Wismuthoxyd
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Wolibnrte
sich krystallinische Krusten ab. Es ist in kaltemWasser wenig, mehr in kochendem löslich.
Wismuthoxyd, valerianasaures, Bismu-thum valerianicum. Eine neutrale Lösung von sal-petersaurem Wismuthoxyd mit valerianasauremNatron, mit Zusatz von Balerianasäure gibt einweißes lockeres Pulver mit dem Geruch der Baldrian-salze. Es ist nicht löslich in Wasser und wird wiedas Vorige in der Medizin verwendet.
Wismuthsäure entsteht, wenn noch mehr Sauer-stoff mit dem Wismuthoxyd verbunden wird; es istein hellrothes Pulver, welches bei hoher Temperaturseinen Gehalt an Sauerstoff wieder abgiebt.
Wismuthweiß, Spanischweiß, Perlweiß,Wismuthkalk oder basisches salpetersau-reS Wismuthoxyd, Nagister iurn Bis-muthi oder Marcasitae, Bismuthum nitri-cum praecipitatum, Subnitras Bismuthi, s.Bismuthum nitricum basicum, ein weißes, lockeresunter dem Bergrößerungsglase als glänzende Na-deln erscheinendes, geruch- und geschmackloses, sehrschwer in Wasser lösliches Pulver, das am Lichtegrau und bereitet wird, indem man eine Auf-lösung von Wismuth in reiner Salpetersäurekrystallisiren läßt, die Krystalle in vielem destillirtenWasser auflöst und das sich davon abscheidendePulver gehörig aussüßt. Man braucht es in derMedizin gegen Magenkrampf. Veitstanz rc. undauch zur Bereitung von weißer Schminke. DasWismuthweiß wird jedoch durch Schwefelwasserstoffschwarz gefärbt.
Wispel oder Winspel, Getreidemaß in denmeisten norddeutschen Ländern.
Wisse, ein Brennholzmaß in den Nieder-landen.
Witherit, s. S ch w e r e r d e.
Witney, ein englischer Kalmuck, der ursprüng-lich in dem gleichnamigen Orte in Oxfordshire ver-fertigt wurde.
ÄZlachei, s. Walachei.
Wog, s. Bog.
Wohlgemuth, s. Dosten.
Wohlverley, s. W o l v e r l e y.
Woiloks nennt man in Rußland eine Art Fuß-decken von Filz, die besonders bei Kaluga verfertigtund auch zuweilen ausgeführt werden.
Wolfram oder Scheel, Wolframium,Scheelium, ein Metall, das Aehnlichkeit mit demEisen und ein spez. Gew. von 17^—17,gg hat, här-ter als Stahl, spröde, noch schwerflüssiger als Platinund Mangan, auf dem Bruche krystallinisch undmetallisch glänzend ist und nur bei starkem Glühenoxydirt. Man gewinnt es aus dem Wolframerz,einem pechschwarzen bis graulichschwarzen, undurch-sichtigen Mineral mit Diamantglanz und dunkel-röthlichbraunem Strich, das ein steter Begleiter desZinnerzes' ist und sich bei Altenberg in Sachsen,Graupen und Zinnwald in Böhmen, Cornwallis,Schottland, Sibirien rc. findet; ferner aus demTungstein, einem ähnlichen Mineral von gelb-licher oder bräunlicher Farbe. Als Metall wird dasWolfram zuweilen zu Legirungen mit Stahl be-nutzt, um diesen härter zu machen, doch ist dabei derhohe Preis desselben sehr hinderlich. '
Wolframsäure , T u n g st e i n s ä u r e oderScheelsäure, auch Wolframgelb genannt,Acidum wolframicum, findet sich, jedoch sel-ten, mit Metalloxyden verbunden, im Tungsteinund Wolframerz, kann aber auch künstlich durch Er-
hitzen des schwarzen Wolframoxyds unter Luftzu-tritt dargestellt werden. Es ist ein schwefelgelbesoder grünlichgelbes, schweres, in Wasser und Säu-ren unlösliches, in Alkalien aber leicht löslichesPulver. Man benutzt die Wolframsänre als einedauerhafte gelbe Malerfarbe, auch soll sie ein Be-standtheil der künstlichen Emailzähne sein. Haupt-sächlich aber wird sie in Verbindung mit Kali alswolframsanres Kali in der Blaufärberei ver-wendet. Dieses ist ein weißes Pulver von ätzendemalkalischem Geschmack, das sich leicht in Wasser auflöstund dargestellt wird, indem man feingepulvertesWolframerz mit kohlensaurem Kali schmilzt, dannmit Wasser auszieht und die Flüssigkeit abdampft.Wolfsauge, s. Feld spath.
