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Zweiter Band.
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Wawenburger Geschirr

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Walisisch

Pyrmont hat das Oxhoft Wein 1V 2 Ohm ä 4Anker ä 5 Viertel ä 77s Quartier.

Waldenburger Geschirr ist ein sehr festesgraues.Thongeschirr, das besonders in Flaschen,Krügen und dgl. besteht und im Dorfe Altstadt-Waldenburg im Schönburgischen verfertigt wird.

Waldgamander, s. Lachenknoblauch.

Waldmeister oder Steruleberkraut, As-perula odorata, eine fast in ganz Europa inschattigen Laubwäldern wachsende und jetzt auchhäufig in Gärten gezogene einjährige Pflanze mitkleinen weißen Blüthen, acht um den Stengel wir-telförmig stehenden Blättern, bitterlich gewürzhaftemGeschmack und angenehmem, benzoeartigem Geruch,der sich besonders beim Trocknen entwickelt. Siewird jetzt häufig zu dem beliebten Maitrank (s. d.)benutzt, auch zuweilen in der Medizin gebraucht unddeshalb getrocknet unter dem Namen Herba Ilepa-ticae stellatae oder II. Matrisylvae in den Apothekengeführt.

Waldmelde, s. Gänsefuß, rother.

Waldrauch, s. Weihrauch.

Waldrebe, brennende, Olematis Flam-in a 1a, eine im südlichen Deutschland, der Schweiz rc.auf Bergen und Hügeln wachsende rankende Pflanzemit weißen wohlriechenden Blumen, deren untereBlätter gefiedert und in 3 Lappen getheilt sind, dieobern einfach, glattraudig, «lanzettförmig, auf derobern Fläche dunkelgrün, unten heller sind und frischnoch mehr als getrocknet einen brennenden Ge-schmack haben und im Munde Blasen ziehen. Manbraucht sie noch zuweilen in der Medizin sowohläußerlich als innerlich unter dem Namen Ilvrbaoder Folia Flammulae Jovis. Sie müssen vor-sichtig getrocknet und in dicht verschlossenen Gefäßenaufbewahrt werden. Auch andere Arten dieserGattung werden zu gleichem Zweck gesammelt, na-mentlich die gemeine Waldrebe, 01. Yitalba,die an altem Gemäuer, Zäunen rc. emporklettert,und die aufrechte Waldrebe, 01. oroota, welchezwischen Gebüschen auf Kalk- und Urgebirgenwächst.

Waldstroh, s. Labkraut.

Waldwolle nennt man die aus frischen Tannen-und Kiesernnadeln gewonnenen Fasern, welche ineinen wollenartigen Stoff von angenehmem, erfri-schendem Geruch verwandelt sind. Sie wird vondem Erfinder Joseph Weiß in Humboldtsau beiPolnisch-Hammer in Oberschlesien bereitet, welcherauch damit ausgestopfte Matratzen, Kiffen, Bett-decken rc. verkauft und in vielen großen StädtenLager davon hält. Auch wird Garn daraus gespon-nen , das zu Fußteppichen verwebt wird. Der ge- (nannte Fabrikant bereitet aus den Kiefernadeln auch !ätherisches Waldwolleuöl, das zum Eiureibeu!gegen Gicht und dgl. gebraucht wird, und den bei!Bereitung der Waldwolle daraus gepreßten Saft!verwendet er in einer eigens dazu eingerichteten und >stark besuchten Badeanstalt zu Bädern, die sich schon !bei vielen Krankheiten wirksam gezeigt haben. Auch ;wird der Wald wollen extra ct zu diesem Zweckversendet. Die Waldwolle wird aus den völlig aus-;gewachsenen, grünen Nadeln von Finu8 silvestris Iverfertigt. Man läßt die Nadeln in Wasser weichenund gähren und unterwirft sie dann verschiedenen!mechanischen Operationen, wodurch die elastischenFasern von der äußern spröden Umhüllung getrennt

werden. Aus der Wolle verfertigte Zeuge werdenmit Nutzen bei mancherlei rheumatischen Beschwerdengetragen. Man verfertigt auch Bonbons, Liköre, „Spiritus rc. Diese Industrie hat sich gegenwärtigweit verbreitet; in Thüringen, Schlesien, dem Harzefindet man sie heimisch. Man hat selbst sogenannteFichtenuadeln-Cigarren.

