WoMume
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Wolle
besonders schwarz, roth, gelb und weiß und verfer-tigte ihn zuerst in England, jetzt aber auch eben sogut in mehreren nicderrheinischen Tuchfabriken.^Wollblume, ^ntbMs, umfaßt Kräuter undSträuche, von denen die meisten ausländisch sind.Die bei uns einheimische ^.ntbMis vulneraria, auchWundkraut genannt, mit gelben und rothen Blumenund gelblichen Blättern, auf Bergen wachsend undbei Nerwundungen angebracht, enthält zwei Farbe-stoffe, von den Blättern einen gelben, von denBlumen einen blauen. — Auch die Königskerze,^erbasoum Thapsus, führt den Namen Wollblume.
Wollkords waren dichte, gerippte, wollene Bein-ueiderzenge, die früher häufig getragen wurden,letzt aber wenigstens unter diesem Namen nicht mehrborkommen (s. auch Cords).
Wolle, Schafwolle, ist das die Haut desSchafes bedeckende mehr oder weniger lange, feine,gekräuselte oder gebogene (gewellte) Haar des Schafesund einer der wichtigsten Stoffe zu Geweben und zuKleidungsstücken, daher Gegenstand eines sehr be-deutenden Handels. Die Qualität derselben ist jenach der Nace, der Nahrung und der Pflege derSchafe sehr verschieden, wird aber auch durch andereUmstände, namentlich durch die Vermischung undKreuzung verschiedener Racen verändert und ist selbstvon den einzelnen Körpertheilen eines Schafes ver-schieden. Die sämmtlichen europäischen Schafracenhatten ursprünglich nur eine geringe, grobe oderMittelfeine Wolle mit ziemlich glatten oder großeBogen bildendem Haar. Zuerst wurden sie inSpanien, wahrscheinlich durch arabische Schafe, die14. Jahrh, daselbst eingeführt wurden, und durchsorgfältige Pflege und Kultur derselben verbessertoder veredelt, und dieses Land erzeugte daher langeZeit die beste und feinste Wolle. Erst in der zweitenHalste des 18. Jahrh, wurden die feinwolligen spani-schen Schafe oder Merinos (s. d.) nach anderenLandern verpflanzt und durch diese und ihre Ab-kömmlinge ist seitdem fast in ganz Europa und auchUl vielen außereuropäischen Ländern die SchafzuchtAeils durch reine Fortzüchtung derselben, theils durchBerauschung mit inländischen Schafracen so sehroeredelt worden, daß man jetzt fast überall eben sololne und zum Theil sogar noch feinere Wolle ge-winnt, als in Spanien. Diese hochveredelte Wollesühnet sich besonders dadurch aus, daß das HaarZahlreiche kleine Bogen von gleicher Größe bildetdaß immer eine Anzahl derselben ein kleinesZusammenhängendes Strähnchen oder Schnürchenolldet, in dem aber die Haare nicht verworren sind,sondern durchgängig parattel nebeneinander liegenUnd mit den Fingern leicht von einander getrenntwerden können. ' Diese Bildung des Wollhaars^«nt man überhaupt den Stapel und sie ist eines^ hauptsächlichsten Zeichen für Beurtheilung derQualität der Wolle. Da die Haare in den Strähn-chm sehr dicht nebeneinander liegen, besonders zn-wchst an der Haut (was man stumpf gestapelt^"ut), so wird dadurch auch der möglichst größte^ollreichthnm eines Schafes erzeugt. Vermöge ihreroauselung verbinden sich die einzelnen Strähnchenuch miteinander, so daß die Wolle eines Schafes,enn sie abgeschoren ist, eine zusammenhängendebildet, welche Vließ genannt wird. Daso 6r hochveredelten Wolle darf aber nur höch-L , T ^ Zoll Länge haben; ist es länger, so ist die/ von bedeutend geringerer Qualität und daswß muß daher stumpf und kurz gestapelt sein.
