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Wismuthoxyd
Wigtje, Gewicht in den Niederlanden, s. d.
Withelmsd'or heißen die deutschen Pistolen, dievon Regenten, Namens Wilhelm geprägt sind, z.B.in Kurhessen, Braunschweig rc.
Wilna, Hauptstadt des gleichnamigen russischenGouvernements und von ganz Lithauen, an derschiffbaren Wilia, welche hier die Wilenka aufnimmt,Station der großen russischen Centralbahn, mit Ab-zweigung der Verbindungsbahn nach Eidtkuhuenzur preußischen Grenze, hat 51,500 Einw., 8 Bor-städte, schöne Paläste, mehrere prachtvolle Kirchen,zahlreiche Unterrichtsanstalten verschiedener Art,darunter eine chirurgisch-medizinische Akademie, un-bedeutenden Gewerbfleiß, aber wichtigen Handel,namentlich mit Erzeugnissen des Ackerbaues, dienach Riga, Meine!, Königsberg und Liban gehen.Die hiesigen Jahrniärkte sind besucht und vermittelneinen großen Umsatz.
R e ch u u n g. M ü n z c n, M a ß e u. G e w i ch t e,s. Rußland.
Windharmonika, Ziehharmonika oder Ac-cordion, ein bekanntes Blasinstrument, das ent-weder mit dem Munde oder vermittelst einer damitverbundenen Art Blasebalg geblasen wird. Dieersteren sind nur klein, von Holz, Knochen, Blech rc.und werden besonders in Nürnberg verfertigt.Durch Vergrößerung und wesentliche Verbesserungderselben sind die letzteren entstanden, welche setztan mehreren Orten in besonderen Fabriken und vonverschiedener Größe verfertigt werden, unter ande-ren in Wien, Leipzig, Gera, Gera-Untermhaus,Karlsfeld im Erzgebirge rc.
Windprotest/ s. W e ch s e l.
Wintergrün, s. Sinngrün.
Wintergrün, doldenförmiges, Pyrolaoder Chimaphila umbellata, eilte in Deutsch-land , im nördlichen Europa, Asien und Amerikawachsende krautartige Pflanze mit länglichen, ge-sägten, glatten, steifen, lederartigen Blättern undzierlichen, in Dolden stehenden Blüthen. Die ge-ruchlosen , reizend süßlich, dann bitterlich schmecken-den Blätter, welche getrocknet unten etwas bräunlichaussehen, werden in der Medizin als urintreibendesMittel gebraucht.
Wintersrinde, Winterszimmt oder Ma-st ellanische Rinde, 0ortex Winteranus°ber Magellanicus, tioit Drimys Wiuteri, einemlm südlichsten Amerika wachsenden Baume, kommtsu Protzen, dicken, röhren- oder riunenförmigenStücken mit rauher, schwammiger, schmutziggelberoder bräunlicher Oberhaut, oder wenn diese fehlt,'Nit glatter Außenseite, an der innern Seite ziemlichstlalt, gelbbraun, bis dunkelbraun, zuweilen schwärz-üch, auf der Oberfläche oft mit röthlich rundenFlecken gezeichnet. Sie hat einen gewürzhaften, derEasearille ähnlichen, sehr starken Geruch und einen^hr scharfen, lange auf der Zunge und im Halsebrennenden Geschmack. Sie wird noch zuweilenstsgen Magenschwäche, Galleufieber und scorbutischeKrankheiten gebraucht und von Hamburg und Lon-don bezogen. — Falsche Wintersehe Rinde^wd der weiße Zimmt zuweilen genannt.
