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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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Esche.

Die Asche enthalt in 100 Theilen Bestandtheile:

lösliche.

unlösliche.

Koblensäuere

22,3 Koblensäuere

35,6

Schwefelsauere

5,6 Phosphorsäuerc

- 4.3

Salzsäuere

0,3 Kieselerde

- 3.2

Kieselerde

0,6 Kalkerde

46,5

Kali 1

Natron

Wasser )

Talkerde

0,3

71,2 Eisenoxyd

- 2,6

Manganoxyd

1.5

Kohle

6,0.

Esche, gemeine, hohe. exovi«»«*.

Gehört in die 2te Ordnung der 23sten Klaffe. Gattungskenn-zeichen: Die Zwitterblume hat entweder keinen oder einen vicr-theiligen Kelch, keine oder eine vierblattrige Krone, zwei Staubfä-den, einen Staubweg; der Saamen ist lanzetförmig. Die weiblicheBlume hat ebenfalls einen Staubweg. Die Artkennzeichen der ge-meinen Esche sind: Gefiederte Blätter, welche aus 7, 8, 11 oder13länglich, sägeartiggezähnten, paarweise an dem Blattstiele einandergegenüberstehenden Blättchen bestehen. Blüthenbüschel ohne Krone.

Der hohe und gerade Stamm der Esche ist mit einer aschgrauenRinde versehen, welche bis in das 30ste Jahr glatt ist, dann aberrissig wird. Im Anfange des Mai erscheint die Blüthe, derröthliche bittere Saamen reift im October, bleibt 12^ Jahr keim-fähig und wiegt davon ein preußischer Scheffel 22 bis 23 Pfund.In einem Pfunde sind 5530 Körner enthalten. Bon diesem Saa-men bedarf man bei der Bollsaat pro Morgen 19,6 27,2, beider Rinnen oder Streifensaat 16,3 - 22,9, bei der Platzweisenund Plattensaat 13,1 18,5, bei dem Stecken des Saames, 2,4 3,8 Pfunde. Es fallen mithin auf den sHuß 4 6 Körnerbei der Bollsaat. Die Esche liebt einen mit Dammerde, Sand oderkleinen Steinen vermengten, etwas tiefen, gemäßigt feuchten Boden.Man findet sie in ganz Deutschland in Ebenen, Thälern, an Flüssenund Borbergcn, doch nicht in hohen Lagen, weil sie dort an Größeund Ausbreitung sehr zurückbleibt. In der Nähe von Getreidefeldernund Gärten behindert sie durch die zahlreiche Verbreitung ihrer Wur-zelsprößlinge das Fortkommen der ringsum kultivirten Gewächse,saugt den Boden aus und schadet auch der Vegetation durch dieTraufe ihrer Zweige. Die jungen Pflanzen vertragen eben so we-nig Schatten, als einen zu dichten Stand, wenn sie kräftig wachsensollen, und leiden auch von Graswuchs. Wildbret und Weideviehlieben das Laub und die junge Rinde, auch benagen die Mäuse die-selbe, so wie die spanischen Fliegen oft das Laub gänzlich abfressen,dafür überwindet aber kein Baum so leicht Wunden und Beschädi-gungen. In ungeschützter Lage wird die Esche durch Spätfröste imWachsthum sehr zurückgehalten, sonst vollendet sie aber ihren Wuchsin 70 biS 100 Jahren, erreicht jedoch ein Alter von 200 bis 300Jahren, wird 80 bis 120 Fuß hoch, und 2 3 Fuß im Durch-