Wien
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Wiesenflnchs
Kreditanstalt ist „kk. priv. Österreich. Kreditanstalt fürHandel nnd Gewerbe", sie besitzt Filialen in Prag,Pest, Brunn, Trieft n. Lemberg. Die Triester Filialeunterhält eine permanente Repräsentanz in Alexan-drien, sie hat eine Magazinsverwaltung in Sissekund eine Agentur in Szegedin in Ungarn, welchedas Getreidegeschäft vermitteln, ebenso hat die PesterFiliale eine Magazinsverwaltung in Raab. DieConcession der Kreditanstalt ist eine sehr ausgedehnte,es sind ihr fast alle Geschäfte gestattet, welche in daskaufmännische Ressort gehören und sowohl ihr Bank-geschäft als auch das Effecten-Vorschußgeschäft nnddie Giroabtheilnng hat eine vorzügliche Ausdehnunggewonnen. Die Äctien lauten auf Fl. 200 Österreich.Währung und sind mit zwei Coupons versehen, vondenen der Eine am 1. Januar fällige für die Abschlags-zahlung auf die Dividende bestimmt ist, welche bishermit 5 % oder Fl. 10 Österreich. Währung immer ge-leistet wurde, der Zweite lautet auf die Restzahlungder Dividende, welche in der im Monat April statt-findenden Generalversammlung bestimmt wird. —Die Page der Kreditanstalt ist in Folge der Bethei- jlungeu bei den jungen Österreichischen Bahnen keine'glänzende, besonders wirkt ihr enormer Besitzstandvon Theißbahnactien, von denen sie 15 Millionenbesitzt, störend.
Die nieverösterreichische Escomptgesell-fchaft wurde im Jahre 1853 eröffnet; ihr Kapitalbeträgt 7 Millionen Fl. Die Aetien lauten aufFl. 500 Österreich. Währung nnd sind mit 4 % ver-zinslich, die Coupons lauten pr. 1. Januar und1. Juli. Der Erstere, welcher mit der Dividendedes vergangenen Jahres bezahlt wird, kommt jedochin der Regel erst nach der Generalversammlung zurAuszahlung, welche im Monat Januar stattfindet.Die Geschäfte der Escomptgesellschaft bestehen in derEscomptirung von Platzwechseln und Domicilen derKredittheilnehmer, welche solidarisch mit einer 5 °/«-tigen Caution vom Betrage des eingeräumten Kre-dits für alle aus solchen Discoutirungen für diedie Gesellschaft treffenden Verluste haften, und imFalle solche zu decken sind, zu einem Zuschuß zurCaution aufgefordert werden. Die Dividende betrugbisher nie unter 8 %. Außer den oben angeführtenEscomptirungen, discontirt die Gesellschaft auch ander Börse; solche Geschäfte, oder Verluste, die ausderartigen Escomptirungen refultiren, stehen vondem Escomptgeschäft der Kredittheilnehmer unab-hängig. Die Einlage verzinslicher Gelder gegenCassenscheine hat eine bedeutende Ansdehunng ge-wonnen. — Die Direction gedenkt eine Effecten-Vorfchnßabtheilnng ebenfalls ins Leben zu rufen.
Die anglo - österreichische Bank ist imeigentlichen Sinne nur die Filiale der in Londonbestehenden Anstalt und mir einem Kapital von20 Millionen Fl. in Silber errichtet, welches durch100,000 Ttück Äctien repräsentirt wird. Die anglo-österreichische Bank hat dieselbe Concession wie dieKreditanstalt und arbeitet bisher nur mit einemKapital von 6 Millionen, da erst 30 % auf dasActienkapital eingezahlt sind; die Zinsen, welche am1. Januar und 1. Juli bezahlt werden, betragen 5%.Die Gesammtverzinsung in dem ersten abgelau-fenen Betriebsjahr betrug 7y. 2 % des eingezahltenKapitals.
