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Wolle
Wolle
rohe odei" fette, auch Schweißwolle oderWolle im Schweiß genannt. In Deutschlandwird die Wolle durchgängig gewaschen, nur in eini-gen Gegenden bringt man die Wolle der Lämmerungewaschen unter dem Namen Schweißlamm-wolle in den Handel. In der Regel und nainent-U in Deutschland und England, wäscht man dieWolle einige Tage vor der Schur auf den Thieren"t einem Teiche oder fließenden Wasser (Pelz-wäsche); nur bei kranken und schwächlichen Thie-ren macht man eine Ausnahme und wäscht die ab-geschorene Wolle (Wollwäsche). In Spanien,Unleritalien und der Levante ist jedoch das letzteregebräuchlich; die Wolle wird dabei durch Aus-klopfen so viel als möglich vom Staube befreit,oann mit warmem Wasser eingeweicht und einge-treten, hierauf mehrere Male in Fluß - oder Teich-wasser abgespült und endlich an der Sonne ge-trocknet. Die Wolle wird dadurch reiner undheißer, aber durch die Pelzwäsche weicher und
spanischen Schäfereien wieder so feine Wolle wiefrüher liefern können. In Portugal steht dieSchafzucht ungefähr auf dem nämlichen Stand-punkte wie in Spanien; die feinste Wolle wird inder Provinz Beira erzeugt. In Frankreich sindzwar auch die Schafe fast überall veredelt, aber manzieht dort sehr viele wegen des Fleisches und gewinntdaher verhältnißmäßig nur wenig feine Wolle, wes-halb viel eingeführt werden muß. Bedeutend istdie Wollproduction in Algerien. Die Verhältnissein England sind ungefähr die nämlichen wie inFrankreich und überdies befleißigt man sich daselbstmehr auf die Gewinnung vieler als feiner Wolle;auch zieht man häufig langwollige Schasracen, zumTheil mit Haaren von 12 —16 Zoll Länge. InRußland wird viel grobe Wolle von mehreren in-ländischen Schasracen gewonnen, aber es gibt dortauch sehr viel veredelte Schafe, besonders in der süd-lichen Hälfte des Landes, wo viel feine Wolle erzeugtwird, die einen wichtigen Ausfuhrartikel bildet. In
f^meidiger. obgleich die Schafe bei kalter und nasser j den meisten deutschen Ländern ist die SchafzuchtWitterung davon leicht krank werden. Bor der , auf einen hohen Grad von Vollkomnienheit gebracht,.-Verarbeitung erhält die Wolle noch die F abrik- j ganz besonders aber zeichnen sich Sachsen, PreußenWäsche, indem ihr durch Waschen in warmem Sei- i und Oesterreich darin aus. Hauptsächlich hat sichwnwasser oder Urin das Fett entzogen wird. Die: Sachsen durch die erste Einführung von Merino-producenten verkaufen die Wolle unsortirt, d. h.! schafen, durch die sorgfältige unvermischte Fortzuchtw ganzen Vließen meist auf den Wollmärkten oder j derselben und durch Ueberlassung spanischer Zucht-Plch außer der Zeit an die Wollhäudler in den j schafe an Landwirthe des In - und Auslandes einStädten oder zuweilen auch an Fabrikanten, und . großes Verdienst um die Veredlung der Schafzuchtscheiden nur die Lammwolle von der eigentlichen > in Deutschland und selbst in fremden Ländern er-
" ' worden. In Preußen zeichnen sich vorzüglich die
