Zucker
781
Zucker
auf ein Gefäß stellt. Die obere Fläche der Zucker-güsse wird mit feuchtem Thon, jel|t auch zuweilennut Zucker gedeckt; das in der Decke enthalteneWasser dnrchdringt das Brod und führt den darinnoch enthaltenen Sirup durch die untere OessnungMit sich fort. Die Brode werden hieraus aus denFormen genommen und in einer Trockenstube ge-trocknet; sind sie aber noch nicht weiß, hart und klin-gend genug, so werden sie wieder eingeschmolzen undNoch mehr geläutert. Zuletzt werden sie in starkesweißes oder blaues Z u ck e r P a p i e r geschlagen,nbers Kreuz mit Bindfaden gebunden und so in denHandel gebracht. Diesen feinen weißen und festenZucker nennt man Raffinade und theilt ihn nachVerhältniß dieser Eigenschaften in mehrere Sorten:>ein, fein Mittel, Mittel, ordinair rc.; die feinste Sortewird zuweilen auch Candisbrod und früherauchCanarienzncker genannt. Wenn der Zuckerweniger sorgfältig geläutert, daher nicht ganz weiß,^uch nicht ganz hart und fein ist, so nennt man ihn-Relis, von dem es wieder verschiedene Qualitätengibt. Er wird theils aus Rohzucker verfertigt, theilsaus dem von den Raffinaden abfließenden Sirup,ver noch viel krystallisirbare Theile enthält und daherdoch einmal eingesotten wird. Eine noch geringere,lockerere Sorte ist der Lompen - oder Lumpen-mucker, der besonders aus England kommt, theilsw großen, bis 25 Pfd. schweren, in Papier gepacktenVroden, theils in unregelmäßige Stücke zerbrochen,au sich aus dem Transport meist zerreiben undgestoßener Lumpen oder gestoßenerMelisgenannt werden. Er wird theils weiter rafflnirtdud zu feineren Sorten verarbeitet, theils in derAsche, von den Conditoren rc. verbraucht. Der'Dirup, der bei der Bereitung des Lumpen abfließt,wlrd nochmals eingesotten und gibt einen nichtZusammenhaltenden,' aus einzelnen Krystallkörncrn^stehenden, mehr oder weniger bräunlichen Zucker,Welcher Farin, Bastardzncker oder Bastergenannt wird. Er wird, nachdem er eingesottenworden, in große, gegen 150 Pfd. fassende FormenMum Ablaufen gefüllt und mit Thon gedeckt; zunächstunter diesem wird er ziemlich weiß, in der Mitte ist^ gelb und nach der Spitze zu braun und gewöhnlichvon dem noch darin enthaltenen Sirnp feucht. DieseSorten werden von einander gesondert und geben^en weißen, den gelben und den braunen Farin.dunkelbraune, dicke, süße Flüssigkeit, welche zu-gar keinen festen Zucker mehr gibt und wenig-Aus znnr größten Theil aus unkrystallisirbarcmNleimzucker besteht, wird unter dem Namen^?lrup (s. d.) verkauft. Wenn man eingesottenen,^..^uoch nicht ganz bis zum Gestehen abgedampftenUusstgen Zucker in kupferne Gefäße gießt, welcheunt Fäden durchzogen sind, und diese bei einerTemperatur von + 40° längere Zeit ruhig stehenso schießt der feste Zucker an den Wänden der^^wße unh an j, en Fäden in großen viereckigen,urchscheinenden Krystallen an, die man, nachdemv^u den flüssig gebliebenen Sirnp (Candis sirnph,^ ^undisstörzel genannt) davon abgegossen2 /^lrocknet und welche Candiözucker oder^uckerkant genannt werden. Er ist braun, gelbj e uach der Farbe der dazu verwendetenhex^uuflösung; der weiße wird aus Raffinadein 9 e I' ® eu Rohzucker theilt man im Handelk a n ' Hsiuptclassen: westindischen oder a m e r i -T>i-> V' q cn ' uul5 ostindischen oder asiatischen,beste von den gewöhnlich in den Handel kom-
