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Zweiter Band.
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Waffen

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Wagen

hat. Ferner sind die Züuduadelgewehre und dieSpitzkugeln sehr verbreitet; die ersteren besondersfür die Jagd, aber hin und wieder auch schon beimMilitair eingeführt, was mit den letzteren nochhäufiger der Fall ist. Für die Jagd gibt es auchverschiedene Einrichtungen, um das Gewehr durchdie Hintere oder untere Oeffnung des Rohres zuladen; dahin gehört das Gewehr von Robert unddas von Lefaucheux. Jagdflinten sind ferner oftdoppelläufig, indem sie zwei neben einander liegende,aber aus einem Stück bestehende Läufe haben, unddiese Einrichtung wird auch bei den Pistolen an-gewendet; die letzteren, besonders die kleinenTaschen-histolen oder Terz er ölen, hat man sogar mit 4,6 und mehr Läufen. Die Büchse unterscheidet sichvon der Flinte hauptsächlich durch größere Stärkedes Rohres, und daß dieses meist Züge im Innernhat, d. h. kleine Rinnen, welche ^—2 mal spiral-förmig darin herumlaufen; eine solche Büchse isteine gezogene. Auch haben die meisten Büchsennn Stechschloß und eine Borrichtung zum ge-naueren Zielen, als die gewöhnlichen Flinten. Diein der Londoner Ausstellung 1862 vorhandenenenglischen Gewehre waren einfach gearbeitet. EineDoppelbüchse von Swinburn & Sohn soll nochauf 2000 Aard mit Sicherheit schießen; die fran-zösischen Gewehre waren sehr elegant zu HohenPreisen von 3000 — 5000 Francs. Der hölzerneSchaft ist bei den feineren Gewehren oft mit ge-schnitzten oder gepreßten Lerzierungen versehen, oderauch mit Stahl oder Silber ausgelegt. Die Läufeder Jagdflinten oder Büchsen sind meist grau oderbraun gebeizt, auch zuweilen auf verschiedene Artdainascirt (s. Stahl), indem man durch Zusam-menschweißen von Stahl und weichem Eisen oderEisendraht, durch Drehen rc. verschiedentliche ver-schlungene Zeichnungen darauf erzeugt, wodurch sieein schöneres Ansehen erhalten und auch mehr gegenZerspringen gesichert sind. als die gewöhnlichen^äufe. Oft sind sie jedoch nur unäcbt damascirt,d. h. die Zeichnungen sind nur auf der Oberflächedurch eine Beize hervorgebracht, und sind dahermchts als eine äußere Verzierung, durch welche dieQualität des Laufs nicht verbessert wird. — DieSchießgewehre werden theils von einzelnen Büchsen-machern, theils in Gewehrfabriken verfertigt. Eng-land hat besonders Fabriken in Birmingham, welcheausgezeichnete Gewehre, aber meist zu verhältniß-Mäßig hohen Preisen liefern; doch werden daselbst?uch viel wohlfeile Militairflinten verfertigt, welchegroßer Menge nicht allein nach den englischenEolonien, sondern auch nach anderen außereuro-päischen Ländern gehen. In Frankreich sind hie vor-züglichsten Fabriken in Paris, Versailles, Rouen,Eharleville, St. Etienne, Chartres, Lyon. Mausvnd an mehreren anderen Orten, deren Gewehrevon keinen anderen übertroffen werden; auch sindm Frankreich die meisten neuen und verbessertenEinrichtungen erfunden worden. In Belgien sindbesonders die Gewebrfabriken von Lüttich hedeuteudA seit langer Zeit berühmt; sie liefern sowohl-lllilitair- als Luxusflinten von vorzüglicher Güteund zuverhältnißmäßig billigen Preisen. In Deutsch-land werden an mehreren Orten viele und sehr gutebewehre verfertigt, namentlich in Suhl und Söm-Merda in Thüringen, in Potsdam, Neiße und Saarnldiese 3 Fabriken werden für Rechnung der preußi-lchen Regierung betrieben'*, Schmalkalden, Blasien-3 e u« und Mehlis aus dem Thüriugerwalde, in Re-

