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Zweiter Band.
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Wein

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Wein

terbeffevt werden; doch muß dasselbe ganz voll ge-lullt und gut verwahrt werden. Ist der Lustge-schmack schon stärker, so ist dem Uebel viel schwererabzuhelfen. Trübung des Weines rührt, außer^on den schon angegebenen Krankheiten, daher, daßdie hefigen Theile sich entweder noch nicht abgesetzt^er nach dem Absetzen durch eine innere oder äußereBewegung wieder damit vermischt haben. Ruheund das Entfernen der erschütternden Ursachen^lcht in den meisten Fällen hin, die Triibung zuheben. Ist jedoch durch Wärme des Kellers oderbeim Versenden eine Gährung entstanden, so mußdiese durch Schwefeln, Abziehen, kühleres Lager,umschlagen des Fasses mit nassen Tüchern gehemmtund dann das im Weine enthaltene Ferment durchstarkes Schönen entfernt werden. Ist der Weindeshalb trübe, weil er noch nicht völlig ausgegohrenf° setzt man ihm Zucker zu und befördert dieEhrung durch Wärme, Zusatz von warmem Most,heißen Kieselsteinen, Hefen oder Schaum von gäh-nendem Most und dergl. Süße Weine, welche manabsichtlich nicht ganz ausgähren läßt, bleiben oft^ange trübe, wenn man die Trübung nicht durchdas Klären entfernt, welches durch Zusatz von etwasKochsalz befördert wird. — Um die Farbe, den Ge-sthmack und den Geist des Weines zu verbessern,U'nrden zuweilen Verfälschungen damit vorgenom-mn, welche theils unschädlich, theils der Gesundheituachtheilig sind. Das Erkennen derselben ist in derMgel schwierig und in den meisten Fällen nur durcheinen complicirten chemischen Proceß möglich; eingeübter Weinkenner aber wird sie fast immer durchden Geschmack entdecken. Die schon oben erwähn-en Färbungen der rothen Weine mit Farbe-stoffen von ähnlicher Farbe und der weißen mit ge-kanntem Zucker sind unschädlich, aber, außer durchfeine Zunge, schwer und nur auf chemischemzu erkennen. Birnen- und Aepfelmost undandere süße Stoffe, welche herben Weinen zuweilen^gesetzt werden, um ihnen einen angenehmerenGeschmack zu geben, werden durch den Geschmack^'annt. Man hat jedoch dazu auch eine sichere, che-stlffche Probe. Man nehme 8—10 Unzen des zuprüfenden Weines und lasse diese vorsichtig ab-dampfen; der Rückstand wird mit 75% Weingeist^gewaschen, bis er ungefärbt wieder abläuft und^?chts mehr von jenem aufnimmt. Dann über-große man das Ganze mit 3 Quentchen destillirtenPassers und filtrire sorgfältig. Ist das Filtratganz klar, so schütte man einige Tropfen Platin-Awridlösung hinzu. Ist nun Obstmost bei demj^ute, so entsteht sogleich ein Niederschlag von gel-vem Chlorplatinkalium. Ist dagegen keiner dabei,w bleibt die Flüssigkeit klar, oder wenn ein geringer-"icderschlag entsteht, so klärt sie sich doch sogleichjeder. Künstlichem Rothwein gibt' man durchj-lchenholzspäne oder Wallnußschalen zuweilen denzusammenziehenden Geschmack des Weines, was sichfl ltr dadurch erkennen läßt, daß Eisenvitriolauf-v>ung meist einen tiefer gefärbten Niederschlagarm gibt. Mit Weingeist oder Branntwein wer-en. besonders die spanischen, portugiesischen und«panischen Weine, welche zur Ausfuhr hestimmtErsetzt, theils um sie stärker, theils um siebZ.., strev machen. Ist der Zusatz bedeutend, sostörn*!* e » ^ oiner geübten Zunge durch den Ge-sich auch oft dadurch erkennen, daß manwas Wein zwischen den flachen Händen reibt undau riecht. Ein geringer Zusatz von ächtem

