Zottkiü'lume
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Zucker
unzugänglich zu machen. Man hat Wasserröhren vongepreßtem Papier, Gasleirungsröhren aus Pappedavon bereitet, die allen Anforderungen entsprechenund sehr billig herzustellen sind. Wenn man Leinen,oder andere Zeuge damit imprägnirt, so werden siezu Stoffen, welche die Eigenschaften des Leders habenund statt solches benutzt werden können. Diese Com-Position wird auch zum Ueberzuge bei Bauwerkenvon Ziegeln, Steinen, Kreide, Gyps, Holz, Metallgebraucht. Der Ueberzug wird so hart wie Stein,und ist ein vortreffliches Schutzmittel gegen Luft undNässe.
Zottenblume, s. Bitterklee.
Zschigelhättte, s. Tschikelhäute.
Zuarte, s. Byrampauts.
Zuber, ein Hohlmaß in einigen süddeutschen Län-dern.
Zucker, Saecharum, ist eine eigenthümlicheSubstanz, die besonders in den Säften mehrererPflanzen enthalten ist, sich durch süßen Geschmackauszeichnet, fest, weist oder durch fremde Theilebräunlich gefärbt ist, in der Hitze schmilzt, bei höhererTemperatur sich zersetzt, in Wasser und wässerigemWeingeist sich leicht auflöst, nur wenig aber in abso-lutem Alkohol und in Aether gar nicht. Die ver-schiedenen Zuckerarten haben entweder die Fähigkeit,in wässeriger Auflösung und beim Zusatz eines Fer-ments in Gährung überzugehen oder nicht, und siesind entweder krystallisirbar oder nicht. Der gewöhn-liche Rohrzucker und der Runkelrübenzucker,von denen wir hier besonders sprechen werden, sowieauch der Ahorn zncker (s. Ahorn) sind gährungs-sähig und krystallisirbar, und ebenso der Krümel-oder Traubenzucker, der hauptsächlich aus Stärk-mehl bereitet wird (s. Stärkezucker), aber auch ausdem Safte der Weintrauben und anderer süßenFrüchte, der Maronen, aus Honig und selbst ausSägespänen, Papier, Lumpen u. a. vegetabilischenStoffen gewonnen werden kann. Unkrystallisirbarist der S ch l e i m; u ck e r, der besonders als Melasseund Sirup bei der Zuckerbereitnng zurückbleibt.Von den nicht gährungsfähigen sind krystallisirbar:der Milchzucker und der Mannazucker, nichtkrystallisirbar der Süßholzzucker oder dasGlycyrrhizin. — Der gewöhnliche, anö demSafte des Zuckerrohrs oder aus Runkelrüben be-reitete Zucker ist in Vs seines Gewichts kalten undfast in jedem Verhältniß heißen Wassers löslich;er schmilzt bei einer, den Siedepunkt des Wasserswenig übersteigenden Temperatur, wird bei stärkererErhitzung braun und erhält einen bitterlichen Ge-schmack, in welchem Zustande er Caramel genanntwird, und phosphorescirt im Dunkeln beim Zer-brechen oder starker Reibung. Wenn einer Auf-lösung von Zucker irgend eine Säure zugesetzt wird,so wird sie schon in der Kälte in Traubenzucker ver-wandelt; dagegen bilden die freien Salzbasen, wieKali, Natron, Kalk, Baryt rc. mit dem Zucker, ohnedaß eine Färbung stattfindet, wenig oder gar nichtsüß schmeckende Verbindungen. — Die Bereitungdes Rohrzuckers besteht in der Hauptsache in Fol-genden:: Das Zuckerrohr (s. d.) wird gewöhnlichkurz vor der Blüte, zuweilen aber auch später, dichtüber der Erve abgeschnitten, der Wipfel mit derBlüte davon getrennt und das übrige in Stückenvon 3—4 Fuß Länge getheilt, welche in einer Zucker-mühle zwischen 3 senkrechten, hölzernen und mitkanellirtem Eisen belegten oder auch ganz eisernen,nahe bei einander stehenden Walzen ausgepreßt wer-