gensburg, Chemnitz, Leipzig, Olbernhau im Erz-gebirge, Hannover, Herzberg am Harz, in Wien,Steyer, Ferlach, Freiland, Brescia rc. in Oesterreich,in Mailand, Amberg, Bergzabern, Klausthal undnoch an mehreren anderen Orten. Die Läufe, dieSchlösser und Beschläge (Armaturen) und die Schäfteder Gewehre werden auch oft in besonderen Fabrikenverfertigt und von den Biichsenschäftern nur zusam-mengesetzt. — Die Hieb- und Stoßwaffen, dieman auch blankeWasfen nennt, sind bekanntlichsehr mannichfaltig; namentlich hat man Degenund Säbel verschiedener Art, welche aber meist nurvon Militairs getragen werden; Schwerter wer-den nur noch auf dem Theater und zu Hinrichtungengebraucht; RapPiere zum Fechtunterricht, sindzweierlei, Haurappiere und Stoßrappiereoder Fleurets; Hirschfänger, zum Gebrauchder Jager; Dolche und Stilets verschiedenerArt rc. Auch ist das an den meisten Militairflintenangebrachte Bajonett eine Stoßwaffe, und anmanchen Taschenpistolen wird auch ein kleines Ba-jonett oder eine Art Dolch angebracht. — DieFabriken der blanken Waffen liefern meist nur dieKlingen derselben, und die Vollendung ist gewöhn-lich Sache der Schwertfeger; doch liefern die Fabri-ken auch manche fertige Waffen. Dolche und Stiletswerden auch zuweilen von den Messerfabriken ver-fertigt. In Deutschland ist der wichtigste Ort fürdie Fabrikation blanker Waffen und Klingen Solin-gen und dessen Umgegend. Die dortigen Fabriken,welche auch vortreffliche damascirte Klingen verfer-tigen, versehen den größten Theil der Welt mitihrem Fabrikat, das selbst in Persien und anderenLändern des Orients, wo man doch sehr gute Waffenverfertigt, beliebt ist, weshalb selbst englische undfranzösische Fabriken ihre Klingen nicht selten mitSolinger Fabrikzeichen versehen. Man hat sogar beiganz wilden, den Europäern kaum dem Namen nachbekannten Völkern im Innern von Afrika rc. So-linger Waffen gefunden. Außerdem werden inDeutschland noch an mehreren anderen Orten blankeWaffen verfertigt, z. B. in Schmalkalden und Suhl,in Wien, Steyer, Pottenstein und St. Egidi inOesterreich, Olbernhau rc. England hat die meistenund größten Fabriken dieser Art in Sheffield undBirmingham, Frankreich in Paris, Chatellerault,St. Etienne, Dampierre im Departement Seineund Ois« rc.

Wage, ein Gewicht beim Eisenhandel von ver-schiedener Schwere.

Wagen zum Wägen werden auf verschiedeneArt construirt, zerfallen aber hauptsächlich in dreiClassen, nämlich: 1) in solche, bei denen die Schwereder Last (des zu wägenden Gegenstandes) durch eingleich großes Gewicht gefunden wird, indem derWagebalken in seiner Mitte aufgehängt oder unter-stützt ist; 2) in solche, bei denen ein kleineres Gewichteiner größeren Last das Gleichgewicht hält, weil derUnterstützungspunkt des Balkens näher bei der Lastals bei dem Gewicht liegt, und 3) in solche, bn denenzum Wägen verschiedener Lasten nur ein Gewichtnöthig ist'. Bon der ersten Art sind die gewöhnlichenSchalenwagen, die man zu den verschiedenenZwecken von sehr verschiedener Größe und auch vonverschiedener Einrichtung hat. Bon den gewöhn-lichen Kaufmannswagen werden diejenigen, beidenen es auf besondere Genauigkeit ankommt, ge-wöhnlich von Schlossern oder Mechanikern verfer-tigt; außerdem liefern Solingen, Remscheid, Jser-