Franzbranntwein läßt sich nicht entdecken, ist aberauch kaum als Verfälschung zu betrachten. DieStärke des Weines richtet sich überhaupt nach demdarin enthaltenen Alkohol. Er wechselt in den ver-schiedenen Weinsorten zwischen 6 — 27%, wobeiman nicht vergessen darf, daß auch Alkohol häufigzugesetzt wird. Die Weine aus Griechenland, Si-cilien, Spanien. Portugal haben zwischen 15— 27»/,,;Portwein und Madeira 20 — 23%,- Leres 20%,Muskat, Roussillon 18%, Malaga 16%, Bor-deaux 15%; die bessern französischen und Rhein-weine zwischen 6—12% ja bis 18%, die deutschenLandweine 7—10%, die geringsten 4—5%. Pot-asche oder kohlensaures Kali wird zuweilen dem sauergewordenen Weine zugesetzt, um ihn zu verbessern,kann aber nur durch einen chemischen Prozeß ent-deckt werden. Das nämliche gilt von der Verfäl-schung mit Alaun, welche besonders in den großenStädten Frankreichs üblich ist, um dem rothen Weineeine hochrothe Farbe zu ertheilen, und um durch diezusammenziehende trocknende Eigenschaft des Alaunsden Durst der Trinker zu vermehren. Mit Kalk-stein, Marmor oder Krerde wird der Wein zuweilenversetzt, um die Säure desselben zu dämpfen, wasman ebenfalls nur durch chemische Untersuchung desBodensatzes und des Weines entdecken kann. Dieschädlichste Verfälschung geschieht durch Bleiglätteoder Bleizucker, welche jedoch nur bei weißen Wei-nen anwendbar ist, indem der Farbstoff der rothendadurch zum Theil niedergeschlagen werden würde.Man erkennt sie am besten durch die in den Apothe-ken käufliche Hahnemann'sche Weinprobe(s. d.), oder indem man ein Stückchen blankes Zink,an einem Faden befestigt, in den Wein hängt, andas sich das darin enthaltene Blei, wenn es auchnur sehr wenig beträgt, in kleinen, blaugrauenBlättchen ansetzt. — Tue gebräuchlichsten technischenAusdrücke beim Weinhandel sind außer denen,welche im Vorstehenden schon erklärt worden, fol-gende. Einen halbrothen Wein nennt man Schil-ler, einen röthlichen Bleich ert. Junger Weinwird auch grüner genannt, der alte abgele-gene oder Firnewein, besonders wenn er deneigenen angenehmen Geruch und Geschmack (dieFirne) angenommen hat, den hauptsächlich derRheinwein mit dem Alter bekommt. Den eigen-thümlichen angenehmen Geruch, der besonders denfeinen Weinen eigen ist, nennt man die Blumeoder das Bouquet. Unter Göhr versteht manden weinigen, gewürzhaften Geschmack, der sich imMunde entwickelt und auch einige Zeit anhält, undvon dem Weingeist und den wohlriechenden Theilenherrührt, die durch die Wärme des Mundes undMagens verflüchtigt werden. Am Rhein und ander Mosel nennt man Gähre den eigenthümlichengewürzhaften Geschmack, der sich beim Kosten desWeines sowohl dem Geschmacks- als dem Geruchs-sinne mittheilt und besonders bei den Moselweinenzu bemerken ist. Der Wein hat Körper, sagtman, wenn er reich an geistigen und extractivenTheilen ist. Schwer heißt derjenige, der viel gei-stige und feste Bestandtheile enthält, leicht der-jenige, der zwar Weingeist, aber viel Wasser enthält,schwach, wenn der Weingeist fehlt. Fett, öligoder schmalzig nennt man einen Wein, der aufder Zunge und den Lippen ein eigenes schlüpfriges,glattes, volles Gefühl, wie von fettigen Körpern,hinterläßt. Es rührt von einem starken Gehalr anSchleim und Zucker her und verdeckt oft die Gähre,

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