Vitriolöl
705
Vairons
Uordhäufer Schwefelsäure, gewöhnlich vor-Mgsweis Vitriol öl, von den Färbern häufigOlenm genannt, hat ein spezif. Gew. von l lSe — I 92 ,Mf hellgelb bis bräunlich von Farbe und wird durchhinzukommende organische Körper dunkelbraun gc*jdrbt, daher man sich beim Oeffnen der in Säge-späne verpackten Steinflaschen hüten muß, daß keineSägespäne hineinkommen, wodurch sie unverkäuflichwrrd. Es hat einen stechenden Schwefelgeruch, ent-wickelt beim Zutritt der Luft dicke weiße Dämpfeund friert schon bei —4° R. Es wird in Vitriolöl-brennereien durch Destillation des calcinirten grünenEisenvitriols bereitet, früher hauptsächlich in Nord-hausen, jetzt aber wird das meiste in Böhmen, äußer-em an mehreren Orten des sächsischen Erzgebirges,ln Burgk bei Dresden, in Schlesien, am Rhein rc.^sertjgt' gewöhnlich in 3 Qualitäten: weißes,oOgrädiges und gelbes 78- und 76grädigeS nachStoppani. Es wird in irdenen, mit eben solchenSchrauben verschlossenen Flaschen von ca. 60, 40unb 30 Pfd. Inhalt versendet, welche mit Säge-Ipanen in Kisten verpackt find. Zum medizinischen
Gebrauch wird es gewöhnlich mit dem üfachen Bo- i nemark und Norwegen.
lumen Wasser verdünnt in den Apotheken geführt "" " . f
uub Vitriolspiritus, Vitri 0 lgeist oder ver-bunnte Schwefelsäure, Aoidam salpliurioiimuckutum genannt. 2) Englische Schwefel-laure oder englisches Vitriolöl wird durchVerbrennen von Schwefel mit Salpeter oder Sal-petersäure in großen Bleikästen oder Kammern be-reitet, deren Boden mit Wasser bedeckt ist, welchesdie Säure • snhnsh h,i> scfitffi.ifpft dito
Salpetersäure, Salzsäure , Essigsäure, des Glauber-salzes, der Soda, des Stärkezuckers, zu den Döber-einerschen Feuerzeugen, zur Stiefelwichse und nochzu vielen andern Zwecken. Zu Darstellung vonLichtbildern darf nur chemisch reine genommen wer-den. Mit Basen und Metallen entstehen die großenReihen der schwefelsauren Salze, die eine so wichtigeRolle in der Technik, Medizin und Wissenschaftspielen. Sie treten als basische, neutrale und saureSalze auf, sind meist löslich im Wasser und kommentheils in der Natur vor, theils werden sie künstlichbereitet. Die wichtigsten sind in diesem Werke aus-geführt.
Vitriolroth,s.Colcothar.
Vitrum Antimon, s. Spießglanzglas.
Vitnim Plmnbi oder Saturni, s. Blei-glas. X
Vitrys nennt man in Frankreich die in und umVitry-le-fram?ais im Depart. Marne verfertigtenungebleichten Leinen.
Blämisch, s. Flämisch.
