Wallfischbarten
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Wallrath
pe sich aber nicht wohl, ihre Fortpflanzung ist schwä-cher, die Jungen, die sie sonst in südlicheren Gegen-den zur Welt brachten, wachsen langsam und vielewerden krank und sterben. Im Jahre 1850 warenviele Schiffe jenseits der Behringsstraße gegangenund hatten einen guten Fang gethan, 1851 aberwar der Erfolg wegen der ungeheuren Eismassen,die viele Schisse zertrümmert hatten, bedeutend ge-ringer gewesen. Es waren in diesem Jahre 143Schiffe im nördlichen stillen Meere, von denen 60durch die Behringsstraße gingen. In den südlichenMeeren, um Südamerika bis gegen Chili herab, umAustralien rc. werden ebenfalls Wallfische gefangen,Us den europäischen Gewässern aber nur sehr seltendiesseits des 66 . Grades. Der Th-ran wird aus dem0 - 7-12 Fuß dicken Speck, der Zunge und der unterenKinnlade gewonnen und ein Wallfisch gibt oft 120bis 150 Tonnen und außerdem 3—400 Stück brauch-bare Barten. Der Gewinn an einem einzigen4Vallfische beträgt daher nicht selten 5000 Thlr. unddarüber; aber oft fängt auch ein Wallfischfängeruicht mehr als einen einzigen oder kommt auch wohlganz leer nach Hause. Indessen erstrecken sie ihrenFang jetzt meist auch auf Kaschelotts, Pottftsche undwlbst auf Robben. Aus Dänemark, Hamburg,Cremen, Stettin rc. gehen ebenfalls Schiffe auf den-Wallfischfang; Holland aber scheint ihn ganz auf-gegeben zu haben. Die Bewohner der nördlichen
F. olarländer essen auch das Fleisch der jungen Wall-nlche, das Ähnlichkeit mit dem Rindfleische habenwll; die großen Unterkieferknochen stellen sie als7 -hore in die Umzäunungen ihrer Häuser, was auchln den europäischen und amerikanischen SeestädtenZuweilen geschieht; aus den Därmen machen sie Fen-flerscheiben, aus den Flechsen Fäden zum Nähen,und den zinnoberrothen Unrath benutzen sie zumFarben.
.. Wallfischbarten, Barten oder Baar denllnd die langen hornartigen Platten, welche imRachen des Wallfisches und Finnstsches am Ober-uefer sitzen und ihm zum Zermalmen seines Fraßesvrenen. Ein Wallfisch hat 6—700 Stück derselben, 1von denen aber nur 3—400 gebraucht werden kön-!
1 indem die äußersten zu beiden Seiten zu kurz jsi"d. Die längsten, in der Btitte sitzenden haben jscho Länge von 10—15 Fuß; überhaupt aber sind >lle nach Verschiedenheit des Alters der Thiere stärker!oder schwächer und mehr oder weniger stufenförmig3Ebogen. Unten sind sie bis gegen 1 Fuß breit unduach ofccn laufen sie spitzig zu; der äußere Rand ist& Va Zoll dick, der innere ist dünn und in pferde-/.^ähnliche Fransen anslaufend. Von alten Wall-f tn b sie dunkler als von jungen; von Finn-mchen sind sie gelblich oder bunt. Auch sind die
ven nördlichen Meeren besser als die aus dersidsee, welche weniger fest und elastisch, auch ge-m?vnlich schlechter gereinigt sind. Nachdem derT^aufisch getödtet ist, werden die Barten mit Hülfe^.Ankern und Seilen losgewunden, dann auf dendp, von Fleisch und Speck gereinigt, das an« Köpfen sitzende Weiße abgestoßen und so in densivel gebracht, um in den Fischbeinreißereien zu,,'lwbein ff. d.) verarbeitet zu werden Man
G, ^scheidet hauptsächlich grönländische und^vseebarten; die ersteren sind meist 4— 6 , die
ven 1 -/ 2—4 Elle„ lang. Maatsbarten nennt3 r "^ 8 *»' welche wenigstens 5 Fuß lang unddi-schwer sind; Untermaatsbarten werdenle kürzeren genannt.
