Wasserwegerich 719 Wechsel
stoffsäure, eine der vorigen ähnliche Verbindung;mit Stickstoff Ammoniak; mit Phosphor, Phosphor-wasserstoff; mit Arsenik, Arsenikwasserstoffgas.Diese Verbindungen sind in diesem Werke abgehan-delt u. beweisen wie der Wasserstoff für Chemie undTechnik gleich wichtig geworden ist.Wasserwegerich , s. Fros chlöfs el.
Waterford , wichtige Seehandelsstadt in Irland,am Zusammenflüsse des Barrow und Suire, undam St. Georgskanal, hat 25,000 Einw., eine ang-likanische Kathedrale, eine sehenswerthe katholischeKirche zur heil. Dreieinigkeit, einen tiefen und ge-räumigen Hafen mit einem der schönsten Quais inEuropa, eine schöne Börse, Zuckerfabriken, Glas-hütten, Eisengießereien , Whiskybrennereien, wich-tige Fischerei, namentlich Kabeljaufang bei Neu-fundland und sehr bedeutende Ausfuhr von Ge-treide, Mehl, Butter, Rinder - und Schweinepökel-fleisch. Nördlich steht die Stadt über Kilkenny mitDublin, nordwestlich über Tipperary mit Limerick,südlich mit Tramore an der Ballyteigue Bai inEisenbahnverbindung.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Großbritannien.
Watertwist, s. Baumwollengarn.
Watte ist gekrempelte und zu dünnen Tafelnausgestrichene Baumwolle, Werg oder Seidenab-fälle, welche zum Zwischenfutter warmer Kleiderund Bettdecken gebraucht wird. Die Tafeln werdenvon verschiedener Dicke verfertigt, und um ihnenZusammenhang zu geben, auf beiden Seiten mitLeimwaffer bestrichen.
Wau oder Gelbkraut, liesocka Inteoln,enie in ganz Deutschland an Wegrändern, aufSchutthaufen rc. wild wachsende und in Frankreich,Italien, Holland, England und auch in niehrerenGegenden Deutschlands angebaute 2jährige Pflanze,mit 2—3 Fuß hohem Stengel, lanzettförmigenBlättern und blaßgelben, traubenförntige Aehrenbildenden Blüthen, aus denen lange, eckige, mitschwarzen Samenkörnern angefüllte Hülsen ent-stehen. Man benutzt ihn, um Seide, Baumwolleund Leinen gelb, grün rc. zu färben, auch zur Ver-fertigung von feinem Schüttgelb und einer gelbenWasserfarbe zu Tapeten. Die ganze Pflanze enthältden Farbestoff und wird im August des zweitenJahres, wenn der Samen fast reif ist, oder auchfrüher, mit der Wurzel ausgezogen, sorgfältig vonder daran hängenden Erde befreit und auf dem Ackerjnm Trocknen ausgebreitet. Dann werden die Sa-menkörner ausgeklopft, die Stengel in Bündel ge-bunden, au einem luftigen und schattigen Ortevöllig getrocknet und so an die Kaufleute verkauft.Der beste kommt aus Frankreich und am meisten ge-schätzt ist der aus der Gegend von Celte; der deutscheaus Thüringen, Sachsen, Baiern, Württemberg rc.und der englische sind geringer. Der französische hatlehr wenig Blätter, sondern fast nur gelbe, kleinenGlöckchen ähnliche Blumen. Guter Wau muß gelbvder gelbgrünlich von Farbe sein und viel Blüthenhaben; der dünnstengliche ist besser als der dicksteug-llche fund grüne, der auf Sandboden gewachsenebesser als der von fettem Boden, und der angebautebesser als der wild gewachsene. Seit Einführung derOnercitronrinde hat übrigens der Anbau und Ge-brauch des Wau sehr abgenommen. In ihm ist dasluteolin (s. d.j enthalten.
Webe nennt man ein Stück Leinwand von
Hamburger oder 60 preuß. Ellen.
Weberdistel, s. Karden.