Voa, Wog (Wage), ein Handelsgewicht in Dä-
aufnimmt; sobald die Flüssigkeit 40°Veaume Stärke zeigt, wird sie in bleiernen Kesselnws zu 60° abgedampft und dann Pfannen säuregenannt, die man zu solchen Zwecken anwendet, zuwelchen man die starke Säure wieder verdünnenwüßte. Dann wird sie in großen Destillirgefäßen, ,welche sonst von Glas waren, jetzt aber allgemein ,Platina sind, durch Abtreiben von ^dbivadber;Saure bis auf 66° Beaume oder 1, 84 spez. Gewicht jabdestillirt und entweder in Glasflaschen von ca.■*0 Pfd. Inhalt oder häufiger in großen Ballonsvon Glas oder Steiuzeug von ca. 250 Pfd., welchewlt Stroh in Weidenkörbe gepackt werden, versen-det. Sie ist ziemlich wasserhell, raucht nicht undfriert erst bei — 20° R. Man verfertigt sie ebenfallsan mehreren Orten in Deutschland, namentlich ingroßen Fabrik in Nußdorf bei Wien, in Bar-wen, Köln und Linz am Rhein rc. — Beide Arten^^Pitriolöls werden zu manchen Zwecken durchnochmalige Destillation gereinigt, da sie noch fremdeBestandtheile enthalten; namentlich enthält das böh-wssche oft Selen, zuweilen auch Eisen-, Blei-undZmnoxyd, das englische gewöhnlich etwas Salpeter-laure, Salzsäure und Arsenik. Es heißt dannchemisch reine Schwefelsäure, Acidum sul-Puurieum depuratum. Den Arsenikgehalt, welcheram häufigsten ist, weil mehrere Schwefelsorten ar-WNlkhaltia sind, erkennt man daran, daß Schwefel-masserstoss einen citroneugelben Niederschlag darinszeugt; Selengehalt an einem rothen, nach Nettigriechenden Niederschlage beim Verdünnen mit WasserWeingeist; Eisengehalt an einem blauen Nie-°"Ichlage, wenn man sie mit Ammoniak sättigt undvan» blausaures Kali zusetzt; Bleigchalt an einerstauen Färbung oder einem schwarzen Nieder-Ispwge von Schwefelwasserstoffgas. Man brauchtx,^^riolöl zum Bleichen, in der Färberei zumauflösen des Indigos, bei der Verfertigung der
Sott’« Unlo.«8tjteon. II.
Vogelbeerbaum, s. Eberesche, wilde.Vogclbeersäure, s. Aepfelsäure.
Vogeldünger, s. Guano.
Vogeldunst, s. Schrot.
Bogelkirschbaum, Holz- oder Waldkir-scheubaum, Twiselbeerbaum, PrunusAvium, ein in den Laubwäldern von Mittel-europa wachsender Baum, von 80 —40' Höhe, derkleine schwarze, nicht sehr fleischige Früchte vonsüßem, etwas bitterlichem Geschmack trägt, ausdenen besonders Kirschenwein und Kirschenwasserbereitet wird, ein Alkohol von gewöhnlich 28°, derin der Schweiz, Frankreich, Schwaben einen bedeu-tenden Handelsartikel abgibt. Sein sehr festes, gelb-röthliches Holz ist noch schöner als das des gewöhn-lichen Kirschbaums und wird zu feinen Tischler- undDrechslerarbeiten benutzt.
Vogelkrautwurzeloder Vogelzungenwur-zel ist vie Wurzel des Mäusedorns.
Vogelleim, Viscin, grüner, auchAlten-burger Leim genannt, Visen» auonparins,ist eine dickflüssige, sehr zähe und klebrige, Kautschuckenthaltende Masse von grünlichgelber Farbe, welcheaus den reifen Beeren der weißen Mistel oder auchaus der ganzen Pflanze bereitet wird. Die ersterenwerden in Wasser gekocht, bis sie zerplatzen, dannzerquetscht, mit kaltem Wasser durchgeknetet undausgewaschen, um die Hülsen und Kerne zu ent-fernen, worauf mau noch etwas Terpentin zusetztund den Leim zur Aufbewahrung mit frischem Wasserbegießt, das man oft erneuert. In Frankreich ver-fertigt man ihn aus der inneren Rinde der Stech-palme , Hex aquifolium. Brauner Vogelleimist Leinölfirniß, der zu einer dicken Masse eingekochtist. Auch aus gewöhnlichem Tischlerleim, den manin Wasser kocht und eine Auflösung von salzsauremZink zusetzt, erhält man eine Art Vogelleim, derden Vorzug hat, daß er sich von den Federn derVögel leicht mit Wasser abwaschen läßt.
Vogelnester, s. Indianische Vogelnester.
Vogelpfeffer, amerikanischer, s. Cay-ennepfeffcr.
Voirons, sind französische feine Hanfleinen vonverschiedener Qualität, die in und um Voiron,Vienne, Bourgoing rc. im Depart. Jsere verfertigtwerden.
45