Walkererde oder Walkth on ist ein dem Thoneähnliches, fettes, derbes, an den Kanten schwachdurchscheinendes Mineral von grünlicher, ins Grauefallender, zuweilen röthlicher oder weißlicher Farbe,das einen fettglänzenden Strich gibt, Fett und Oeleinsaugt und im Wasser zu einer breiartigen, nichtplastischen, beim Umrühren wie Seife schäumendenMasse zerfällt. Man benutzt sie hauptsächlich an-statt der Seife zum Walken des Tuchs, um das Fettdaraus zu entfernen; auch mit Zusatz von etwasLauge anstatt der Seife zum Waschen, in Englandzum Bleichen, und mit Wasser oder Branntwein ge-mischt , macht man Fleckkugeln daraus. Man findetsie an mehreren Orten in Böbmen, namentlich imBöhmerwalde, in Mähren, Steiermark, «Schlesien,Sachsen, Frankreich und am besten in England mder Gegend von Woburn und Waveudon in Bed-fordshire und an mehreren anderen Orten. DerBesitz dieser Walkererde, auf deren Ausfuhr einZoll von 7-2 Thaler pro Pfund gesetzt ist, warbisher ein bedeutender Vortheil für die englischenTuchfabriken, da man sich in Deutschland wegender schlechteren Qualität der deutschen meist derviel theureren Seife bediente. Seit Kurzem hasman jedoch in der Gemarkung Mehrenberg beiWeilburg a. d. Lahn in Nassau niächtige Lagervortrefflicher Walkererde gefunden, welche der eng*lischen nicht nachsteht und womit die Tuchfabrikeneines großen Theils von Europa auf lange Zeitversehen werden können. In Frankreich findet mandie beste bei dem Dorfe Salinelle in der Nähe vonSommieres im Depart. des Gard, welche daherTerre de Salinelle genannt wird.

Wall, 1) an einigen Orten eine Anzahl von80 Stück; 2) ein Gold - und Silbergewicht in Ost-indien.

Wallachei, s. Walachei.

Wallfisch, gemeiner oder ächter, IlalaenaMysticetus, ein in den Meeren der nördlichenund südlichen kalten und gemäßigten Zone lebendesSeesäugethier und zugleich das größte lebende Ge-schöpf der Welt, denn er wird 60—80 Fuß laisg,40—50 Fuß breit und 1000—1500 Ctr. schwer. Erwird wegen des Thranes und wegen der in seineroberen Kinnlade stehenden Barten, welche dasFischbein geben, gefangen und der Fang wirdhauptsächlich von den Nordamerikanern betrieben,welche jährlich über 600 Schiffe mit 15,000 MannBesatzung dazu ausrüsten, wogegen von den Eng-ländern nur noch 8 (im Jahre 1830 200) und vonden Franzosen nur 7 (im Jahre 1844 22) Schifftauf den Wallfischfaug geschickt werden. Dies ge-schieht zum Theil, um die Wallfische mehr zutun, als es früher geschehen ist, denn die Zahlselben nimmt immer mehr ab, weil mehr getödtelals geboren werden, und es ist alle Wahrscheinlich^keil vorhanden, daß sie früher oder später ganz?"^gerottet sein werden. Aus dem atlantischen Meerwerden sie immer mehr verscheucht und ziehen sichnach den nördlichen Gewässern des stillen Meeres,besonders nach den Küsten der Bebringsstraße unüberhaupt in die Eisregionen zurück; Pier befinde