Erle, Elfe.
61
doch ziemlich dicht und fest und sehr gut zu verarbeiten. Seine ander Luft erfolgende Röthung wird von dem Sauerstoff bewirkt.
Der Saamen der Erle bleibt drei Jahre keimfähig; 1 ScheffelSaamen wiegt 36 Pfd., ganz frisch vom Baume 45 Pfd., 1 Pfd.Saamen hat 206,000 Körner. Der Aussaatbcdarf ist für die Voll-saat 6,5 — 9,8; bei der Reihen,- Rinnen- und Streifensaat 6,5 —8,2, bei der Platzweiscn und Plattcnsaat 10,9 — 21,8. Es kom-men mithin bei der Vollsaat 617 — 1230 auf den sjFuß Körner.Es geht aus dem Vorhergehenden hervor, daß das Erlenholz einesvon denen ist, welches alle Beachtung des Landwirthes verdient,ebenso daß die Fortpflanzung der Erle am Besten durch den Saa-men geschieht. Einen eigenthümlichen Werth erhält das Erlenholznoch besonders durch seine Dauerhaftigkeit im Wasser; gleich demEichcnholze geht es durch Jahrhunderte zur Versteinerung über, an-statt daß andere bester und fester scheinende Hölzer öfters schon dage-gen in einem halben Menschenalter von Fäulniß und Moder verzehrtworden sind. Das Erlenholz kann ferner auch von Drechslern undTischlern bearbeitet werden und nimmt eine schöne Politur und Beitzean. Als Nutzholz verarbeiten es Tischler, Drechsler, Schnitz-, Holz-schuh-, Schaukel-, Muldenarbeiter u. s. w. Die Kohlen davon sindgut zu Schießpulver zu gebrauchen, die Asche taugt aber nicht viel.In Holland giebt man den Mauersteinen eine ciscngraue Farbe, in-dem man Büschel von diesem Holze in den Ziegclofen wirft. DieWurzeln geben einen schönen Maser, welcher zu eingelegten Tischler-arbeiten und sonst benutzt wird. Das Laub giebt getrocknet Futterfür Rindvieh und Schafe, indem ihnen solches in den Laubwellenvorgelegt wird; husten die Schafe nach dem Fressen, so soll dies einZeichen sein, daß sie Lungen- und Leberfäule haben; gewöhnlich aberfressen sie solches gar nickt, wenn sie an der Faulkrankheit leiden.Die Rinde dient zum Gerben und Färben. Ob sie zwar gleich vieleGallussauere, aber wenig Gcrbestoff erhält, so ist sie doch öfters zumGerben angewendet worden; sie macht das Leder kastanienbraun, bringtes zum Aufschwellen und macht es nach dem Trocknen hart. Schonseit den ältesten Zeiten ist sie in Deutschland zur Erzeugung schwarzer,grauer u. a. dunkeln Farben gebraucht worden. Allein angewandtfärbt sie braun, mit Einsalzen schwarz, mit Alaun gelb oder orange,mit Zinnauflösung glänzend gelb; man kann sie auf Wolle undBaumwolle anwenden. Die reifen Zapfen geben gleich den Gall-apfeln schwarze Farbe, und die Saamen dienen einigen Vögeln, be-sonders den Zeisigen, zur Nahrung; auch liefern sie ein gutes Brennöl.Die Blätter der Erle, noch jung und klebrig, mit Kümmclsaamenzerquetscht und zwischen 2 tönernen Tellern erwärmt, sind zur Zer-tbcilunq der Milch in den Brüsten nicht stillender Wöchnerinnen, alsUmschlag angewendet, ein vorzüglich bewährtes Mittel.
Die Heizkraft des Holzes nach Hartig istvom Stammholzc 575» Stangenholze 654.
Der Aschengehalt des Holzes in 1000 Theilen ist 13,83.