farbe annimmt; danngießt man es ab und läßt es stehen, wobei sich dasUltramarin als ein feines, blaues Pulver absetzt,welches aber vom besten Lasurstein nur ohngefähr2—3 o/o beträgt. Dieses kommt daher sehr theuerzu stehen und deshalb stellt mau es jetzt aus seinenBestandtheilen: Kieselerde, Thonerde, Natron undSchwefel, bedeutend wohlfeiler her; das Verfahrenist in den einzelnen Fabriken verschieden und wirdauch meist geheim gehalten. Man verfertigt es unteranderem in der Meißner Porzellanfabrik (auchMeißnerblau genannt) in 5 Sorten, zu lOTHlr.bis zu 10 Ngr. das Pfd.; in Nürnberg in 12 Sor-ten, zu 2 Thlr. 4 Ngr. bis 6 Ngr. das Pfv. Außer-dem liefern es auch noch mehrere andere Farben-fabriken, doch sind diese beiden die bedeutendsten.Man verwendet es zur Oelmalerei, zur Dekorations-,Tapeten - und Schildermalerei, zum Zeugdruck, zurFabrikation bunter Papiere und Tuschen, zumBläuen weißer Zeuge, zur Stnbenmalerei und zumOelanstrich, auch, da es giftfrei ist, zum Färbenvon Couditoreiwaaren. Die Farbe steht unverän-derlich in Licht, Luft und Wärme, auf Kalkgrundund an feuchten Orten.— Ueber Kobaltultra-mari n s. Kobaltblau.
Umdiliei Marinas, s. Meer bohneu.
Umbra, Um braun oder Umber nennt manverschiedene braune Erdfarben, die zum Anstreichen,zur Oel- und Wassermalerei, zum Färben derHandschuhe, des Schnupftabaks rc. gebraucht wer-den. Es sind folgende: 1) Sicilianisches, tür-kisches oder eyprisches Umbra ist ein mitBraunstein verbundener weicher Thoneisenstein vonleber- oder kastanienbrauner Farbe und feinerdigem,flachmuscheliaem Bruch. Es findet sich auf der InselCypern, auf Sicilien und in einigen GegendenOberitaliens, und kommt sowohl roh als gebranntin den Handel; letzteres ist schwarzbrann von Farbe.2) Kölnisches Umbra oder kölnische Erde isteine dunkelkaffeebraune, zerreibliche, feinerdigeBraunkohle, die sich besonders in der Gegend vonKöln in großen Lagern findet. Sie wird gemahlenund entweder als Pulver versendet, oder auch mitWasser zu einem Teiche geknetet und in Würfel ge-formt. 3) Kugelumbraun nennt man verschie-dene Ocherarten von schmutzigbrauner Farbe, diezuweilen in Form von Kugeln in den Handelkommen.
Umlaufschreiben, s. Briefwechsel.
Umschlagetücher, s Halstücher u. Shawls.
Ungarisches Gold nennt man zuweilen dasGold von 23V2 Kar. ober 979, 16v Tsdth. Feingehalt.
Ungarisches Grün ist eine Art Berggrün ausUngarn.
Ungarisches Wasser, ein wohlriechendes Wasser,das bereitet wird, indem man Weingeist über Ros-marinblättern abzieht.
Ungarische Weine. Ungarn erzeugt nach Frank-reich den meisten Wein in der Welt, denn in Mittel-jahren beträgt die Production mit Einschluß derMilitairgrenze, Slavoniens und Kroatiens, deren
Weine gewöhnlich auch zu den ungarischen gerechnetwerden, 21—22 Milk. österr. Eimer <1846 über26 Mill.); im Verhältniß zu seiner Bevölkerung abererzeugt es am meisteu, denn es kommen gegen 272Eimer auf den Kopf, während in Frankreich nuretwas über 1 Hektoliter oder reichlich l 3 /* Eini. aufden Kopf kommen. Ohngefähr y 8 . 2 der GrundflächeUngarns, also ca. 150 Meilen ist mit Wein be-pflanzt und das Joch (ca. 2*/* prenß. Morgen) gibt40—70, im syrmier Gebirge über 100 österr. Eimer.Bei der Verschiedenheit des Klimas und Bodens sinddie Weine natürlich von sehr verschiedener Qualität,es gibt aber Sorten darunter, welche zu den vor-züglichsten europäischen Weinen gerechnet werden.Von dem obigen Quantuin ist ca. y 5 Ausstich undschwere Gebirgsweine, 7s Tischweine besserer Gat-tung , 3 /g Land- und Gartenweiue, welche frühergrößtentheils im Lande consumirt wurden, weil siewegen ihrer Wohlfeilheit die Uebergangssteuer in dieösterreichischen Provinzen von 2y 2 Fl. pr. Eimernicht trugen; jetzt aber, nach Wegfall der Zoll-schranken , hat sich dieses geändert und deshalb wirddie Aufhebung des Zolls, verbunden mit den ver-besserten Communicationen durch Straßen undEisenbahnen, für den ungarischen Weinbau ohneZweifel von großem Nutzen sein. Ueberhaupt aberwürde sowohl die Quantität als auch die Qualitätder ungarischen Weine die der französischen nochübertreffen, wäre man nicht in der Behandlung imWeinberge und im Keller größtentheils noch sehrweit zurück. — Man bereitet in Ungarn im Allge-meinen 5 Sorten Wein von verschiedener Güte,welche Essenz, Ausbruch, Mas lasch, ordi-nairer Wein und Lauer genannt werden. DieEssenz kommt gar nicht in den Handel, sondernwird nur zur Verbesserung anderer Weine gebraucht-Es ist der Saft der am Stocke verwelkten und halbvertrockneten Beeren, welche bei der Lese sorgfältigausgesucht und dann in einen Bottich geschüttet wer-den, dessen Boden durchlöchert ist oder der überdemselben einen Zapfen hat; den dicken, sirupähn-lichen Saft, der durch die eigene Last derselben aus-gedrückt wird, zieht man täglich davon ab und laßtihn gähreu. Zuweilen schüttet man ihn auch zu demAusbruch, entweder vor oder nach der Gährung,wodurch dieser natürlich sehr verbessert wird. DerAusbruch wird bereitet, indem man die Trocken-beeren mit den Füßen oder mit einer Keule zu einemTeige zerquetscht, dem man Most von reifen, abernicht getrockneten Trauben zusetzt, dann die TraU-benkerne daraus entfernt und die Mischung in Gäh-rung kommen läßt. Sobald diese eintritt, wirdAlles wieder untereinander gerührt, in einen Saugefüllt und langsam abgepreßt, worauf man denMost in Fässern mit offenem Spunde völlig gähreflläßt. Maslasch oder Maszlas wird ebenso wwder Ausbruch bereitet, nur wird mehr Saft vonnicht getrockneten Trauben dazu genommen, wodnrcher zwar weniger Süßigkeit erhält, aber früher reNwird und mehr Geruch und Gewürz zeigt. Derordinaire W. und der Lauer wird aus gerur-geren, nicht ausgelesenen Trauben bereitet. -7 Dieerste Stelle unter den ungarischen Weinen nimmtder Tokayer (s. d.) ein, und von den vielen an-deren Sorten sind besonders folgende zu erwähuen-Der Syrmier W. auch Carlowitzer genannt,weil diese Stadt den Haupthandel damit treibt, wirdam rechten Ufer der Donau in der Militairgrenze mder Gegend der Städte Peterwardein, Carlowltz,