Wolle
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sam wieder ihr voriges Volumen annimmt. Leistetsie beim Zusammendrücken einen grossen Widerstand,so nennt man sie hart; ist sie beim Hineinsassentrocken, aber noch etwas weich im Angriff, so heißtsie flachsig, ist sie dabei aber hart, strohig; enthältsie in Folge der Race ungewöhnlich viel Fett, so wirdsie beladen genannt, rührt aber das übermäßigeFett von mangelhafter Wäsche oder von zu kräftigerFütterung her, so nennt man sie mastige oderm a st i g gewachsene. Ist die Wolle nur theil-weis gestapelt, und besteht sie außerdem ausnebeneinanderstehenden und zum Theil durcheinan-derlaufenden Haaren, so nennt man sie schlechtg e st a p e l t; hat sie zum großen Theil das Ansehendes Flachswergs, so nennt man sie wergig; hatdie äußere Oberfläche der Vließe Aehnlichkeit nntdem Baue des Mooses, moosig. Unter Bau derWolle versteht man die Form und die Größe desStapels, und nennt sie großgebaut, wennder Stapel groß und von dickem Durchmesser ist,kleingebant, wenn er einen kleinen Durchmesserhat, breitgebaut oder breitgewachsen, wenndie Stapel auf der Oberfläche des Vließeö breit undplatt sind; laufen sie aber auf der äußeren Oberflächelanzettförmig oder spießig zu, so heißt die Wollespießig. Wenn die Wollhaare am äußersten Endedes Stapels so aneinander liegen, daß sie gleichsamein Ganzes bilden, so nennt man den Stapelgeschlossen, im umgekehrten Fall aber offen;ist letzteres in hohem Grade der Fall, so daß dasHaar weit auseinandersteht, so nennt man die Wollehohl oder leer. Gezwirnt oder zwirnendnennt man sie, wenn die Stapel aus dünnen Bü-scheln von Fäden bestehen, welche durch ihr eigenesFett zusammenkleben; wenn dieser Fehler in hohemGrade vorhanden ist, so bilden die Fäden auf deräußeren Oberfläche des Vließes kleine Knötchen undder Stapelban verschwindet ganz. Wenn sich derStapel zu leicht öffnen oder trennen läßt, so nenntman die Wolle flüchtig gebaut oder flüchtiggewachsen, ist sie dabei hoch gebaut, so wird sieflatterig oder flatternd genannt. Wenn dieSpitzen des Stapels Pfropfziehersörmig gewundensind, so nennt man ihn gedreht. Die Haare,welche aus einem Stapel in den airderen laufen,werten Spinner, Binder oder Uebcrlänfergenannt; wenn solche Haare in großer Menge vor-handen sind und eine Art von Geflecht bilden, soheißt die Wolle 6obig oder bodensätzig. Dieeinzelnen losen, meist kurzen, glänzenden Haare,welche zuweilen zwischen den Wollhaaren vorkommenund die bei der Verarbeitung die Farbe nur mangel-haft annehmen, werden Stichel-, Hunds- oderZiegenhaare genannt. Zweiwüchsig nenntman die Wolle, wenn sie durch unregelmäßige Füt-terung oder Krankheit Absätze oder Knicke angesetzthat, wodurch sie leicht bricht. Wenn die Wollhaarenicht dicht stehen, was namentlich bei zu starkerKräuselung der Fall ist, indeni die einzelnen Woll-haare dann vermöge ihrer starken Bogenbildung zuviel leere Räume im Innern bilden, so nennt mandas Vließ schütter und arm wollig, besonderswenn der Mangel an Dichtheit nicht durch die Längedes Haares ersetzt wird. Gewöhnliche Folge vonlocker gewachsener und spitzig gestapelter Wolle ist,daß sie sich am Widerrist und oft auch längs desganzen Rückgrats theilt (offener Widerrist oderRücken) und dann allen Einwirkungen der Wit-terung, dem Staube rc. ausgesetzt ist; der Regen
