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Zweiter Band.
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Vitriolöl

Vitriol 704

von Kupfer sind nur wenige Sorten und diese habeneine meergrüne Farbe. Auf mehreren deutschenVitriolwerken unterscheidet man 1 Adler-, 2 Adler-,3 Adler- und 4 Adlervitriol sein von den auf denFässern eingegrabenen Adlern herrührender Name),und bezeichnet auf diese Art den größeren oder ge-ringeren Kupfergehalt desselben, welcher beim 4Adleram stärksten ist; doch werden diese Sorten meist durchVermischung von Eisen- und Kupfervitriolauflösun-gen erzeugt. So wird der Salzburger Vitriolaus kupferhaltigen Eisenkiesen bereitet, aber unterdiesem Namen oder als 4Adlervitriol auch aufanderen Werken aus 17 Theilen Eisen- und 5^2Th. Kupfervitriol verfertigt; 3Adlervitriol be-steht aus 4 Th. Eisen- und 1 Th. Kupfervitriol,2Adler oder Admonter (von Admont in Steier-mark) aus 6 Th. Eisen- und 1 Th. Kupfervitriol.Der B o d e n m a i s e r V. (bei Regensburg) ist grün.Eine unreine, grünlichbraune Sorte kommt unterdem Namen schwarzer oderTrossiner Vitriol(von Trossin bei Torgau) in den Handel; da mancheFärber diesen, obwohl mit Unrecht, dem grünenvorziehen, so wird auch zuweilen grüner Eisen-vitriol durch einen Aufguß von Erlenblättern schwarzgefärbt. Wenn sich die Vitriolkrystalle an Stäbchenangesetzt haben, so nennt man sie Trauben unddiese sind besser als die Tafeln oder die sich amBoden und an den Rändern der Gefäße gebildetenRinden. Der grüne Eisenvitriol, sowie auch diegemischten Sorten werden besonders vielfach in derFärberei gebraucht; außerdem verwendet man den-selben zur Fabrikation von Blutlaugensalz, vonDinte, bei der Sodabereitung aus Kochsalz, bei derVerfertigung von Schwefelsäure, von mehrerengelben und rothen Eisenfarben rc., sowie auch in derMedizin, sowohl innerlich als auch zu Bädern, wiezu Photographien. Zu den letzten Zwecken aberbraucht man chemisch reinen Eisenvitriol,b'errnm sulphuricum purum, welcher bereitet wird,indem man 1 Th. Eisendraht in 2 Th. concentrirterSchwefelsäure, die mit 8 Th. Wasser verdünnt ist,auflöst und krystallistren läßt. Außer an den schongenannten Orten gibt es Vitriolwcrke in Kronach,Kupferberg und Hof in Baiern, an mehreren Ortenin Oberschlesien, in Burgk bei Dresden, Beierfeld,Raschau, Johanngeorgenstadt im Erzgebirge, Goö-lar, Brenuthal und Rettenbach im Salzburgischen rc.2) Kupfervitriol, blauer, cyprischer oderrö mischerVitriol,Blau st ein,blau erGa-lizenstein, schwefelsaures Kupferoxyd,Vitriolurn Voneris, Lupruin sulphuri-cum, 6upr. sulphuric. oxydatum odervitriolatum, ist eine Verbindung von 31,» Ku-pferoxyd, 32 , u Schwefelsäure und 36,„g Wasser, erbildet lasurblaue, verschoben 4seitige Tafeln, die ander Luft mit hellerer Farbe verwittern, von höchstunangenehmem, metallischem Geschmack, leicht löslichin Wasser. Er findet sich meist tropfsteinartig. derb,als Ueberzug und eingesprengt und nur höchst seltenkrystallisirt; besonders in Kupfergruben; auch bildeter sich darin erst aus Kupferkiesen durch Einwirkungvon Luft und Wasser, und in den Grubenwässernder Kupferbergwerke, welche dann Cementwassergenannt werden (s. Kupfer). Sehr oft ist er mitEisen- oder mit Zinkvitriol verunreinigt. Man fin-det ihn namentlich an mehreren Orten in Ungarn,Siebenbürgen, im Salzbnrgischen, am Harz, imNassauischen, in Frankreich, Italien, auf der InselCypern rc. Viel häufiger wird er jedoch in den

