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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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Erdapfel, Erdkerne, Topinambur.

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Art; zuerst kommt die Bergung und Benutzuug der grünenLaubstengel in Betracht.

Die Fütterung der grünen Laubstengel geschieht immer auf Ko-sten des Knollenertrages. Jedenfalls ist das Abnehmen derselbennicht vor Ende August oder Anfangs September vorzunehmen undresultirt ^ Knollenertrag weniger. Der Mittclwerth 100 Pfundgrüner Laubstengel dürfte 31^ Pfund Heu sein. Die Schafe liebensie hauptsächlich und fressen sie ganz rein auf.

Erndte und Benutzung der ausgebildeten Laubstengel.

Später als Ende September darf man mit ersterer nicht begin-nen, weil man widrigenfalls die starke, saftige Futtermasse nicht guttrocken bekommen wird. Man schneidet die Stengel mit einer schar-fen Sichel 4 bis 1 Fuß von der Erde ab, bindet sie in kleine Ge-bäude mit Stroh lose zusammen und setzt sie in kegelförmige Haufen,die man weiterhin einige Male wendet, nach Maaßgabe der Witte-rung. Wenn die Stengel so trocken sind, daß sie beim Zusammen-drehen keinen Saft mehr von sich geben, fährt man sie an einenluftigen Ort ein. Auch die trockenen Topinamburstengel sindein vortreffliches Schaffutter; die Pferde lieben sie fast eben so sehr;Rindvieh weniger und sie sind bei diesem nur geschnitten zu Heckselanzuwenden. Der Ertrag der trockenen Stengel ist, wenn die Fruchtgut gedieh, sehr ansehnlich.

Erndte, Aufbewahrung und Benutzung der Knollen.

Man braucht, wenn nickt andere Umstände die Räumung desLandes wünschenswert!) machen, im Herbste nur so viel Knollen auf-zunehmen, als der Winterbedarf erheischt; denn vom Frost leiden dieTopinamburs, wie gesagt, nicht, vielmehr vermehrt sich ihre Massebis zum Frühjahre im Erdboden um bis Steht die Frucht inregelmäßigen Reihen, so wird sie am besten ausgehackt. Die Auf-bewahrung geschieht in kleinen mit Erde bedeckten Haufen; die Früh-jahrsknollen bringt man am liebsten baldmöglichst in gute, trockneKeller. Der Ertrag der Topinamburs ist jedenfalls geringer alsder der Kartoffeln und auch der Runkelrüben; eine Mittelerndtedürfte nickt über 50 bis 60 Berliner Scheffel pro Morgen geben.

Zu Rotbenburg in Baden gaben sie 750, zu Augustenburg 660Erster, im Durchschnitt 3 Jahre. In Hohenheim 400 Simri und72 Eentner getrockneter Stengel. Der Ertrag an Knollen wird sehrgeschmälert, wenn die Benutzung der Stengel, wie schon oben gesagt,nicht mäßig schon früh eintritt.

Die Knollen bestehen (nach Braconnot):

In Alkohol und Kali leicht auflösliches Oel 0,060.

Cerin 0.300.

Unkrystallisirbare, zuckerige Materie 14,800.

Jnulin 3,000.

Gummige Materie 1,078.

Eigenthümliche Substanz 0,990.