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Zweiter Band.
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Wasserglas

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Wasserstossgas

Wasserglas, kieselsaures Kali, Kalisi-licicum solubile, ist eine glasartige, in Wasserauflösliche Masse, welche bereitet wird, indem man15 Theile Quarzpulver, das möglichst wenig Kalkund Thonerde enthalten darf, 10 Theile reine Pot-asche und 1 Theil Kohle bei starkem Feuer zusammenschmelzt. Wenn man dieses schwarze, blasige Glasin 4 — 5 Theile siedendes Wasser thu: und 3 — 4Stunden lang unter beständigem Umrühren kochenläßt, bis die Flüssigkeit die Consistenz eines dünnenSirups erhalten hat, dann die unausgelösten Theilezu Boden setzen läßt und die reine Flüssigkeit ab-gießt, so erhält man die etwas klebrige, meist trübeund opalisirende Glas flüssig keil, welche ge-wöhnlich in den Handel kommt. Sie sichert diedamit überzogenen Gegenstände vor dem Verbrennenund wird daher gebraucht, um Holzwerk, Theater-dekorationen und selbst ganze Gebäude feuerfest zumachen; auch benutzt man sie zum Härten desGipses und zur Bereitung künstlicher Steinmassen.Man muß die Flüssigkeit bei der Aufbewahrung vor-dem Zutritt der Luft schützen. Das in der Medizinebrauchte, kieselsaure Kali, Kali silicicum, wirdereilet, wenn 1 Theil fein gepulverter Quarz mit3 Theilen kohlensaurem Kali zusammengeschmolzenwerden. Es entsteht eine glasartige, durchsichtigeMasse, die alkalischen Geschmack hat, an der Luftzerfließt und im Wasser leicht löslich ist. — Eineandere und bessere Bereitung des Wasserglases nachLiebig ist die aus der iin Hannöverischen und auchin Baiern sich vorfindenden Infusorienerde, welcheaus den Schalen kleiner Thierchen sich gebildet hat.Diese Erde ist amorphe Kieselerde, welche sich in ge-wöhnlicher Lauge auflöst. Um Wasserglas daraus zugewinnen, ist kein Schmelzungsprozeß nöthig, son-dern es werden 12 Pfd. von dieser Erde mit Pfd.Soda so lange gekocht, als eine Auflösung vor sichgeht. Dann reinigt man die Masse durch Kalk-wasser und erhält 20 Pfd. Wasserglas. DiesesWasserglas ist um 2 /s billiger als das Käufliche undbat doppelten Gehalt.

Wasserhanf, Hanfartiger Wasserdost oderKunigundenkraut, Kuratorium canna-binum, eine fast überall an schattigen Bächen, innassen Waldgräben, auf Flußinseln rc. wachsendePflanze mit 3—6 Fuß hohem Stengel, aus welcherein spinnbarer, baumwollartiger Faserstoff gewonnenwerden kann. In Ungarn 'wird die Pflanze zumBlaufärben benutzt.

Wasserlilie, s. Seerose.

Wassermelone oder Arbuse, CucumisCitrullus,. eine zum Kürbisgeschlecht gehörigePflanze, die in Afrika und Ostindien einheimisch ist,und in manchen Ländern des südlichen Europa, be-sonders in Ungarn, Siebenbürgen, der Walachei,Militairgrenze, Unteritalien rc. häufig angebautwird. Die glatten, schwarzgrüueu, weißlich gefleck-ten, melonenartigen Früchte haben im Innern einweiches, saftiges, sehr wohlschmeckendes Fleisch undsind sehr beliebte, erfrischende, aber im Uebermaßgenossen Ruhr und Cholera erzeugende Speise, be-sonders der unteren Volksclassen in den genanntenLändern.

Wasser, mineralisches, s. Mineralwässer.

Wassermörtel, s. Cement.

Wassermünze, Mentha aquatica, mit eiför-migen , sägeartig-gezähnten, gestielten Blättern,purpurröthlichen Blüthen und mehrjährigen Wur-zeln , wächst an Wassergräben und hat einen starken,

unangenehmen Müuzengeruch. Man erhält bei derDestillation etwas grünlichgelbes, ätherisches Oelund gebraucht sie auch zuweilen noch als Thee.

