60
Erle, Elfe.
wie sie auch nicht selten an den Ufern Frostrisse bekommt. Manfindet sie am häufigsten als Schncidelholz und Niederwald, doch auchals Mittelwald. Die Erle schlägt am Stocke sehr sicher wieder aus,wenn man den Stamm nicht über 30 bis 40 Jahre alt werdenläßt. Jede Erle aber, die nach dem Fällen wieder gut ausschlagensoll, muß mit einem schrägen und glatten Hiebe abgehauen werden,damit der Regen ablaufen kann, weil sonst der Strunk anfault. Sieergänzen sich auch bei hin und wieder eingehenden Mutterstöcken durchden häufig abfallenden Saamen von selbst sehr leicht. Das oft vor-kommende Ueberhalten von Saamenbäumen ist jedoch nicht zu em-pfehlen. Der Noden überzieht sich bei dem gewöhnlich starken Gras-wuchse zu schnell mit einem dichten Filze, so daß der später abfal-lende Saame nicht aufgehen kann; die stehengebliebcnen Stämme hal-ten in der Regel weder einen doppelten Umtrieb aus, noch könnensie bei der großen Sprödigkeit des Erlenholzes nachgehauen werden,ohne großen Schaden an dem Ausfluge und Ausschlage zu thun.Besser überstreut man daher da, wo eine Ergänzung der Mutterstöckenöthig wird, den Schlag, wenn hinreichender Saamen in ihm fehlt,bei dem Antriebe an den empfänglichen Stellen damit, oder bessertdie Lücken durch Pflanzung aus. Im geschlossenen Hockwalde er-langt die Erle gewöhnlich gegen das 60ste Jahr ihre ökonomischeHaubarkeit; indessen trifft man sie selten als Hochwald in großerAusdehnung herrschend an, da sich der Verjüngung durch Saamen-abfall viele Hindernisse entgegenstellen. Da übrigens die Erle reich-lich und gut am Stocke ausschlägt, auch in der Jugend rascher alsim Alter wächst und Baumholzbestände selten reckt geschlossen blei-ben, da gewöhnlich viel Stämme absterben, so dürfte ein 30 bis 40jähriger Niederwaldbetrieb wahrscheinlich eben so viel Holzertrag ge-ben, als ein 60- bis 80jährigcr Hochwald, dabei aber die sichere Er-haltung des Bestandes obne Knlturkosten voraus haben. Die Holz-masse, welche ein Erlenbestand auf gutem angemessenen Boden giebt,ist sehr beträchtlich, und inan kann bei 40jäbrigem Umtriebe zuwei-len wohl eine Klafter durcdschnittsmäßig jährlich für den Morgenbolzen. Wo man Erlenbestände hat, muß man sich sehr hüten, siezu entwässern und trocken zu legen, weil dadurch diese so wie jedeandere Holzerzeugung leicht vernichtet wird. Die Erle bleibt immerauf feuchten oder auch nassen Orten, wenn der Boden nur keineSäueren und keinen Rascnstein enthält, die vortheilhaftcste Holzgat-tung zum Anbau für den Forstbesiher. Zum Versetzen bei Anpflan-zungen sind die 2- und 3jährigen Pflanzen die besten; sie lassensich auch größer gut verpflanzen, doch ist es alsdann gerathen, dazudas Frühjahr zu wählen, weil die Hcrbstpflanzung nickt so gut fort-kommt. Die Pflanzen müssen beim Verpflanzen ausgehoben, abernicht ausgezogen und gut eingesetzt werden, weil sie sonst oft Jabrelang kümmern. Die Vermehrung durch Stecklinge verdient keineBeachtung. Die Erlenpflanzen brauchen nickt beschnitten zu werden,weil sie sich leicht reinigen. Auf feuchtem Boden ist das Holz der Erlerothbraun, auf ttocknem blasser und überhaupt zwar nicht hart, aber