menden Sorten ist der Havannazucker vonder Insel Cuba, welcher sich durch starkes, scharfes,krystallinisches Korn auszeichnet und in ganzenKisten von ca. 450 Pfd., so wie in halben undVierteln versendet wird. Man hat davon weißen,gelben und braunen. Geringer und feuchter istder Portorico, von dem auch meist nur gelberund brauner vorkommt und der in eben solchenKisten oder auch'in Fässern versendet wird. Bonder Insel Hayti kommt der D o m i n g o z u ck e r, undzwar verfertigt man daselbst sowohl Moscovadenals Casfonaden, welche in der Qualität dem Ha-vanna ziemlich nahe kommen. Sie werden in Fässervon ca. 1000 Pfd. gepackt. Die französischen InselnMartinique, Guadeloupe, Maria galanteund les Saintes liefern ebenfalls beide Arten, vondenen die Moscovaden geringer sind als der Ha-vanna, die Casfonaden aber den besseren Sorten desletzteren gleichkommen. Man erhält sie in Fässernvon1000Pfd., in Oxhoften von 700 Pfd., in Tiercenvon 4—600 Pfd. und tu Quarten von 2—300 Pfd.Auf den britisch-westindscheu Inseln hat sichdie Zuckerproduction seit Aufhebung der Sklavereisehr vermindert, doch liefern sie noch immer nichtunbedeutende Qantitäten und sehr guten Zucker vongelber bis brauner Farbe, welcher sich noch besserverarbeiten läßt, als der Domingo und selbst derHavanna, und besonders der von St. Kitts wird demletzteren noch vorgezogen. Sie kommen in Fässernoder Pipen von 1000Pfd., in Oxhoften von 600 Pfd.und in halben Oxhoften. Von gleicher Qualität istder Zucker aus dem britischeu Guyana. Dieniederländischen Inseln St. Martin, St. Eustacheu. C u r a s s a o, sowie das niederländische Guyanaerzeugen ebenfalls gute braune und gelbe Moscova-den, von denen die aus Surinam die gleichen Sortenaus Jamaica noch übertreffen. Die dänischen In-seln St. Thomas, St. Croix und St. Jeanerzeugen viel gelbe und braune Zucker, die jedoch imAllgemeinen geringer sind als die von Jamaica.Sehr viel Rohzucker liefert Brasilien, der auchvon guter Qualität ist und in Europa von denZuckerraffinerien gern gekauft wird. Er ist weiß,gelb und braun und steht in der Qualität zwar demHavanna nach, ist aber besser, als die ostindischenund mehrere westindische Sorten. Der beste, derjedoch selten in den auswärtigen Handel kommt,wird im Innern des Landes im District Sertaoerzeugt; dann folgt der Bahia und der von^RioJaneiro, und geringer sind der Pernambuco, San-dos und Maranhao. Der Brastlzucker kommt meistin langen Kisten von 1200—2000 Pfd., zuweilenauch in halben von 600 Pfd. und in Säcken vow150 Pfd. In Mexiko und den übrigen mittel-und südamerikanischen Staaten hat sich der Anbaudes Zuckers in der neueren Zeit zwar sehr vermehrt,doch kommt davon selten etwas in deit europäischenHandel. Das Nämliche gilt auch von den südlichenVereinigten Staaten, unter denen besondersLouisiana viel Zucker erzeugt, der aber im Jn-lande verbraucht wird, für dessen Bedarf er derweitem nicht ausreicht. Unter den ostlndsichen Lan-dern liefert Java den besten Rohzucker, weiß, gelbund braun, und besonders der erstere ist schön hellund körnig, so daß er dem Havanna fast gleichkommt; man erhält ihn in Körben oder Canasternvon ca. 400 Pfd. Das ostindische Festland erzeugtebenfalls viel Bengalzucker), der aber fast tiurnach England geht, der weiße hat ohngefähr den