Zucker
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Zuckerrohr
Werth des gelben Havanna, die gelben und braunensind den brasilanischen von dieser Farbe ziemlichgleich. Gewöhnlich noch etwas besser als Bengal,schön weiß, trocken und körnig ist der Zucker auöSiam, von dem brauner und gelber selten nachEuropa kommt. Chinesischer Zucker ist ebenfallsweiß, aber nicht trocken, daher er wegen des zugroßen Gewichtsverlustes nicht nach Europa rentirt.Der Manillzucker von den philippinischen In-seln ist besser und trockner als der Bengal undkommt den geringeren Brasilsorten ohngefähr gleich.Die Inseln Bourbon und Mauritius lieferngelben und braunen Rohzucker, von dem die besserenSorten fast so gut als die gelben Havanna sind.Auch die Sandwichsinseln führen ziemlicheQuantitäten Rohzucker aus. Aus Aegyptcn kom-men ebenfalls zuweilen Moscovaden, aber feucht,unrein und von säuerlichem Geschmack, und geringerals die westindischen; indessen lassen sie sich mit Vor-theil raffiniren. — Raffinerien für Rohrzucker gibtes in Europa fast in allen Ländern, welche See-handel haben, besonders in England, Frankreich,Holland, Belgien, Dänemark, Schweden, Rußland(wo sich die Anzahl derselben sehr vermehrt hat, seitdem die Einfuhr des rasfinirten Zuckers verbotenist) und in Deuschland vorzüglich in Hamburg,Bremen, Stettin, Königsberg, Danzig, Breslau,Köln rc. und an mehreren Orten in Oesterreich.Die Brode der Raffinaden sind gewöhnlich 12 bis15 Pfd., des Melis 10—12 Psd- schwer, doch werdensie in Deutschland auch größer (15—20 Pfd.), inEngland, Holland rc. auch kleiner verfertigt.Die Hamburger rasfinirten Zucker waren von jeherwegen ihrer vorzüglichen Qualität berühmt undwurden fast in ganz Deutschland ausschließlich ge-braucht; jetzt aber bezieht der Zollverein keinen raf-finirten Zucker mehr vom Auslande. Die meistenRaffinerien fabriziren auch Candis; weißer wirdjedoch auch von manchen Conditoren verfertigt.Holland steht jetzt an der Spitze des Zuckerhandelsauf dem Comment; es führt jährlich 115,000 Ton-nen Rohzucker ein, fast 1 / s so viel als ganz England,und setzt selbst gegen 400,000 Ctr. rasfinirte Waarenach England ab. — Die Bereitung des Runkel-rüben zuckers, welche schon seit 1747 bekannt ist,aber erst seit 1812 in Folge der französischen Con-tinentalsperre im Großen zur Anwendung gekom-men ist, stimmt zwar mit der des Rohzuckers imWesentlichen überein, hat aber durch die großenFortschritte der neueren Zeit vielfache Veränderungenmid Verbesserungen erfahren und ist dadurch auseinen hohen Grad der Vollkommenheit und Wichtig-keit gebracht worden. Zur Gewinnung des Safteswerden die frischen Rüben entweder auf Maschinenzerrieben und dann ausgepreßt, oder in Scheibenzerschnitten und in heißem Wasser macedirt; nacheinem dritten Verfahren, welches den Zweck hat, dieRüben längere Zeit aufbewahren zu können, das sichaber nicht als praktisch bewährt hat, werden dieRüben zerschnitten, getrocknet, gemahlen und dasPulver mit Wasser, welchem Schwefelsäure zugesetztist, ausgezogen. Die Gewinnung des Rohzuckersaus dem Safte geschieht ebenfalls auf verschiedeneArt, jedoch in der Hauptsache durch Abdampfen undmit Hälfe mehrerer chemischer Mittel, die nähereBeschreibung derselben würde aber für unsern Raumzu weitläufig sein. Häufig verfertigt man aus demSafte unmittelbar, also mit Ersparnng der Raffi-uirung, einen zusammenhaltenden Brodzncker, den