Wassernuß oder Iesuitenmünze, Trapanatans, eine in Teichen wachsende Pflanze mit aufdem Wasser schwimmenden, rautenförmigen, roset-tenartig stehenden Blättern, weißen Blüthen undschwarzgrauen, mit 4 Stacheln versehenen Nüssen,deren Kern roh oder auch geröstet oder in Wassergekocht gegessen wird.

Wasseropal, s. Feldspath.

Wassersaphir , s. P e l i o m.

Wasserschwertlilie, s. Teichlilie.

Wasserstossgas, Ilydrogenium , ist eines derElemente, welches zu den Metalloiden gerechnetwird. Es ist immer im Wasser zugleich mit Sauer-stoff enthalten und kann nur aus dem Wasser durchZerlegung desselben dargestellt werden, indem manes mit Stoffen behandelt, welche den Sauerstoff ansich ziehn. Wafferstoffgas kaun auf verschiedeneWeise dargestellt werden , wenn man z. B. Wasser-dämpfe über glühende Eisenspäne leitet. Gewöhn-lich aber bereitet mau es vermittelst Zinkes, da diesdie einfachste und billigste Methode ist. Man gibteine Flasche, welche zwei mit Pfröpfen wohlver-schlossene Oeffnungen hat, aus denen Glasröhrenmünden, halb voll Wasser und thut ein Stück, oderbesser granulirteu Zink hinein. Gießt man nun et-was Schwefelsäure durch die obere Röhre in dieFlasche , so entwickelt sich sogleich das Wasserstoffgasund steigt durch die andere Glasröhre aus der Flasche-Man kann dann nach einiger Zeit, nachdem alleatmosphärische Luft aus der Flasche vertrieben ist,das Wasserstoffgas anzünden. Früher angezündetwürde eine sehr gefährliche Explosion erfolgen. DasWasserstoffgas brennt mit einer sehr wenig leuchten-den Flamme, welche eine sehr intensive Hitze gibtund von Metallarbeitern zum Schmelzen undLöthenverschiedener Metalle statt der Kohlen mit Vortheilverwendet wird. Verstärkt wird die Hitze dieserFlamme noch bedeutend, wenn man einen Stromvon Sauerstoff hineinleitet. Es entsteht dann dassogenannte Knallgasgebläse, in dessen Hitze Platinund andere schwerschmelzende Metalle zum Schmel-zen gebracht werden können und der Diamant sichverflüchtigt. Ist das Wasserstofsgas rein, so setzt esgar keinen Ruß oder Spiegel ab. Die geringste Uu-reinigkeit durch Arsenik oder Antimon jedoch zeigtauf Porzellan diesen Metallspiegel. Das Wasser-stoffgas ist daher das sicherste Mittel Arsenikvergis-tungen nachzuweisen. Ein größerer Zusatz von Ar-senik zum Wasser, aus welchem Wasserstoffgas be-reitet wird, erzeugt Arsenikwasserstosigas, eines dertödtlichsteu Gifte, das eingeathmet augenblicklich denTod bringt. Man darf daher nur reines, arsenik-freies Zink zur Darstellung des Wasserstoffgasesverwenden. Es ist das leichteste aller Gase, seinspee. Gew. berrägt nur 0, 0692 , und ein Liter davonwiegt bei gewöhnlichem Drucke normaler Tenipe-ratur 0, üf)96 Gramme. Es ist also 14V? mal leichter,als die gewöhnliche Luft, weßhalb man es früherzur Luftschifffahrt verwendet hat. Man bedient sichjedoch jetzt dafür des bei weitem billigeren Leucht-gases. Der Wasserstoff geht vielfache Verbindungenein. Mit Sauerstoff bildet er Wasser mit Chlor,Chlorwasserstosssäure oder Salzsäure; mit Brom,Bromwasserstosssäure; mit Jod, Jodwasserstoff-säure; mit Fluor, Fluorwasserstoffsäure; mit Schwe-fel, Schwefelwasserstoff; mit Selen, Selenwaffer-