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Erdapfel, Erdbirne, Topinambur.
treiben sie in diesem Falle immer mehr inS Kraut; wem es dahervornämlich um dieses zu thun ist, der wird seine Rechnung beson-ders dabei finden.
Man hat aber auch Falle, wo sie im Garten, wildwachsend,stets einen reichlichen Ertrag geben, ohne daß je gedüngt wordenwar. Man kann bei einer Düngung den Mist vor der Saat, mitdieser zugleich ein- oder nach ihr aufbringen. Der Boden muß ge-hörig zubereitet und der kündige mindestens 3 mal gepflügt werden,so wie man ganz besonders auf Vertilgung des Unkrautes, nament-lich des Wurzelunkrautes, bedacht sein muß. In weniger gelockertemBoden treiben die Pflanzen mehr in den Stengel, in gelockertem istder Knollenansatz stärker. —
Die Erdbirnen können unbedenklich nach jeder Frucht folgen;nicht gilt dasselbe aber in Beziehung auf die Nachfolger. Da dieKnollen auch bei der größten Aufmerksamkeit bei der Erndte nichtganz herauszubringen sind, und der stärkste Winterfrost sie nicht hin-dert, im nächsten Frühjahre auszuschlagen, so werden sie für die nach-folgende Frucht leicht ein nachtheiliges Unkraut. Man empfiehltdaher die Erdbirnen bei der Dreifelderwirtl,schalt im Sommerfeldszu bauen, um dann durch die Brachbearbeitunq den größten Theildes im Acker zurückgebliebenen gekeimten Knollens vertilgen zu kön-nen; indessen verliert man hierbei eine Sommcrgetreidcfrucht, wasnamentlich in stroharmen Gegenden einen zu empfindlichen Ausfallan Stroh zur Folge hat. Wenn man sich nun auch bei der Kop-pel- und Fruchtwechselwirthschaft eher helfen und ihnen einen ange-messenen Platz anweisen kann, so darf man doch keine Sommerfruchtnach ihnen folgen lassen, was wiederum nicht immer im Fruchtwechselpassend erscheint. Daher erscheint es am angemessensten, die Erdbir-nen in besonderen Schlägen oder Plantagen zu bauen, von Zeit zuZeit etwas zu düngen, und sie da so lange zu lassen, als sie nurfortkommen wollen. Es wird durch mehrjährige Arbeit an Zurich-tung des Bodens und der Saat erspart.
Da die gewöhnlichen Knollen nicht blos an den Wurzeln deSStockes, sondern auch an den besondern Fasern, die bisweilen 6 bis12 Zoll lang sind, wachsen, und an letztem noch eine Menge kleinerKnoten, die ebenfalls zur Fortpflanzung geschickt sind, sich befinden,so bleiben nach der Erndte immer so viel Knoten und Knollen indem Boden zurück, als zur nächsten Erndte erforderlich sind, da zu-mal solchen der Frost nicht schadet, sobald sie in der Erde aufthauenkönnen. Etwa leer gebliebene Stellen sind durch Knollen nachzu-bessern. Wo sie aber wie Kartoffeln gebauet werden sollen, da ge-schieht die Auslegung der Knollen im Frühjahre so zeitig als möglich,da die späten Nachtfröste den jungen Pflanzen eben so wenig alsden Knollen schaden. Will man sie im Garten erziehen, so erhaltensie am besten ebenfalls eine besondere Stelle, wo sie immer bleibenkönnen. Hinsichtlich deS bei der Erndte der Topinambours Wahr-zunehmenden entscheidet die Tendenz derselben; diese aber ist dreierlei