sogenannten S a s t m e l i s. Außerdem bereitet manweißen Rohzucker oder Farin, welcher dann wie derindische raffinirt wird; doch geschieht dieses auch aufkaltem Wege, indem mau den in Wasser aufgelöstenRohzucker mit Knochenkohle versetzt und dann durchbloßen Luftzug oder Ventilation bis zur Krystalli-sation von dem Wasser befreit. Die meisten Ver-besserungen in der Rübenzuüersabrikation haben denZweck, die Menge des nöthigen Brennmaterials zuvermindern und den ganzen in den Rüben enthal-tenen krystallisirbaren Zucker zu gewinnen. Dieserbeträgt je nach der Art der Rüben, dem Bodeu unddem Kultur-verfahren 0—12«/», man gewinnt aberbis jetzt nicht mehr als 6—7«/» daraus. Auch dieMöglichkeit, die Rüben längere Zeit aufzubewahren,ohne daß dadurch die Zuckergewinnung beeinträch-tigt wird, ist noch nicht erreicht; die Fabriken könnendaher nur vom October bis zum Februar oder Märzarbeiten und müssen während der übrigen Zeit un-thätig bleiben. Die meisten Rübenzuckersabrikenliegen unter 50—52« nördl. Breite und das KlimaDeutschlands ist daher ganz besonders dafür geeignet.Viele Fabriken besitzen Frankreich, Rußland, Bel-gien und der Zollverein (die meisten Preußen-; diegrößten hat letzterer. — Ueber Ahorn zucker s.Ahorn.
Zuckerbaumharz, Bergzuckerbalsam oderSchweinsbalsam ist das aus der verwundetenRinde von Hedwigia balsamifera, eines auf denAntillen und in Brasilien wachsenden hohen Bau-mes, fließende gelbliche, scharf aromatisch schmeckendeHarz, welches als äußeres Mittel bei Wunden undzum Räuchern gebraucht wird.
Zuckerbilder nennt man kleine, entweder auseinem Zuckerteige oder aus einer Masse von Mehlund Tragant bestehende Figuren, welche mit kleinenweißen Kandiskrystallen überzogen und bemalt sind.Sie werden besonders in Hamburg und außerdemauch von Conditoren in manchen anderen Städtenverfertigt.
Zuckerformen, von uuglasirtem Thon, in denenin den Zuckerraffinerien die Brode des Zuckers ge-formt werden, wurden früher nur in Holland ver-fertigt, jetzt aber verfertigen sie die Töpfer an denmeisten Orten, wo es Zuckerfabriken gibt.
Zuckerkant, s. Zucker.
Zuckerkantstein, s. Alabaster.
Zuckerkistenholz, s. Cedrele.
Zuckerkohle nennt man die in den Zuckersiede-reien benutzte Knochenkohle, welche noch als eMgutes Düngnngsmittel verkauft wird.
Zuckerküchel oder Brustküchel, kleine rundeTropfen von aufgelöstem und wieder eingedicktem,meist verschiedentlich gefärbtem Zucker, die vonditoren verfertigt und in großer Menge als Nalch-werk der Kinder verbraucht werden.
Zuckerplätzchen oder Bonbons, bestehe« ausbraungebranntem Zucker, der in viereckige Stückchenzerschnitten ist, welche oft in buntes oder mit Vig-netten bedrucktes Papier gepackt sind. Häufig wirder Zucker theils zum Wohlgeschmack, theils wen)sie als Brustmittel und dergl. dienen sollen, uiPflanzensäften, ätherischem Oel rc. versetzt, wie dAniszucker, Möhrenzucker, Rosenzucker rc.
Zuckerrohr, Saccharum, ein zu den Gral ergehörendes und mehrere Arten umfassendes Pfl"' 'zengeschlecht, das aus dem mittlen Asien stamm