Walksischschuppen, s. Blackfischbein.
Wallts heißt ein feiner weißer Baumwollenzeug,entweder mit erhabenen piqueartigeu Mustern odermit dergleichen schmalen und dichten, auf der einenSeite erhabenen, auf der anderen Seite vertieftenStreifen, wodurch der Zeug in der Breite elastischwird. Man verfertigt ihn besonders in der Gegendvon Planen in Sachsen; früher auch in Chemnitz,Hohenstein, Glauchau rc.
Wallnüsse, s. Nüsse.
Wallnußbaum, s. Nußbaumholz; weißer,s. Hickory.
Wallnußblätter, Folia Juglandis, die gro-ßen dunkelgrünen, wohlriechenden Blätter des ge-meinen Wallnußbaumes,-die einen bitteren zusam-menziehenden Geschmack haben, werden hin undwieder in der Medizin gebraucht. Zu Thee sind siebesonders gegen Skropheln zu empfehlen. Sie wer-den dann jung gepflückt, gewaschen und in derSonne getrocknet. Sie enthalten bitteren Extractiv-stoff, Gerbsäure, Farbstoff, Stärke, Citronen- undApfelsäure nebst verschiedenen Salzen. Man berei-tet daraus einen aromatischen, grüngelben Extractzweiter Consistenz.
Wallnußöl, s. Nuß öl.
Wallnußschalen, 6 orteX oder PutamenNucum juglandum, die äußeren fleischigen grü-nen Schalen der reifen Wallnüsse, welche einen eigen-thümlichen aromatischen Geruch und einen bitteren,scharfen, zusammenziehenden Geschmack haben.Durch das Trocknen verliert sich der erstere ganzund der letztere zum Theil und sie werden innen undaußen dunkelbraun. Sie werden zuweilen in derMedizin gebraucht, besonders der aus ihnen und denunreifen Früchten bereitete eingedickte, schwarze,zusammenziehend schmeckende Saft. Der Extractdaraus wird auch zum Färben der Haare gebraucht.
Wallosin, s. Fisch dein.
Wallrath, Sperma 6 oti, -Idipooeracetosa oder Cetaceum, ist eine ölartige, schmie-rige Masse, welche der Pottfisch (s. d.) oder Ka-chelst, Physeter macrocephalus , auch Sperm-f isch genannt, in großen Höhlungen seines Kopfesund in einem, neben dem Rückgrat hinlaufendenKanale bei sich führt. Ein Fisch enthält oft 5—6Tonnen derselben. Sobald sie aus dem Fische ge-nommen ist, verdickt sie sich und der eigentliche festeWallrath scheidet sich davon ab. Er wird dann durchAuskochen mit Lauge, Durchseihen und Umschmelzenvom Blut, Fasern rc. und durch Auspressen von demdarin enthaltenen Qel befreit, welches letztere unterdem Namen Wallrathöl oder Spermöl in denHandel kommt und besonders in England zum Bren-nen und zum Einfetten der Wolle gebraucht wird.Der Wallrath ist dann eine weiße durchscheinende,glänzende, feste, spröde, blätterig krystallinische Sub-stanz, von schwachem wachsähnlichem Geruch undmildem, fadem Geschmack, die sich schlüpfrig, abernicht fett anfühlt, bei 40° R. schmilzt und sich inAether, fetten und ätherischen Oelen auflöste Erdarf nicht gelb aussehen und nicht thranig riechenund muß sorgfältig gegen den Zutritt der Luft ge-schützt werden, um nicht zu verderben. Es kommtjedoch auch eine geringere schmierige Sorte vor.Außer dem Kachelst enthalten auch mehrere andereThiere dieser Gattung Wallrath, aber in geringererMenge, namentlich Pllyseter Imrsio, Nierops undOrtlioäon , sowie auch Delphinus edentulus. Da ermit einer sehr reinen und weißen Flamme brennt,