Weberkämme, Weberblätter, Stirn-blätter, Rietblätter oder auch bloß Blätter; nennt man die aus dünnen, geglätteten Rohrspän-' chen oder aus polirtem, plattem Draht von Stahl,Messing oder Kupfer bestehenden kammähnlicheuVorrichtungen an den Webstühlen, durch welche dieKettenfäden, und zwar immer 2 Fäden durch jedenZwischenraum gezogen werden. Die Blättchen oder! Drähte sind 3 — 4 Zoll lang und in einem Rahmen; befestigt, der etwas länger ist als die Breite des Ge-webes. Je feiner das Gewebe werden soll, desto! dünner und dichter müssen die Zähne sein, und manj hat sie daher so fein, daß gegen 200 Zähne auf den! Zoll kommen. Man versenigt sie in Chemnitz,
1 Dresden, Annaberg, Anerbach in Sachsen, in Ber-! lin, Wien, Osnabrück, Hannover und an mehrerenanderen Orten.
! Weberkarden, s. Karden,i Wechsel oder Wechselbrief nennt man in der! kaufmännischen Sprache ein schriftliches, nach einer' gesetzlich vorgeschriebenen Form abgefaßtes Ver-sprechen, durch welches sich Jemand verpflichtet,j einem Anderen oder Dem, welchem dieser sein Rechtj überträgt, eine gewisse Geldsumme an einem ge-i wissen Tage entweder selbst auszuzahlen oder durcheinen Dritten auszahlen zu lassen, bei Vermeidungder durch die besonderen Wechselgesetze angedrohtenj Nachtheile. Die Wechsel zerfallen demnach in zweij Hauptclaffen, nämlich in solche, durch welche derz Aussteller selbst die Zahlung zu leisten verspricht,
| eigene oder trockne Wechsel, Solawechseloder Propre Wechsel, und in solche, durch welcheer einen Anderen dazu beauftragt, gezogene odertrassirte Wechsel oder Tratten. Die letzteren,als die wichtigsten und ältesten, denn die eigenenWechsel sind erst später daraus entstanden, schreibensich aus dem 12. und 13. Jahrhundert und aus denitalienischen Handelsstädten her, und deshalb sindauch noch jetzt mehrere italienische Ausdrücke beimWechselwesen im Gebrauch. Sie sind eine der wich-tigsten Einrichtungen für den kaufmännischen Ver-kehr, indem sie ganz besonders die Ausgleichung vonSchuldverbindlichkeiten sowohl in der Nähe, alsauch zwischen weit entlegenen Ländern außerordent-lich erleichtern, und der Handel würde ohne siewahrscheinlich nie zu seiner jetzigen Blüthe und Aus-dehnung gelangt sein. Sie sind daher auch schonvon jeher der Gegenstand besonderer Aufmerksamkeitder Regierungen gewesen, welche durch Erlassnugeigener Gesetze und Wechselordnungen beson-ders dafür gesorgt haben, daß für die Erfüllung derdurch Wechsel eingegangenen Verbindlichkeiten diemöglichst größte Sicherheit gewährt wird. Dieseswird durch die Wechsel strenge erreicht, d. h.durch die Einrichtung, daß jeder Wechselverpflichtele,der seiner Verbindlichkeit nicht pünktlich nachkommt,durch den von dem gewöhnlichen Prozeßverfahrenganz abweichenden kurzen und summarischen Wech-selprozeß (s. d.) meist zur sofortigen persönlichenVerhaftung verurtheilt wird. Den Inbegriff aller! über Wechsel, Wechselgeschäfte und Wechselverbind-j lichkeiten bestehenden Gesetze, Gewohnheiten und! Rechtsgrundsätze nennt man das Wechselrecht,
! und man sagt daher: sich nach dem Wechselrecht ver-! bindlich machen, was so viel bedeutet, als sich für> den Fall, daß man seiner Verpflichtung nicht nach-kommen sollte, der Wechselstrenge unterwerfen. —
! Obgleich die Gesetzgebungen fast aller Länder in