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Erbsc.
Während des Melkens bringt man sie in Haufen von der Größe,wie dies Geschäft ein Arbeiter ohne große Anstrengung mit Rechenoder Heugabel verrichtet. Jene Haufen werden mehrmal, je nach-dem es die Witterung erlaubt, umgekehrt, und sobald die Blätterund Halme hinlänglich trocken, die Hülsen aber noch grün sind, aufder Stoppel oder in deren Nähe in kleine Miethen (Schober) vonein bis höchstens zwei Fuder zusammengetragen oder gefahren. DieMiethstelle, möglichst auf der Höhe im Luftzüge, bestreut man mitStroh, am besten Rapsstroh, 1 Fuß hoch, 8 Fuß breit und 16 Fußlang, läßt das Erbsenheu aufschichten und durch ein paar Arbeiterzurechtlegen, so daß die Wände der Miethe perpcndicular sieben, dieOberfläche aber völlig horizontal wird. Diese letztere bedeckt manmit Gersten- oder anderm Stroh, einen Fuß hock, wobei das Spur-eintreten durch Vorhinlegen des Strohes und Rückwärtsgehen derArbeiter sorgfältig zu vermeiden ist. Die so gebildete Miethe wirdwegen ihres sich locker haltenden Materials überall von der Luftdurchzogen und völlig ausgetrocknet. Ihre Form, Bedeckung undLage hindern die Durchnässung, oder machen sie, wenn sie bei außer-ordentlichen Regengüssen erfolgen sollte, unschädlich. Will man denErbsenacker noch zu anderen Früchten gebrauchen, so ist es anzurathcn,die Miethen in gerader Linie anzulegen, um die Verhinderung desBcackcrns möglichst zu verhüten. Bei diesem Verfahren wird manmit Ruhe einen passenden Zeitpunkt zum Einführen abwarten kön-nen. — Der Ertrag ist sehr schwankend und es sind Fälle da, daßman auf demselben Boden kaum den Saamen crndtct, wo in an-dern Jahren der Ertrag reichlich war. Man nimmt in vielen Ge-genden in 6 Jahren eine gute, vier mittlere und eine schlechte Erndtean und man kann auf einem ihr ganz angemessenen Boden höch-stens in 4 Jahren nur auf 3 gute Erndten rechnen. Bei allem an-dern Boden hingegen, welcher sich nicht, ganz für den Erbscnbau eig-net, ist die Erbse dem Mißratben noch weit mehr ausgesetzt, und siegiebt hier in der Regel in 2 Jahren nur eine gute Erndte. DerKörnercrtrag wird vom magdcb. Morgen auf 4 bis 20 berliner Schfl.angegeben; im Durchschnitt der Jahre kann sich der Erbscnbaucr wohlschwerlich eine höhere Löhnung, als die sechsfältige berechnen. ImGanzen genommen sind die Erbsen stets eine mißliche, nur prahlende unduns täuschende Frucht, weshalb ihr umfänglicher Anbau auf Speculationzum Verkauf von den wenigsten Landwirthen geliebt wird. Im Falle desGcrathens pflegen die Erbsen zwar bei einer günstigen Erndte bis-weilen ganz außcrordentlick, widrigenfalls aber auch in der Regel herzlichschleckt in ihrem Ertrage sich zu zeigen; eine Mittclstraße ist hierbeiseltener als bei den übrigen Kernarten. Die Stroherndtc nimmtman auf 15 bis 25 (Zentner vom Morgen an; auf einen ScheffelErbsen-Ausdrusch rechnet man 300 Pfd. Stroh, und schätzt dies amWerthe 1 Scheffel Roggen gleich. Der Preis der Erbsen ist sehrschwankend und richtet sich theils nack der Vorzüglichkcit der Sorte,theils darnach, ob sie in der Gegend ein beliebtes Gemüse sind.Hiernach halten sie den Preis mit dem Roggen oder Wcitzen. —