^ Wismar, Stadt und Hafen an einem Busen derOstsee, im Großherzogthum Meckleuburg-schwerin,'^00 Einw., starke Getreideausfuhr, Fischerei,-^chlff- und Maschinenbau, Eisengießerei, FabrikenTabak, Papier, Cichorieu und Essig. Wollmarktsin k o 1 . 1 ” starkem seehandel. Im Jahre 1863
> "d -33 Schiffe, worunter 171 mit fremder Flagge,
eingekommen, und 245 ausgegangen. Die Wis-marsche Rhederei bestand Anfangs 1864 aus 50Schiffen mit 5560 Lasten und 1 Dampfschlepper von40 Pferdekrast. — Vor dem Meerbusen liegt die17* üMeile große Insel P ö l, die durch Brückenund Eilande mit dem festen Lande verbunden ist.
C oursVerhältnisse. Man richtet sich nachHamburg und rechnet bei der Uebertragung derWährung ganz wie in Rostock.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Mecklenburg.
Wismuth oder Markasit Pismuthum,M a r c a s i t a , ist ein Metall von graulich-weißer,ins Röthliche fallender Farbe, starkem Glanz, blät-terig-krystallinischem Gefüge, das im gewöhnlichenZustande sehr spröde, so daß es sich leicht pulvernläßt, vollkommen rein aber ein wenig hämmerbarist, leichter schmilzt als Blei und ein spez. Gew. von9,-, hat. In der Natur findet es sich nicht häufig,meist gediegen in Begleitung der Kobalterze, aberauch mit Schwefelerzen oder orydirr. Das meistewird in Sachsen, besonders bei Schneeberg gewon-nen, außerdem an einigen Orten in Böhmen,Ungarn, Steiermark, in England rc. Der käuflicheWismuth ist gewöhnlich nicht ganz rein, läßt sichjedoch leicht reinigen. Man verwendet es besonderszur Erzeugung leichtflüssiger Metalle wie das Rose'-sche, Darcetsche oder Onionsmetall, Newtons Me-tall rc. die zu Schnellloth, zu Sicherheitsventilen anDampfkesseln, zum Abklatschen von Holzschnitten,zu Abdrücken von Gemmen u. dgl. gebraucht wer-den ; ferner zu Musiv- oder unächtem Malersilber,zu einem Polirpulver für Stahlarbeitcn und zurBereitung des salpetersauren Wismuth oderdes Wismuthweiß s. d.
Wismuthoxyd ist eine Verbindung von Wis-muth und Sauerstoff, die durch Rösten des Metallesan der Lust erhalten wird. Es ist ein hellgelbesPulver, welches, nachdem man es geschmolzen hat,ein dunkelgelbes Glas bildet. Man wendet es inneuester Zeit besonders dazu an, den Thonwaaren,Porzellan rc. den Glanz von farbloser oder gefärbterPerlcmutter von Gold, oder den irisirenden Glanzvon Muscheln und Seifenblasen zu geben. Für sichallein gibt das Wismuthoxyd den Glanz von weißerPerlmutter, um ihn aber farbig zu machen, setzt mandie Salze von «Silber, Platin, Gold, Palladium,Uran, Eisen, Mangan rc. hinzu, je nach der Farbe,die man hervorbringen will. Sein spec. Gewicht
ist 8,45,.
Wismuthoxyd, baldriansanres, Jiismu-tlium valerianicum, entsteht, wenn man eine Lösungvon salpetersanrem Wismuthoxyd mit baldriansau-rem Natron mischt. Es ist ein weißes, stark nachBaldrian riechendes Pulver, das in der Medizin ge-braucht wird.
Wismuthoxyd, kohlensaures, Pismutllumearbonionm, ein weißes Pulver das bereitet wird,wenn eine Lösung von salpetersanrem Wiömuth mitkohlensaurem Kali oder Natron gefüllt wird. Esdient zur Darstellung verschiedener Wismuthprä-parate.
Wismuthoxyd, milchsaures, Pismuthumlactieum oxydatum, Lactas oxydi Pismuthi, entstehtdurch Mischung einer mit Wismuthoxyd gesättigtenSalpetersäure mit einer concentrirtcn Lösung vonmilchsaurem Natron. Aus dein entstandenen Kry-stallbrei, der in wenigem Wasser gelöst wird, scheiden