den. Der Saft wird dann zuerst durch Erwärmenmit Kalk gereinigt und abgeschäumt und hierauf soweit abgedampft, daß er sich krystallisirt, woraufman die erkaltete Masse in Gefäßen mit durch-löchertem Boden abtropfen läßt. Der abfließende,größtentheils nicht krystallisirbare Saft heißt Me-lasse und wird meist zur Verfertigung von Run:verwendet; der in den Gesäßen zurückbleibende, auskrystallinischen Körnern bestehende Zucker aber heißtRohzucker, Moscovade oder Puderzucker! und kommt auch unter dem Namen Farinzncker! in den Handel. Noch besser wird der Zucker von! der Melasse geschieden, wenn man ihn in irdene,j trichterförmige, an der Spitze mit einem Loche ver-j sehene Formen schüttet und die obere Fläche desselbenmit nassem Thon bedeckt, aus welchem das Wasser! durch den Zucker sickert, die darin noch enthalteneI Melasse auflöst und durch die untere Oeffnung ab-fließt. Der Zucker bildet dann eine gelbliche, ziemlichfest zusammenhaltende Masse, welche Cassonade,auch gedeckter oder terrirterZucker genanntwird. Man versendet zuweilen die ganzen auf dieseArt geformten Brode, meist aber wird er zerstampftund dabei der obere, zunächst unter der Thondeckegelegene Theil, welcher eine weißgraue Farbe hat,der mittle weißeste Theil und die Spitze, welche nocham meisten Melasse und andere Unreinigkeiten ent-hält und daher eine bräunliche Farbe hat und feuchtist, von einander gesondert, wodurch man die weiße,gelbe und braune Cassonade erhält. Die weiße wirvauch zuweilen in Brode geformt und in blaues Pa-pier geschlagen unter dein Namen Lnoro tape in denHandel gebracht; die grauweiße wird 8uore torrö.die gelbliche oder bräunliche von den Spitzen lotesgenannt. Dieses Verfahren wird besonders noch imfranzösischen Westindien angewendet, in den engli-schen, holländischen und spanischen Colonien aberwird die Moscovade durch wiederholtes Reinigentrockner, krystallinischer und weißer dargestellt, wo-durch die nach Farbe, Geruch und Geschmack ver-schiedenen Sorten derselben entstehen; doch hat auchschon das Klima, der Boden und das mehr oderweniger sorgfältige Verfahren bei der Ernte, demAuspressen und Sieden einen wesentlichen Einflußdarauf. Die Qualität und der Preis des Rohzuckerswird außer durch die Farbe hauptsächlich durch dreTrockenheit und durch die Größe und Härte oderSchärfe der kleinen Körner aus denen er besteht,bestimmt. In Europa, Nordamerika rc. wird erdann in den Zuckerrafsinerien weiter geläutert oderraffinirt, in welchem Zustande er am häufigsten ver-braucht wird. Das Verfahren dabei ist verschiedenund in der neueren Zeit vielfach vervollkommnetworden. In der Regel wird der Rohzucker mflabgeklärten: Kalkwasser zusammengerührt, um bredarin enthaltene Säure zu binden, dann mit einemZusatz von Rindsblut, das auch zuweilen schon deMKalkwasser zugesetzt wird, oder mit thierischer Kohl^geschmolzen und gekocht und dabei fortwährend abge-schäumt. Dann wird die Masse durch ein Tuchfilterin die Klarpsanne gegossen und darin eingekochtworauf man sie zuerst in eine Kühlpfannc und ahdieser in die Formen bringt. Diese sind gewöhnttchvon unglastrtem Thon, aber auch zuweilen von Elfll,haben die Gestalt der Zuckerbiite oder Brode und ader Spitze eine kleine Oeffnung, durch welche der'der Zuckermasse enthaltene flüssige, nicht krystalUI 'bare Theil oder der Sirup abfließen kann, zu welchZweck man jede Form mit der Spitze nach un