Esche.
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Messer. In England soll sogar eine Esche 411 Fuß hoch und inder Höhe von 6 Fuß über den Boden 33 Fuß dick sein. — Sel-ten kommen reine Eschenbestände in großer Ausdehnung vor, und diekleinern gewöhnlich in feuchten fruchtbaren Niederungen. Sowohlin den Erlenbrüchen findet man sie auf den etwas höhern Stellen,als mit Ulmen, Buchen und Eichen gemischt, da sie dieselbe Höhewie diese Holzgattungen erreicht. Sie wächst in der Jugend rascher,als im höhern Alter, und da keine sehr starken Bäume verlangt wer-den, so läßt man diesen Baum am Vortheilhaftesten ein Alter von80 bis 90 Jahren als Baumholz erreichen. Am wichtigsten ist dieEsche, da sie mit 25 bis 35, ja 40 Jahren sicher an der Seite deSStammes ausschlägt, für den Mittel und Niederwald, wo sie an ge-eigneten Orten einen sehr hohen Holzcrtrag gewährt. Sie reinigtsich auch freistehend ziemlich von Aesten, und erst in einer Höhe von30 und mehr Fuß theilt sich der Stamm gewöhnlich in viele starkeZweige, welche dann eine größere regelmäßige Krone bilden, derenB-laubung jedoch nicht sehr dick ist, weshalb die Esche auch nichtals sehr verdammend erscheint. Als Kopfholz läßt sie sich jedochnicht gut behandeln, da sie nicht ausdauert, und selbst als Schnei-delholz giebt sie nur geringen Ertrag, obwohl ihr Laub als Futtergut zu benutzen ist. Um den Saamcn für die Aussaat zu sammeln,schneidet man vom October bis December die Saamenbüschel mit eineran einem langen Stiele befestigten Hippe oder einer gewöhnlichen Rau-penscheere ab. Bequemer erlangt man diesen Zweck, wenn man dieohnehin zu Fällung bestimmten Bäume zur Zeit ihrer Reife umhaut.Man bewahrt den gesammelten Saamen entweder in Säcken oderin rein ausgcstochenen Gräben von 1 — 2 Fuß Breite und 1 FußTiefe, in welche der Saame 3 bis 5 Zoll hoch geschüttet und erstmit Laub und dann mit Erde bedeckt wird, so daß der Graben wie-der ganz angefüllt ist. Diese Borbereitungsart ist deshalb zu em-pfehlen, weil der Saamen sonst 1 bis 14 Jahr liegt, ehe er aufläuft.Man kann den Saamen im Frühjahre und im Herbste sogleich anden künftigen Standort des Baumes säen, wo man die Streifenoder Plätze so dick mit Saamen bestreuen muß, daß 60 — 80 Kör-ner auf einen Quadratfuß kommen; hierauf giebt man ihm 4 bis4zollige Bedeckung mit Erde. Gewöhnlich wird jedoch die Eschen-saat in Forstgärten oder besondern Baumschulen angewendet, da siesonst sehr leicht in der Jugend vom Unkraute verdämmt wird. Esist daher weit sicherer, wenn man in einem immer von Unkraut reingehaltenen Forsigarten 2 bis 3 Fuß hohe Pflänzlinge erzieht unddiese einzeln in die Laubholzschläge pflanzt. Auf kalkigem Bodenerreicht die Esche vorzüglich eine enorme Größe, so wurde im Jahre1823 auf dem Kirchhofe zu Vitwettingen in Friesland einBaum dieser Art gefällt, der so dick war, daß man 2 Sägen aneinander löthen mußte, um ihn durchschneiden zu können. Mantheilte ihn in 7 Blöcke, wovon jeder 34 Fuß hoch war, und die zu-sammen über 6000 Pfund wogen. Der unterste hatte 8 Fuß imDurchmesser. Der ganze Baum wurde um 110 Gulden verkauft.