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aber spült die Unreinigkeiten von den Spitzen desVließes in das Innere desselben und verunreinigt esoft so sehr, daß es nicht wieder rein und weiß wird.Auch dringen in solches Vließ, besonders am Halse,leicht die Abfälle vom Futter, wodurch die sogenann-ten Futterhälse entstehen, und dieser Fehler er-streckt sich oft über den Widerrist und selbst über dieganze Länge des Schafes, wodurch die Wolle fürden Fabrikgebrauch untauglich wird. Von einervollkommenen und hochveredelten Wolle verlangtman auch, daß sie ausgeglichen ist, d. h. daßsich am ganzen Vließ gleichmäßig Feinheit, Dichtheitund guter Stapel zeigen und daß die Wolle amKopf, Nacken, Hals, Widerrist, Rücken, Kreuz,Schwanzwurzel, Hinterschenkel, Blatt und Seiteeine vollkommen gleichartige ist. Im Allgemeinenaber ist die Seiten wolle, von den vorderenSeiten längs des Rückens bis über die Mitte desKörpers, von der oberen Seite des Halses, an denSchultern und in der Weiche, die beste; minder fein istdie Schenkelwolle; die Halswolle vom un-teren Theile des Halses bis auf die Vorderschenkclist kürzer und gröber; die Kopfwolle, sowie auckdie Bein- oder Fußwolle ist kurz und grob;die B a u ch w o l l e meist etwas gefilzt. Die Merino-wolle theilt man nach der vermittelst Dollonds Woll-messer bestimmten Feinheit und nach der Kleinheitder Bogenkrümmungen in folgende Classen: Su-per electa 3—4 Grad Feinheit und 30—40 Bo-gen auf den rhein. Zoll; erste Electa 5 Gr. und29—30Bogen; zweite Electa 6 Gr.und 26—28Bogen; erste Prima 7 Gr. und 24—26 Bogen;zweite Prima, 7 Gr. und 22—24 Bogen; Se-kunda, 0 Gr. und 20—22 Bogen; Tertia, 10Gr. und 18—20 Bogen; Quarta, 11 Gr. und16—18 Bogen rc. Man unterscheidet ferner haupt-sächlich einschürige und zweischürige Wolle.Die erstere kommt von Schafen, welche jährlich nureinmal, gegen Ende Mai und Anfang Junischoren werden, was besonders in hohen trocknenGegenden und bei mageren Weiden geschieht. DceFasern derselben sind gehörig ausgewachsen, dahersie sich lang ausziehen lassen und ein seines, festesGespinnst geben; sie wird deshalb besonders zuKammgarn (s. Wolleng arn) benutzt und ist auchmehr geschätzt als die zweischürige. Diese wird denSchafen jährlich zweimal, nämlich im Frühjahrund im Herbst, abgeschoren und die erstere wirdauch Winterwolle, die letztere, welche in derRegel geringer ist, Sommerwolle genannt. Sffkommt meist von Schafen auf niedrigen, fetten Wer-den und eignet sich, da sie einen kurzen Stapel hatund sich besser filzt als jene, besonders zu Tuchruund tuchartigen Zeugen. Die Wolle von jungesSchafen heißt Lamm wolle; sie ist ungleich kürzerals die von ausgewachsenen Schafen und daher aUwvon bedeutend geringeren! Werthe. Schlacht-wolle, Blnt- oder Blötwvlle kommt v°uSchafen, welche geschlachtet und daher außer derSchurzeit geschoren worden sind; Raufwolle 6solche, die aus den Fellen todter Schafe gerisfluworden ist; Gerber wolle diejenige, welche beuGerben von den Fellen abgeschabt worden, daher 1schwach und starr und häufig vom Kalk. mit dem rFelle gebeizt worden, rauh und morsch ist; Ster vlingswolle von „gefallenen Schafen, h"1auch einen geringeren Werth, ist aber doch best ^
als die vorige. Ferner unterscheidet man gewa"
schene oder gereinigte und nngewascheu '