Provinzen Brandenburg, Sachsen, Schlesien, Pom-mern und Westpreußen durch vortreffliche Schaf-zucht aus, und das Nämliche gilt auch von Böhmen,Mähren, Niederösterreich, Ungarn und Galizien.Unter den außereuropäischen Ländern ist besondersAustralien für die Wollproduction sehr wichtiggeworden, sowohl in Bezug auf Quantität als aufQualität. Die beiden englischen Colonien, Austra-lien und Südafrika, erzeugen gegenwärtig ungefähr117 Millionen deutsche Zollpfund, wovon dasMeiste in England verarbeitet und mehr als dieHälfte des Bedarfs der dortigen Fabriken damit ge-deckt wird. Die australische Wolle stammt von Scha-fen sächsischer Race, hat aber durch den dortigen
Schafwolle oder sortiren nur die ganzen Vließe,wenn ihre Herde nicht von gleicher Güte ist. Nur°le unreinen, gelben oder rothbraunen Flocken, dieverunreinigte Nackenwolle rc. wird zuweilen bei der^>chur abgesondert und unter dem Namen Schä-ker ei ab risse besonders verkauft. Wenn sie inZusammengebundenen Bündeln von 2—4 Vließenuuf den Markt gebracht wird, nennt man sie Büli-ve lwolle; ist sie in Säcke gepackt, Schäfer-hund. Das eigentliche Sortiren nach der Qualitätver Wolle, nach den einzelnen Theilen der Vließe rc.und so wie sie zu den verschiedenen Fabrikations-»wecken gebraucht wird, läßt der Kaufmann durch^Aene Leute, Wollsortirer, besorgen, und es gc-
^vrt dazu genaue Kenntniß und Uebung, die über- »->.>. w« wui 8 u
^upt beim Wollhandel mehr als bei vielen anderen j fetten Boden ein stärkeres, längeres und kräftigeresGeschäften nöthig ist. Wenn nach dem Sortiren ^ Haar erhalten, ohne ihren ursprünglichen CharakterUr die besten Theile eines feinen Vließes zusam«! zu verlieren. Sie eignet sich daher besonders zuzugepackt werden, so heißt dies V ließ wo lle;! Kammgarnen mancher Beziehung sogar besser als dieM s^wolle nennt man die wegen fehlerhafter ^ in Deutschland dazu verwendete; auch beziehen be-. ^Ichaffenheit abgesonderten Theile, Locken die j sonders sächsische Spinnereien schon viel australischeurzen Abfälle beim Scheeren und beim Sortiren ^ Wolle aus London, um die nächst feinsten Garn-e aeln-n .sorten daraus zu spinnen, denn die ganz feinen
, gelben, braunen, unreinen n. ungleichen FlockenMen Brack-, Ausschuß-, Abfall-, Lese-,
Kladden- oder Flockenwolle. Nach der Länge
es 8 Haares unterscheidet man auch lange oder : .... ... ..,_
u zur Verfertigung von Kammgarn, ' Türkei, Persien, Ostindien und Südamerika führen
"v kurze oder Streichwolle, zur Verfer- ! ebenfalls viel Wolle von verschiedener Qualität aus.
Electas können nur aus feiner sächsischer und unga-rischer Wolle gesponnen werden. Auch die Länderan der afrikanischen Nordküste, sowie die asiatische
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Png von Streichgarn. — Was die Wollprodue- ^ Die jährliche Production von Südamerika, (Urn
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apf» in diesem Lande gegen früher sehr
o unken und auch die Qualität der Wolle hat ab-nid 5 *f lnil1en ' ® an $ ^ine Electoralwolle wird garheoducirt, sondern unter dem Nameniu&t ^ e . Sa .i° nia) vorn Auslande bezogen. Maues die Wollproduction wieder zu heben, aber^>>en wenigstens zehn Jahre vergehen, ehe die
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publik und der südliche Theil von Entre Rios,dürften bei ihrem für die Schafhaltung sehr gün-stigen Klima, ihren ausgedehnten Grasebenen, ihremWasserreichthum, ihrer Zugänglichkeit vom Meereaus, ein sehr wichtiges Terrain für die Wollpro-duction in Zukunft abgeben. So bedeutend auchdie Wollerzcugung Englands, Frankreichs und
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