Wolfsbeere, s. Einbeere.
Wolfsfelle, von dem im nördlichen Europa,Asien und Amerika lebenden gemeinen Wolfe,Cauis Lupus, von röthlichgrauer Farbe, im Winteretwas Heller, mit langbehaartem Schwänze, der eineschwarze Spitze hat. Sie haben ein grobes langesHaar und werden daher nur als geringes Pelzwerkzum Futter in Wildschuren, Reisepelze rc. verwen-det, wozu sich auch nur die Winterfelle eignen; dieSommerfelle werden zu weißgahrcm und sämischemLeder und zu Pergament verarbeitet. Am meistengeschätzt sind die von der Hudsonsbai von weiß-grauer oder weißlicher Farbe, etwas geringer sinddie canadischen, die mehr ins Graue fallen und nochgeringer die russischen, polnischen und schwedischen.Die meisten kommen aus Rußland, besonders ausdem Gouv. Tula und Orenburg, und gehen theilsnach Europa, theils auch nach China. — Von denvielen Abarten des Wolfs sind besonders zu erwäh-nen: der sogenannte weiße Wolf, von gelblich-weißer Farbe und feinerem, glänzenderem Haar alsder gemeine; er lebt im nördlichen Theile von Ruß-land und Sibirien und sein Fell ist am meisten ge-schätzt; der schwarze Wolf, mit schwärzlich gelb-lichem Haar, findet sich, jedoch seltener, in den näm-lichen Gegenden, nnd der Steppenwolf, kleinerund schlanker, hellfarbiger, mit dichterem und länge-rem Haar als der gemeine, lebt in den kirgisischen,bulgarischen und sibirischen Steppen.
Wolfstrapp oder Wolfsfuß, wolliger,wollige Ballote, Bailota lanata oderLeonurus lanatus, eine in Sibirien wachsendeund daselbst von dem Volke als kräftiges harntrei-bendes Mittel gegen Wassersucht gebrauchte Pflanze,wird zu diesem Zweck auch in Europa gebrauchtund daher unter dem Namen Ilerba Bollotae lau»'tae in den Apotheken geführt, aber nicht häufig mehrangewendet. Die Stengel sind mit weißer Wolleüberzogen, die Blätter langgcstielt, handförmig g^theilt, oft tief gezähnt, die Blüthen groß und wollig.Die Pflanze wird in Kisten verschickt, die mit Thier*fellen überzogen sind. Es kommen Verfälschungenderselben vor mit Baiiota nigra, schwarzer Andorn,Marrubium vulgäre, weißer gemeiner Andorn unLeonurus earciiaea, Herzgespann.
Wolfszähne, die Eckzähne der Wölfe, werde!zuweilen zum Poliren gebraucht und daher die pdem nämlichen Zwecke geschliffenen krummen Achal*stücke ebenso genannt. t
Wollbärte, Tnchbärte oder Barttuch nennman einen tuchartigen Zeug mit sehr langen! g>al-zeudem Haar von Angorawolle, der in einigen obreiten Streifen an das Schauende derTuche, Tm -kins rc. als Verzierung genäht wird. Alan hat w