Wolle, welche diese ausgezeichneten Eigenschaften invollkommenem Grade besitzt, nennt man Krepp -wolle; sie ist jedoch schwer zu erreichen und nochschwerer zu erhalten, weil sie durch das Strebendanach bei der Zucht der Schafe leicht gröber undtrübe oder unklar (ein Ansang von Verworren-heit) wird. Wenn sich das Haar der Wolle ausseiner Stapellänge bedeutend, oft bis auf das Dop-pelte, ausdehnen läßt, so nennt man sie kurz-gestapelt oder mit kurz gedrängtem Stapel;läßt sie sich nur ohngefähr um 1 / i ausdehnen, soheißt sie hochgestapelt oder mit langgedehntemStapel. Wenn die Strähnchen spitz zulaufen,so nennt man die Wolle untreu; stehen die Spitzenweit vor, so heißt sie spitzig; wenn die Spitzen starksind und unten einzeln stehen, so nennt man denStapel schilfig. Wenn die Strähne wenig Zu-sammenhang mit einander haben, so heißt die Wollegestrickt, haben sie gar keinen, gesträhnt. Anderemangelhafte Bildungen des Wollhaares sind: un-regelmäßige Kräuselung, wenn die Bogenbald mehr bald weniger einen Halbkreis bilden;zu wenig gekräuselt, wenn sie weniger als einenHalbkreis bilden; schlichtes oder glattes Haar,wenn es keine oder nur sehr wenig Bogen hat. DieWolle darf ferner nicht grob, kraftlos und schlaff,spröde, hart oder rauh und nicht matt oder glanzlossein, sondern man verlangt Feinheit derselben,welche man vermittelst eigener Instrumente (Woll-messer) und anch daran erkennt, daß das Haardesto feiner ist, je mehr Bogen es auf den Zoll derLänge hat; doch darf man die natürliche und gesundeFeinheit nicht mit der Hungerfeinheit, demAbsetzen oder Sitzenbleiben der Wolle ver-wechseln, welche die Folge eines kraftlosen und kränk-lichen Zustandes des Schafes ist, sich aber auch gleichdurch trocknes Gefühl und Mangel an Haltbarkeitkundgibt. Das Haar muß ferner Festigkeit undStärke besitzen, zu deren Messung man ebenfallsInstrumente hat und die, wenn sie mit größterFeinheit verbunden, eine der schätzbarsten Eigen-schaften der Wolle ist; sie muß geschmeidig undsanft anzufühlen sein und Elasticität besitzen,welche sich zeigt, wenn man das gekräuselte Haarausdehnt und es dann seine vorige Gestalt wiederannehmen läßt, und auch wenn man es bei derAusdehnung abreißt. Stärke mit Elasticität ver-bunden geben der Wolle Kern und Nerv. Siemuß ferner Glanz haben, der sich nach dem Ent-fettcu derselben als ein klarer, sich gleichbleibenderSilberglanz zeigt und theils auf der regelmäßigenBildung des Haares, theils auf einer eigenthüm-lichen Bildung der Hornsubstanz desselben berühr;er wird durch sorgfältige und regelmäßige Haltungdes Schafes vermehrt, darf aber nicht mit dem durchden Schweiß oder das Wollfett entstehenden Glänzeverwechselt werden. Für die verschiedenen Eigen-schaften und Fehler der Wolle hat man noch folgendetechnische Ausdrücke: Unter Natur der Wolle ver-steht man den Inbegriff ihrer guten oder schlechtenEigenschaften, und unterscheidet daher im Allge-meinen gutnaturige, welche einen milden, seiden-artigen Angriff haben muß, und s ch l e ch t n a t u r i g eoder auch wohl b ö s a r t i g e, welche beim Verarbeitenschlechtere Resultate liefert. Man sagt, die Wollehabe einen vollen Boden, wenn die Schurseiteder Vließe ein volles, flaumartiges Ansehen hat,und wenn die Wolle, nachdem man sie in der Handzusammengedrückt hat und wieder losläßt, nur lang-