Die allgemeine österreichische Boden-Kreditanstalt gibt gegen Emission von Pfand-briefen Vorschüsse auf Realitäten und Grundstücke;ihr Actienkapital beträgt 24 Millionen Fl. in Silber
! und ist durch 120,000 Stück Aetien repräsentirt.
! Die Äctien lauten auf 200 Fl. Österreich. Währung! und sind mit Coupons pr. 1. Januar und 1. Juli! versehen.
! Platzgebräuche. Spiritus verkauft man pr.
! Grad; Juchten nach der Rolle von 6 Stück oder nach! dem Gewicht. Mehl nach dem Centner. der bei! Weizenmehl erste Sorte — 2, zweite Sorte — 17*j Metzen gerechnet wird. — Das Resspiro beträgt! 3—4 Monate, bei einigen Artikeln 6 — 8 Monate.Tara wird entweder die wirkliche oder Procent-Tara! gerechnet. — Die Courtage beträgt im Waaren-j geschäft y a . Die Commission ist iy . 2 — 2 %.
Rechnungsart, Münzen, Wechselrecht,Wechselstempel, Maße und Gewichte,s. Oesterreich.
Wienergrün, s. K a i s e r g r ü n.
Wiener Kalk, auch Wiener Weiß, wird derbei Wien verfertigte Polirkalk genannt; s. Kalk.
Wienerlack, Wienerroth, s. Florentiner-lack.
Wiener Münzvertrag, s. Münzfuß.
Wiener Währung, avgek. AV. w., nennt mandie frühere österreichische Papiergeldwährung, welche1816 auf 2 ' 5 ihres Rennwerthes herabgesetzt wor-den ist.
Wiesbaden, Hauptstadt des HerzogthumsNassau, am Südabhange des Taunus, eine Stundevom Rhein, durch die Eisenbahnen mit Mainz.Frankfurt a. M., Biebrich rc. verbunden, mit25,000 Eiuw. Sie ist schön gebaut nud besitzt außer, dem neueren herzoglichen Schlosse mehrere ausge-: zeichnete Gebäude, wie den prächtigen Kursaal mit, schönen Spaziergängen, das Theater, das Biblio-1 thekgebäude, die katholische Kirche, die großartig an-; gelegte evangelische Kirche mit 5 Thürmen rc. Be-sonders berühmt ist sie wegen ihrer gegen vieleKrankheiten dienenden Mineralquellen, die sowohl! zum Baden als zum Trinken gebraucht werden und'einen großen Fremdenzufluß verursachen. welchereine Hauptquelle des Erwerbs für die Stadt ist-Handel nnd Fabriken find nicht bedeutend, aber imSteigen begriffen, auch befindet sich hier eine Han-delskammer und eine Jndustriehalle, in welcherfortwährend Gewerbserzeuznisse des Herzogthumszum Verkauf vorrälhig sind.
Bank. Die im Jahre 1840 von der Regierungmit einem Grundkapital von 3*4 Millionen Guldenerrichtete nassanische Landeskreditcasse, wurde 1849unter dem Namen „Nassauische Landesbank"erweitert, welche Noten in Stücken von 1, 5,10 u.25 Gulden ausgibt, die als das Papiergeld desLandes bei allen öffentlichen Cassen als baares Geld» angenommen werden, wie auch bei M. A. v. Roth-'schild & Söhne in Frankfurt a. M. einlösbarsind.
Rechnung, Münzen, Maße u. Gewichte,!s. Nassau.
' Wieselfelle, von dem in gemäßigten und kalten» Gegenden der alten und neuen Welt lebenden ge-! m e i n c n W i e se l, Uustela vulgaris. Sie sind auf! dem Rücken gelblich oder rothbraun, am Bauche! weiß, gelten aber nur für ein geringes Pelzwerk und»kommen auth wenig in den Handel. Eine Spielart,»Schneewiesel genannt, ist weiß von Farbe; auchkommen zuweilen aus Südamerika gefleckte Wiesel-felle unter dem Namen Pacan skins, aus Nordame-rika schwarze nach England.
Wiesenflachs, s. Purgirflachs.