Vitriolwerken und von manchen chemischen Fabrikenaus Kupferkiesen, Kupferabfällen, Kupserschlacken,armen Kupfererzen rc., auch aus künstlich geschwefel-tem Kupfer und beim Feinmachen des Goldes undSilbers gewonnen. Dieser enthält ebenfalls häufigEisen, was man an der ins Grünliche übergehendenFarbe erkennt, sowie daran, daß er einen Gallus-auszug nicht bräunlich, sondern schwärzlich fällt.Durch Behandlung mit Salpetersäure und Am-moniak kann er jedoch vom Eisen gereinigt werden.Der blaue Vitriol wird ebenfalls in der Färberei,znr Bereitung mehrerer blauer und grüner Maler-farben, zur Galvanoplastik, zur Erzeugung vonreinem Kupfer, zum Grün- und Blaufärben desGlases, bei der Papierfabrikation, zu sympathe-tischen Dinten, zum Schutz des Holzwerks in Wohn-gebäuden gegen Schwamm, in der Medizin zuAugenwassern rc. gebraucht. Dazu muß er chemischrein dargestellt werden. Nach der preuß. Pharma-copoe geschieht das, wenn in 3 Theilen Schwefel-säure 1 Theil destillirten Wassers 1 Theil Kupferspänegebracht und bis zum Trvckenwerden abgedampftwerden. Die Masse wird gepulvert und in destillir-tem Wasser zur Krystallisation gebracht. Es bildensich prachtvoll blaue Krystalle. 3) Zinkvitriol,weißer Vitriol, weißer Galizenstein,schwefelsaures Zinkoxyd, Vitriolurn Zincioder album, Zincum sulphuricum, Sulphas Zinci,besteht aus 28, 07 Zinkoxyd, 27, 9S Schwefelsäure und41 Wasser, krystallisirt in weißen, durchscheinenden,geraden, rechtwinkligen Säulen, meist aber nurnadel- oder haarförmig, kommt auch traubig, nie-renförmig, tropfsteinartig oder erdig vor, findet sichaber nur selten in der Natur. Er ist jedoch häufigin den Grubenwässern mancher Bergwerke enthaltenund wird außerdem, besonders in Goslar am Harz,aus schwefelhaltigen Zinkerzen und Blenden ge-wonnen. Dieser kommt inunregelmäßigen Stückenvon weißer, gelblicher, ins Bräunliche oder insGrünliche fallender Farbe in den Handel, denn erist immer mehr oder weniger mit Eisen, Mangan,Kupfer, Bittererde, Arsenik rc. verunreinigt. Erhat einen zusammenziehenden metallischen Geschmackund verwittert mit der Zeit an der Luft. Manbraucht ihn beim Firnißsieden, um denselben schnelltrocknend zu machen, und in der Färberei undKattundruckerei. Zum medizinischen Gebrauch gegenAugenentzündung, Mundschwämme rc. äußerlichbereitet man reines schwefelsaures Zink.Zincum anlpllurioum puram, durch Austösen vonreinem Zink in verdünnter Schwefelsäure und Kry-stallisiren; doch muß derselbe, um ihn völlig rein zuerhalten, noch einer umständlichen Behandlung unter-worfen werden und dann nennt man ihn Zincumsulphuricum puriasimum.

Bitriolnaphta, Vitrioläther, s. Aether.

Vitriolöl oder Schwefelsäure, OlcumVitriol! oder Acidum sulphuricum, M*eine aus Schwefel, Sauerstoff und Wasser bestehendeSäure von ölartiger Consistenz, welche fast alle an-deren Säuren zersetzt, die meisten organischen Srofftverkohlt, aus der Luft Feuchtigkeit anzieht und sichmit Wasser unter beträchtlicher Wärmeentwickelungvermischt. Sie wird auch wasserfrei als trockneSchwefelsäure oder Eissäure, Acidum sui-phuricum glaciale, dargestellt und bildet b®**faserize asbestartige, wachsähnliche Krystalle.Handel kommen zwei verschiedene Arten der sillssill^vor, nämlich: 1) rauchende, sächsische ove